Haben Sie sich schon mal eine Pappe unter die Zunge gelegt? Wissen Sie, dass viel mehr über Crystal Meth gesprochen wird, als dass diese Schreckensdroge tatsächlich in Deutschland genommen wird? Welche psychoaktive Substanz ist die tödlichste? ZEIT ONLINE hilft Ihrem Drogenwissen auf die Sprünge, denn Millionen Menschen berauschen sich, ob mit Alkohol, E-Zigarette oder eben auch illegalem Cannabis oder Ecstasy. Ist das ungesund? Definitiv! Lassen es Menschen deshalb bleiben, schrecken sie Verbote ab? In den meisten Fällen nicht. Der beste Gesundheitstipp ist: Finger weg von allen Drogen.

Global Drug Survey 2018
ZEIT ONLINE ruft auf zur größten Drogenumfrage.

Der ZEIT-ONLINE-Drogenbericht zeigt aber, dass dieser Rat zu kurz greift. Gerade haben uns rund 36.000 Leserinnen und Leser verraten, dass sie hin und wieder oder auch häufig zu allen möglichen psychoaktiven Substanzen greifen. Sie sind nicht allein, geschätzt 247 Millionen Menschen weltweit nehmen verbotene Drogen, die wenigsten – fast 12 Prozent – entwickeln jedoch schwere und dauerhafte Probleme wie Sucht und chronische Krankheiten, 0,08 Prozent tötet der Konsum direkt (World Drug Report, 2016).

Alkohol und Tabak sind dabei nicht eingerechnet, da sie in vielen Ländern legal sind. An den beiden am weitesten verbreiteten Drogen sterben zusammen jedes Jahr rund 10 Millionen Konsumenten auf der Welt. Vermutlich mehr als zwei Milliarden trinken regelmäßig alkoholische Getränke, geschätzt mehr als eine Milliarde Menschen raucht.

Jede Droge schadet dem Körper, ob sie legal ist oder illegal. Aber manchmal gibt es Möglichkeiten, sich weniger zu gefährden. ZEIT ONLINE hat deshalb wichtige Hinweise zu den gängigsten Drogen zusammengefasst, zum selbst sortieren, etwa nach Substanzen mit hohem Suchtfaktor oder pflanzlichen Inhaltsstoffen (weitere Quellen finden Sie unter dem Glossar). Das Glossar sammelt das Wissen von Experten, Präventionsforschern, offiziellen Stellen und aus Umfrageergebnissen. Das kann eine individuelle Suchtberatung keineswegs ersetzen, und wer verbotene Substanzen besitzt, kauft oder verkauft, kann sich strafbar machen (Anlaufstellen in Notfällen und Drogenfragen finden Sie hier). Es gibt aber einen Einblick in die gefährlichsten Stoffe:

Drogen im Check – ein Glossar

  • Cannabis: Die verbotene Massendroge

    Cannabis
    • illegal
    • beruhigend
    • pflanzlich
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Haschisch (zu Klumpen gepresstes Harz des Hanfs) und Gras/Marihuana (getrocknete Blätter, Blüten) werden meist geraucht als Joint. Cannabis wird auch über Wasserpfeifen und Verdampfer oder untergemischt in Keksen, Kuchen und Getränken konsumiert.
    • Wirkung: Cannabis kann durch den Wirkstoff THC anregen, durch die Substanz CBD beruhigend wirken. Meist entspannt Hanf, verändert Sinnes-, Zeit- und Raumwahrnehmung, steigert den Appetit, je nach Stimmung intensivieren sich fröhliche bzw. traurige Gemütslagen.
    • Gefahren: Konsumenten können verwirrt reagieren, Angst- und Panikattacken erleiden, ihnen wird übel und sie haben Probleme, sich zu konzentrieren. Dazu veranlagte Menschen können langfristig Psychosen erleiden. Tödlich ist die Droge nicht.
    • Verbreitung: Hochgerechnet etwas mehr als drei Millionen der 18- bis 64-Jährigen nahmen 2015 Cannabis. Keine verbotene Droge ist in Deutschland verbreiteter. 9,7 Prozent der Jugendlichen und 34,5 Prozent junge Erwachsene haben Erfahrungen mit Hanf.

    Suchtfaktor: Konsumenten werden körperlich nicht süchtig, können aber psychisch abhängig sein. Gelegentlicher Konsum hat meist keine negativen Folgen.

