Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf Erfolge im Kampf gegen 18 schwere Tropenkrankheiten hingewiesen. Sie seien im vergangenen Jahrzehnt deutlich zurückgedrängt worden, teilte die WHO mit. Dadurch seien Millionen Menschen vor Behinderungen und Armut gerettet worden.

Die Gesundheitsorganisation spricht von sogenannten vernachlässigten tropischen Krankheiten. Dazu gehören etwa Denguefieber, die Schlafkrankheit oder der parasitäre Guineawurm, auch Medinawurm genannt. Gegen diese Leiden gibt es effektive Therapien, doch viele Betroffene können sie sich nicht leisten. Die WHO hatte im Jahr 2012 angekündigt, gemeinsam mit Regierungen und Pharmaunternehmen gegen diesen Missstand vorzugehen.

Inzwischen würden jährlich geschätzt eine Milliarde Menschen präventiv gegen die Krankheiten behandelt, hieß es von der WHO. Die Anzahl der Betroffenen sei zurückgegangen: Zum Beispiel sei im vergangenen Jahr 25-mal eine Infektion mit dem Guineawurm registriert worden. Im Jahr 1989 hatten sich 900.000 Menschen infiziert. Der Fadenwurm wird über das Trinkwasser aufgenommen und frisst sich durch den Körper der Infizierten. Das verursacht starke Schmerzen und kann zu tödlichen Komplikationen führen. Die Krankheit trat 2016 in Tschad, Äthiopien und im Südsudan auf.

Auch bei der von Tsetsefliegen übertragenen Schlafkrankheit gebe es Fortschritte. Habe es im Jahr 1989 noch 37.000 Fälle gegeben, sei die Zahl bis vor zwei Jahren auf 2.804 gesunken. Beide Krankheiten könnten nach Einschätzung der WHO in naher Zukunft ausgemerzt werden.

Zu den Fortschritten beigetragen habe der politische Wille in den betroffenen Ländern, Medikamentenspenden und die Verbesserung der Lebensbedingungen. Im Oman, in Marokko und in Mexiko etwa konnte das Erblinden durch ein Trachom, eine bakterielle Entzündung des Auges, als öffentliches Gesundheitsproblem beseitigt werden. Mehr als 185.000 Patienten erhielten eine Augenoperation.

Die WHO warnte aber, sich auf den positiven Entwicklungen auszuruhen. Besonders der Zika-Virus müsse weiter bekämpft werden.