"Mein Mitbewohner macht jetzt Paläo, was ziemlich nervt." So erzählte es neulich ein Freund, kulturschaffend, Anfang 30, #coffeelover, aus seiner Neuköllner WG. "Jetzt brät der sich 24/7 Steaks. Wenn ich mir morgens Espresso mach', stinkt die Bude schon nach Grillfleisch." Die naheliegende WG-küchenpsychologische Deutung: Man könne als Mann, umzingelt von Veganerinnen, ja nicht einfach sagen, dass man am liebsten Fleisch mag. Und wer abnehmen möchte, kann das schlecht zugeben. "Eine Diät ist doch echt peinlich." Da scheint Paläo die perfekte Lösung. "Wenn vom Fleischessen der Bierbauch weggeht: super!"

Nie war Essen komplizierter

Geht es nach Mary Evans Young, ist jede Art von kommerzieller Diät nicht nur sinnlos, sondern gefährlich, da die Manipulation der Ernährung – so schreibt Evans – in einer schweren Essstörung enden könne. 1992 rief die Autorin, selbst an Magersucht erkrankt, deshalb den Anti-Diät-Tag ins Leben. Alljährlich zum 6. Mai finden seither Aktionen statt gegen die Diskriminierung Übergewichtiger und für ein gesundes Körperbild, insbesondere von Frauen.

Trotzdem: Der Markt mit Diätprodukten boomt. Nie zuvor haben Menschen, wenn auch nur in mehr oder weniger wohlhabenden Industriestaaten, sich intensiver mit dem, was sie essen, beschäftigt. Gleichzeitig waren nie zuvor mehr Menschen weltweit übergewichtig. Bleibt die Frage, was man jetzt tun soll, wenn man abnehmen will? Unsere Kartengeschichte fasst das zusammen (siehe ganz oben).