    Hinweise: Keine verbotene Droge wird häufiger genommen. Gesund ist das nicht, vor allem Jugendlichen, die viel konsumieren, schaden Gras und Hasch mehr. Einen sicheren oder gar gesunden Konsum gibt es nicht. Wer Schäden vermeiden will, sollte gar nicht erst anfangen, Cannabis zu nehmen. Es gibt aber Hinweise, wie sich Gefahren zumindest reduzieren lassen, von Menschen, die Erfahrungen damit haben und von Suchtexperten des Global Drug Survey:

    • Nicht mit Tabak mischen beziehungsweise rauchen: Teer und andere Gifte gehen direkt auf die Lunge, wodurch das Krebsrisiko steigt. Das Nikotin im Tabak kann zusätzlich süchtig machen.
    • Dampfen statt Rauchen: Gras zu verdampfen schadet den Atemwegen wohl weniger. Zumindest entstehen weniger Chemikalien. Mit Vaporizern ist der Gehalt des berauschenden Hanfwirkstoffs THC aber oft höher und das High schlechter kontrollierbar.
    • Auto und Rad stehen lassen: Cannabis verändert die Wahrnehmung, man hat Probleme, rasch zu reagieren. Das Unfallrisiko ist hoch. Lieber laufen, den Bus nehmen und nicht allein unterwegs sein.
    • Wissen, was drin ist: Manchmal wird Cannabis gestreckt oder ist mit giftigen Stoffen wie Blei verunreinigt. Eigenanbau könnte helfen, ist aber verboten. Grundsätzlich gilt: Immer erst gering dosieren.
    • Nicht schon morgens anfangen: Man gewöhnt sich schnell an Cannabis. Ohne Rausch ist man leistungsfähiger, kann Dinge besser regeln, auch in der Schule, der Uni oder dem Job.
    • Kontrolle behalten: Viele Probleme entstehen durch zu hohe Dosierung.
    • Pausen machen: Mal einen Monat oder länger zu verzichten, klärt, welche Bedeutung Hanf im Leben hat. Wer selten konsumiert, kann gut zurechtkommen.
    • Bongs und Pfeifen reinigen: Teer oder auch Keime haben so keine Chance.
    • Cannabis essen: Wer Cannabis ins Essen oder in Getränke mischt, riskiert weniger Lungenschäden. Der Rausch kann aber länger anhalten, setzt oft eine Stunde verzögert ein und lässt sich schlechter kontrollieren. Sehr gering dosieren.
    • Nicht inhalieren: Wer kifft, muss nicht tief einatmen, um high zu werden. Inhalieren schadet nur zusätzlich: Mehr Teer lagert sich in der Lunge ab.
    • Hochpotentes Cannabis meiden: Teilnehmer der Global Drug Survey, der größten Drogenumfrage im Netz, beschreiben Gras mit hohem THC-Gehalt (Skunk) oft als besonders unangenehm. Es führe häufiger zu Gedächtnislücken und Paranoia.
  • Arzneimittel: Psychisch wirksame Medikamente zum Berauschen

    Arzneimittel
    • legal
    • aufputschend
    • beruhigend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Es gibt Arzneien als Pillen, Kapseln, in flüssiger Form, als Pulver oder Zäpfchen. Psychisch wirksame Medikamente sind meist verschreibungspflichtig.
    • Wirkung: Stimulanzien, wie Ritalin, putschen auf, Schlaf- und Beruhigungsmittel (etwa Valium, Benzodiazepine) dämpfen und entspannen. Antidepressiva (zum Beispiel Trevilor) hellen die Stimmung auf und lindern Ängste, Analgetika, wie etwa Opiate, lindern Schmerzen.
    • Gefahren: Wer Arzneien ohne ärztlichen Rat nimmt, kann rasch körperliche und psychische Probleme entwickeln. Viele Medikamente lösen Entzugserscheinungen aus und können langfristig die Organe schädigen.
    • Verbreitung: 2015 nahmen circa 24 Millionen Deutsche in den 30 für der Befragung ein Schmerzmittel, 2,5 Millionen ein Antidepressivum. Die meisten hatten dafür ein Rezept. 2,65 Millionen schluckten Arzneimittel in gesundheitlich bedenklichen Mengen.

    Suchtfaktor: Viele Arzneien können schnell psychisch wie körperlich abhängig machen. Das gilt vor allem für Aufputschendes, Beruhigungs- und Schmerzmittel, weniger für Antidepressiva.

    Hinweise: Wer vor allem verschreibungspflichtige Medikamente nimmt, um sich zu berauschen, erhöht sein Risiko für Gesundheitsschäden, wenn er gleichzeitig Alkohol trinkt und/oder andere Drogen konsumiert. Die Wechselwirkungen können lebensgefährlich sein. Der beste Rat ist, auf Drogenerfahrungen mit Medikamenten zu verzichten.

  • Alkohol: Die beliebteste und damit gefährlichste Droge

    Alkohol
    • legal
    • aufputschend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Alkohol wird hauptsächlich getrunken in Form von Wein, Bier, Sekt, Schnaps und Mischgetränken.
    • Wirkung: Wer betrunken ist, reagiert enthemmt und weniger ängstlich, entspannt, rede- und risikofreudiger, verliert die Kontrolle über Bewegungen und Sprache.
    • Gefahren: Alkohol ist ein Zellgift, zu viel davon schädigt das Gehirn, Organe wie die Leber und das Nervensystem. Langfristig kann sich die Persönlichkeit verändern. Komasaufen kann tödlich enden.
    • Verbreitung: Zwei Drittel aller Jugendlichen und etwa 95 Prozent aller jungen Erwachsenen haben Alkoholerfahrungen. Rund 37 Millionen der 18- bis 64-jährigen gaben 2015 an, in den letzetn 30 Tagen getrunken zu haben.

    Suchtfaktor: Sehr hoch. 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, 9,5 Millionen übertreiben es regelmäßig. Etwa 74.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Folgeerkrankungen und zu einem geringeren Anteil an Überdosierungen.

    Hinweise: Alkohol ist die einzige Droge, für die es offizielle Tipps für einen risikoarmen Konsum gibt: Männer sollten täglich höchstens einen halben Liter Bier oder zwei Gläser Wein (0,2 Liter) trinken – Frauen nicht mehr Alkohol als in einem kleinen Glas Bier (0,25 Liter) oder Wein (0,1 Liter) steckt. Das Problem: Viele trinken bewusst mehr, weil sie den Rausch wollen. Umfragen unter Drogenkonsumenten, wie der Global Drug Survey, richten sich an diese Menschen und geben Hinweise, wie sie ihr Trinkverhalten so steuern können, dass es ihnen möglichst wenig schadet:

    • Mindestens zwei Tage Pause pro Woche: Natürlich ist es keine gute Idee, an den anderen fünf Tagen exzessiv zu trinken.
    • Erst essen, dann trinken: Wer satt ist, wird weniger rasch betrunken. Auch das Risiko sinkt, dass man sich später übergibt und sich die Magenschleimhäute entzünden.
    • Mehrmals im Jahr zwei Wochen Pause machen: Drinks sollten keine große Rolle im Leben spielen.
    • Wasser trinken: Alkohol entzieht dem Körper tatsächlich Wasser. Das ist auch der Grund für den Kater am nächsten Tag.
    • Hochprozentiges meiden: Schnaps, Wodka, Gin oder Rum machen sehr schnell betrunken. Nicht selten verpasst man so den Moment, in dem es zu viel war.
  • Tabak: Keine Droge führt zu mehr Todesfällen

    Tabak
    • legal
    • aufputschend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • pflanzlich
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Meist werden die getrockneten Blätter der Tabakpflanze geraucht, etwa als Zigarette, in der Pfeife oder Wasserpfeife. Tabak ist auch zum Schnupfen und Kauen erhältlich. Der Wirkstoff Nikotin gelangt auch über die E-Zigarette in den Körper.
    • Wirkung: Das Nikotin im Tabak macht wach, regt an und hebt leicht die Stimmung.
    • Gefahren: Bis zu 110.000 Deutsche sterben jedes Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums. Nikotin ist ein starkes Nervengift und löst Entzugserscheinungen aus. Rauchen fördert Bronchitis und Asthma und kann Krebs auslösen, vor allem in Lunge, Rachen und Kehlkopf.
    • Verbreitung: 14,6 Millionen der 18- bis 64-Jährigen (29 Prozent) gaben 2015 an, in den letzten 30 Tagen geraucht zu haben, drei Millionen rauchten 20 oder mehr Zigaretten täglich. Jugendliche nehmen Abstand: 79 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben noch nie geraucht.

    Suchtfaktor: Nikotin macht körperlich und psychisch abhängig. Mediziner gehen davon aus, dass etwa die Hälfte aller Raucher süchtig ist. Damit hat Nikotin ein ähnlich hohes Suchtpotenzial wie Heroin, nur Crack (Kokain) macht noch mehr Konsumenten abhängig.

    Hinweise: Neben Nikotin ist vor allem der Rauch und die Verbrennung von Inhaltsstoffen wie Teer sehr ungesund und schadet direkt der Lunge. Die E-Zigarette ist eine Alternative, allerdings kann hier die Dosierung des Nikotins problematisch sein und schneller in die Sucht führen (siehe auch E-Zigarette in diesem Glossar).

  • Koffein (Kaffee/Energydrinks): Die am häufigsten genommene psychoaktive Substanz

    Koffein (Kaffee/Energydrinks)
    • legal
    • aufputschend
    • pflanzlich
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Kaffee wird weltweit getrunken, die gerösteten und gemahlenen Bohnen der Kaffeepflanze enthalten Koffein. Der Wirkstoff steckt auch in Tee, Energydrinks, Limonaden und wird zudem in Tablettenform verkauft.
    • Wirkung: In kleinen Mengen macht Koffein wach, verbessert Konzentration und Stimmung und regt den Darm an.
    • Gefahren: Zu viel Koffein führt zu Herzrasen, Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe, Zittern, Schlafstörungen und Angst. Ab zehn Tassen Kaffee können sich Vergiftungserscheinungen zeigen. Extreme Mengen (100 Tassen Kaffee) können einen Menschen töten.
    • Verbreitung: 85 Prozent der Deutschen trinken Kaffee, im Schnitt drei Tassen am Tag. Regelmäßig Energydrinks bekommen 13 Prozent der 3- bis 10-Jährigen. Sechs Prozent der 10- bis 18-Jährigen (360.000) trinken vier oder mehr Energydrinks pro Woche (Stand 2012).

    Suchtfaktor: Wer täglich Kaffee trinkt, dessen Körper will nach einiger Zeit höhere Dosen Koffein. Damit kann Koffein körperlich Abhängigkeit auslösen mit Entzugserscheinungen, die anderthalb Wochen anhalten können.

    Hinweise: Dauerhafter Konsum kann zu chronischer Erschöpfung führen. Es gibt Empfehlungen der europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit, wie viel Koffein noch in Ordnung ist, wobei gute Studien zu gesundheitlichen Schäden fehlen.

    • Grob heißt es, dass ein durchschnittlicher Erwachsener täglich nicht mehr als 400 Milligramm Koffein zu sich nehmen sollte. Das sind etwa drei Tassen Filterkaffee, zwei Energydrinks oder zwei Liter Cola.
    • Eine Tasse Kaffee (125ml) enthält übrigens 80 bis 120 Milligramm Koffein, ein gewöhnlicher Energydrink (500ml) etwa 160 Milligramm.
    • Keine Vorgaben gibt es für Kinder und Jugendliche, die wohl deutlich empfindlicher auf Koffein reagieren.
    • Auf einmal sollte keine Menge über 200 Milligramm konsumiert werden. Menschen vertragen Koffein unterschiedlich gut, doch sind Herzrhythmusstörungen eine oft beobachtete Folge.
    • Energydrinks gemischt mit Alkohol sind gefährlich und können bei hohem und raschem Konsum (etwa ab zwei bis drei Dosen à 500ml) in Einzelfällen lebensgefährlich sein, weil das Herz aus dem Takt geraten kann. Gleiches gilt für Koffein in hohen Mengen – auch ohne Alkohol.
  • Heroin: Die wohl tödlichste verbotene Droge

    Heroin
    • illegal
    • aufputschend
    • beruhigend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • pflanzlich
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Das beige oder hellbraune Pulver wird geraucht, geschnupft, selten geschluckt, aber vor allem gespritzt. Heroin ist ein Opioid und wird chemisch aus dem Saft des Schlafmohns hergestellt.
    • Wirkung: Die Droge kann beruhigen und Schmerz lindern, gleichzeitig euphorisieren und das Wohlbefinden steigern. Die Wirkung kann bis zu fünf Stunden anhalten.
    • Gefahren: Wer regelmäßig Heroin nimmt, wird rasch körperlich und psychisch abhängig. Riskante bis tödliche Überdosierungen sind so häufig wie bei keiner anderen Droge. Schwere Entzugserscheinungen sind typisch, mit Schlaflosigkeit, Krämpfen bis hin zu Organschäden.
    • Verbreitung: Gering. Vage Hochrechnungen gehen davon aus, dass 153.000 Menschen in Deutschland Heroin und andere Opiate konsumierten (2015). Unter Jugendlichen spielt die Droge kaum eine Rolle.

    Suchtfaktor: Sehr hoch. Selbst wer selten Heroin nimmt, lebt äußerst gefährlich. Einen risikoarmen Gebrauch gibt es prinzipiell nicht. Besonders wer sich Drogen spritzt, schadet seinem Körper erheblich. An keiner illegalen Droge sterben mehr Menschen. Derzeit werden mehr als 77.000 in Deutschland wegen einer Abhängigkeit behandelt.

    Hinweise: Nicht nur ist Heroin eine der schädlichsten und tödlichsten Stoffe, unter Konsumenten ist das Risiko, sich mit Erregern wie HIV oder Hepatitis anzustecken, sehr viel höher als im Rest der Bevölkerung. Das liegt vor allem an verunreinigten Nadeln und Spritzbesteck, das sich Konsumenten teilen. Selbst wer Drogen schnupft – mit Geldscheinen oder Röhrchen zum Beispiel – steckt sich leichter mit Hepatitis oder Herpes an.

  • Ecstasy (MDMA): Beliebt in Clubs, auf Partys und Festivals

    Ecstasy (MDMA)
    • illegal
    • aufputschend
    • synthetisch
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: MDMA wird meist als Pille oder Pulver geschluckt. Manche schnupfen die künstlich im Labor hergestellte Droge oder lösen sie in Getränken auf.
    • Wirkung: Die Stimmung kann sich verbessern, Konsumenten sind leistungsfähiger, empathischer, extrovertierter, haben weniger Angst und sind kontakt- und redefreudiger. Das kann stundenlang anhalten.
    • Gefahren: Übelkeit kann vorkommen, Verlust des Hunger- und Durstgefühls, kognitive Beeinträchtigungen bis hin zu Herzrasen, Kreislaufkollaps, Nieren- und Leberversagen und inneren Blutungen. Langfristig können Depressionen und psychotische Störungen auftreten.
    • Verbreitung: Nur 0,6 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen und vier Prozent aller 18- bis 25-Jährigen in Deutschland haben MDMA schon mal probiert. Vage hochgerechnet konsumierten 306.000 Menschen 2015 Ecstasy (0,6 Prozent der 18- bis 64-Jährigen).

    Suchtfaktor: Wer es gelegentlich konsumiert, etwa einmal im Monat, entwickelt selten eine Sucht oder psychische Störung. Allerdings gewöhnt man sich rasch an Ecstasy, was die Dosierungen schnell steigern kann.

    Hinweise: Wer Ecstasy nimmt, lebt riskant. Der Konsum schadet und ist verboten. Deshalb sollte man es bleiben lassen. Das sagen Nutzer und Suchtexperten vom Global Drug Survey, wie sich Schäden verringern lassen:

    • Viel Wasser trinken und am besten keinen Alkohol, um den erhöhten Flüssigkeitsverbrauch auszugleichen.
    • Gering dosieren und nicht mit anderen Drogen kombinieren.
    • Zwischen Trips mindestens zwei, besser vier Wochen oder länger pausieren.
    • Pillen oder Pulver vor dem Konsum falls möglich anonym im Labor auf Inhaltsstoffe testen lassen.
    • Wer sich schlecht, nervös oder traurig fühlt, sollte auf MDMA verzichten.
    • Tanzpausen einlegen und Frischluft tanken, um einen Hitzschlag zu vermeiden.
    • Wenn man merkt, dass die gleiche Dosis schwächer wirkt, eine Pillenpause von mindestens einem Monat einlegen.
  • Legal Highs/NPS: Kräutermischungen, Pflanzendünger oder Badesalze für den Rausch

    Legal Highs/NPS
    • legal
    • aufputschend
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • pflanzlich
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Die teils künstlich hergestellten Stoffe werden als neue psychoaktive Substanzen (NPS) bezeichnet. Es gibt sie in Tabletten-, Pulver- oder Kapselform, manche Kräutermischungen werden geraucht.
    • Wirkung: Sehr unterschiedlich. Legal Highs sollen Substanzen wie Amphetamin, Ecstasy, LSD oder auch Cannabis nachahmen. Sie sind in ständig neuer chemischer Zusammensetzung im Umlauf, was sie unberechenbar macht.
    • Gefahren: Zum Teil sind die Stoffe aus bunten Tütchen oder Kapseln lebensgefährlich. Sie können zu Erbrechen, Wahnvorstellungen, Organ- und Hirnschäden führen. Todesfälle durch Überdosierungen sind möglich.
    • Verbreitung: 2,2 Prozent der 18- bis 25-Jährigen sagten 2015, sie mal ausprobiert zu haben. Wer sie in den zwölf Monaten vor der Umfrage genommen hatte, ist kaum messbar. Vage Hochrechnungen gehen von 459.000 Konsumenten in Deutschland aus (2015).

    Hinweise: Selten ist bekannt, wie gefährlich und schädlich Legal Highs sind. Sie werden vor allem online vertrieben. Händler bieten die Substanzen als legal erhältliche Badesalze, Kräutermischungen, Lufterfrischer oder Pflanzendünger an, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Die Wirkstoffe sind oft neue oder leicht abgewandelte chemische Verbindungen bereits bekannter psychoaktiver Substanzen. So sind sie auch noch nicht auf den Verbotslisten für Drogen gelandet. Manchmal tauchen Reinstoffe auf, die auch Research Chemicals genannt werden. Deren Wirkung, Giftigkeit und Gefahrenpotenzial ist nicht annähernd bekannt. Damit sind neue psychoaktive Substanzen im Zweifel lebensgefährlich und unberechenbar.

  • Crystal Meth (Methamphetamin): Die Schreckensdroge, über die viel gesprochen wird

    Crystal Meth (Methamphetamin)
    • illegal
    • aufputschend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • Konsum: Die künstlich hergestellten Kristalle gehören zu den Amphetaminen (wirken aber stärker) und werden zerkleinert geschnupft oder geraucht. In Wasser gelöst spritzen sich Menschen auch Crystal oder führen es rektal ein.
    • Wirkung: Wer Crystal nimmt, ist wacher und leistungsfähiger, verliert Appetit und Durst und nimmt unter anderem seine Umgebung intensiver wahr. Die Effekte können bis zu 20 Stunden anhalten.
    • Gefahren: Es beginnt mit Herzrasen, Kopfschmerzen und Angstzuständen. Rasch können Erschöpfung und Schlaflosigkeit hinzukommen. Dauerhaft fördert es Aggressionen und Verfolgungswahn bis hin zu Psychosen.
    • Verbreitung: Sehr gering in der Bevölkerung der 18- bis 64-jährigen (0,2 Prozent), trotz der medialen Aufmerksamkeit. Vage Hochrechnungen gehen von 106.000 Konsumenten aus (2015). Unter Jugendlichen ist die Verbreitung nicht verlässlich messbar.

    Suchtfaktor: Crystal Meth macht sehr rasch abhängig, bei Entzug können Depressionen und paranoide Zustände auftreten.

    Hintergründe: Die Droge wird zwar in Deutschland wenig konsumiert, aber wohl quer durch die Gesellschaft – Handwerker, Mütter und Manager nehmen sie. Es ist keine Unterschichtendroge, wie häufig behauptet wird. Crystal Meth lagert sich bei dauerhaftem Konsum zum Beispiel in den Hautschichten ab, viele Süchtige drücken stundenlang an den Unreinheiten herum. Andere zerkratzen sich im Rausch das Gesicht. Bekannt sind die schockierenden Bilder von Konsumenten aus den USA: verfaulte Zähne, zerfurchte Gesichter. Faces of Meth heißt die Kampagne, mit der die US-Regierung vor der Droge warnt. Doch die Bilder täuschen. Die körperlichen Folgen werden erst nach jahrelangem Konsum sichtbar.

  • Kokain/Crack: Crack führt zu größten mentalen Schäden

    Kokain/Crack
    • illegal
    • aufputschend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • pflanzlich
    • psychisch sehr schädlich
    • Konsum: Kokain wird geschnupft, geraucht oder gespritzt. Das weiße Pulver wird aus dem Wirkstoff in den Blättern der Kokapflanze chemisch hergestellt. Crack, also Kokain-Kristalle entstehen, indem das Pulver mit Wasser und Backpulver verbacken wird.
    • Wirkung: Kokain putscht rasch auf und euphorisiert. Das zentrale Nervensystem wird stark angeregt und löst die Ausschüttung von Hormonen wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin aus.
    • Gefahren: Der Konsum kann rasch zu Kontrollverlust, hohem Blutdruck und Appetitlosigkeit führen. Neben Wahnvorstellungen und dauerhaften Psychosen nehmen Organe langfristig Schaden, Suizidgedanken, komatöse Zustände und Schlaganfälle sind möglich.
    • Verbreitung: Wenige Jugendliche (0,5 Prozent) und junge Erwachsene (2,9 Prozent) haben Erfahrungen mit Kokain (2015). Insgesamt gehen vage Hochrechnungen von 306.000 aktuellen Konsumenten in der deutschen Bevölkerung aus (0,6 Prozent der 18- bis 64-Jährigen).

    Suchtfaktor: Hoch. Kokain ist eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, besonders wenn es als Crack geraucht oder gar gespritzt wird. Crack hat mit die größten mentalen Schäden zur Folge.

    Hinweise: Auf dem Schwarzmarkt gehandeltes Kokain steckt nicht selten voller weiterer giftiger Inhaltsstoffe. Oft sind darunter auch Amphetamine oder Medikamentenreste. Wer sich Drogen spritzt, für den sind Risiko und Abhängigkeitspotenzial unberechenbar. Kokain oder Crack auf eine sichere Weise oder risikoarm zu nehmen, ist nicht möglich. Man sollte es sein lassen.

  • Psychoaktive Pilze: Mit Psilocybin zu Halluzinationen

    Psychoaktive Pilze
    • illegal
    • pflanzlich
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Die getrockneten und bräunlichen Pilze, Magic Mushrooms oder auch Psilos werden meist geschluckt oder gegessen.
    • Wirkung: Der Stoff Psilocybin ist wie LSD ein Halluzinogen und löst eine komplett veränderte Wahrnehmung aus. Sinneseindrücke werden intensiver, die Grenze zwischen dem Ich und der Umwelt verschwimmt – Wachträume und Euphorie treten auf.
    • Gefahren: Herzrasen, Übelkeit und verwirrte Zustände mit Panik und Angst können vorkommen. Flashbacks sind möglich. Bei Veranlagung können Psychosen und Wahnvorstellungen bestehen bleiben.
    • Verbreitung: 3,6 Prozent der 18- bis 25-Jährigen sagten 2015, psychoaktive Pflanzen schon mal probiert zu haben. Unter Jugendlichen ist dies kaum zu ermitteln. Vage Hochrechnungen kommen auf 204.000 Konsumenten in Deutschland (2015).

    Suchtfaktor: Gering. Pilze beziehungsweise Psilocybin macht körperlich nicht abhängig. Die psychischen Folgen dauern in der Regel nicht an. Allerdings gewöhnt sich der Körper schnell daran. Wer in kurzen Abständen Pilze nimmt, steigert oft rasch die Dosis, um die gleichen Effekte zu erzielen.

    Hinweise: Wer die Pilze selbst sammelt, kann die Arten leicht verwechseln, es besteht Vergiftungsgefahr. Die Substanz Psilocybin ist als solche für den Körper übrigens nicht giftig. Grundsätzlich ist es zudem nicht ratsam, Pilze mit Alkohol und anderen Drogen zu mischen. Dies kann gefährliche Wechselwirkungen und Überdosierungen auslösen.

  • E-Zigarette: Dampfen statt Rauchen – eine Alternative?

    E-Zigarette
    • legal
    • aufputschend
    • beruhigend
    • hoher Suchtfaktor
    • synthetisch
    • Konsum: Beim Dampfen werden über einen Vaporisator nikotinhaltige Flüssigkeiten (Liquids) inhaliert.
    • Wirkung: Meist anregend. Nikotin macht wacher, manche fühlen sich sogar leistungsfähiger. Viele beruhigen und entspannen, wenn sie dampfen.
    • Gefahren: Nikotin ist in größeren Mengen extrem giftig für die Zellen des Körpers, auch in Flüssigkeiten. Es kann schwere Entzugserscheinungen ausösen, etwa Zittern, Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwäche.
    • Verbreitung: Noch gering. Nach einer repräsemtativen Umfrage aus dem Jahr 2015 probierten fünf Millionen Deutsche die E-Zigarette schon einmal aus. Die allerwenigsten konsumierten aber weiter. Besonders unter 16- bis 29-Jährigen war die Probierquote hoch.

    Suchtfaktor: Nikotin macht körperlich und psychisch abhängig. Unter Zigarettenrauchern gelten mehr als die Hälfte als süchtig. Genaue Untersuchungen zu E-Zigaretten fehlen.

    Hinweise: Die E-Zigarette gilt als risikoärmere Alternative zur herkömmlichen Zigarette. Tatsächlich werden durchs Dampfen keine krebserregenden Stoffe inhaliert, die beim Verbrennen des Tabaks entstehen. Allerdings können die Liquids hohe Mengen Nikotin enthalten und beim Verdampfen mit hoher Voltzahl können giftige Dämpfe (zum Beispiel Formaldehyd) entstehen. Genauere Empfehlungen und Studien zur Gefährlichkeit von E-Zigaretten stehen noch aus. Es gibt aber Indizien und Untersuchungen die zeigen, dass sie zur Raucherentwöhnung einsetzbar sein könnte.

  • LSD: Pappen zum Feiern und Entspannen

    LSD
    • illegal
    • synthetisch
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Der synthetisch hergestellte Stoff wird als Lösung auf Löschpapier (Pappen) oder scheibenförmigen Partikeln geschluckt oder unter die Zunge gelegt. Manche träufeln es sich ins Auge oder spritzen sich LSD.
    • Wirkung: Schon kleinste Mengen haben starke Effekte und verändern die komplette Wahrnehmung. Es täuscht die Sinne und macht berührungsempfindlicher. Einige erleben sich auf LSD selbst außerhalb des eigenen Körpers.
    • Gefahren: Verwirrtheit, Panik und Angszustände können vorkommen, Wahnvorstellungen bis hin zu dauerhaften Psychosen (bei Veranlagung) sind möglich.
    • Verbreitung: Bis zu 1,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen gaben 2015 an, LSD mal ausprobiert zu haben. Insgesamt ist die Zahl der Konsumenten in Deutschland klein. Sie wird vage mit 153.000 angegeben (0,3 Prozent der 18- bis 64-Jährigen).

    Suchtfaktor: LSD macht körperlich nicht abhängig und ist nicht direkt giftig. Meist sind die psychischen Folgen rasch wieder vorbei.

    Hinweise: Gefährlich sind vor allem hohe Dosen. Ziemlich riskant ist auch, LSD mit anderen Drogen oder Medikamenten zu nehmen. Wer auf LSD ist, spürt mitunter die Wirkung von Alkohol nicht, deshalb besteht das Risiko einer Überdosierung. Wer etwa MDMA und LSD mischt, dem droht bei hohen Dosierungen ein Hitzschlag.

    LSD vom Schwarzmarkt kann mit anderen Stoffen verunreinigt und dadurch lebensgefährlich sein. Die Wirkung der Droge hängt auch davon ab, wie man sich zum Zeitpunkt des Trips fühlt. Die Persönlichkeit des Konsumenten spielt eine Rolle dabei, ob der Highzustand eher negativ oder positiv wahrgenommen wird.

    Die größte Gefahr sind Unfälle oder selbstzerstörerisches Verhalten durch die verzerrte Wahrnehmung. Manche überschätzen sich etwa auf dem Trip und denken, sie könnten fliegen oder fahrende Autos stoppen.

  • Amphetamin (Speed): Die Doping-Droge für Ehrgeizige

    Amphetamin (Speed)
    • illegal
    • aufputschend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • Konsum: Amphetamine werden im Labor hergestellt, als Pulver, Paste, in Form von Kristallen, manchmal auch als Plille. Komsumenten schlucken, rauchen, schnupfen oder spritzen sie.
    • Wirkung: Je nach der Chemie des Stoffes ist sie unterschiedlich: Häufig fühlen sich Menschen durch Amphetamine wacher, leistungsfähiger, nehmen Sinneseindrücke intensiver wahr und haben auch Halluzinationen. Effekte halten bis zu sechs Stunden an.
    • Gefahren: Herzrasen, Kopfschmerzen, aggressives und ängstliches Verhalten, auch mit Wahnvorstellungen und langfristigen psychischen Schäden sind möglich. Besonders riskant wird es für Epileptiker oder Menschen mit Bluthochdruck.
    • Verbreitung: Gering. Wenig zuverlässige Zahlen von 2015 gehen von 534.000 Menschen in ganz Deutschland aus, die Amphetamine nahmen. Unter Jugendlichen ist die Droge kaum verbreitet.

    Suchtfaktor: Unterschiedlich hoch. Einige, die nur gelegentlich Speed nehmen, entwickeln keinerlei Abhängigkeiten. Andere können süchtig werden. Rauchen und Spritzen von Amphetaminen erhöht das Suchtrisiko stark.

    Hinweise: Amphetamine können mit anderen gefährlichen Stoffen gestreckt sein. Beim Spritzen und Schnupfen ist das Risiko höher sich mit Krankheiten wie Hepatitis oder Herpes anzustecken oder auch HIV, dem Erreger von Aids. Dies gilt, wenn Nadeln von mehreren benutzt werden oder auch für verschmutzte Schnupfröhrchen und Geldscheine. Lebensgefährlich wird es auch, wenn Speed mit anderen Drogen gemischt wird. Überdosierungen und weitere Nebenwirkungen können direkte Schäden auslösen oder zu Selbstüberschätzung und Unfällen führen.

  • Ketamin: Die Narkose-Droge, um dem Alltag zu entfiehen

    Ketamin
    • illegal
    • aufputschend
    • beruhigend
    • synthetisch
    • Konsum: Meist wird der in der Medizin für kurze Narkosen verwendete Stoff geschnupft oder über eine Spritze in den Muskel injiziert.
    • Wirkung: Wenig Ketamin kann stimulieren, höhere Dosen betäuben eher. Stundenlange Halluzinationen sind möglich, die Körperwahrnehmung verändert sich teils derart, dass Grenzen zwischen Umwelt und Ich verschwinden. Man fühlt sich vom Körper losgelöst.
    • Gefahren: Verwirrtheit, Angst, Übelkeit, Koordinationsproblemen – das sind typische Nebenwirkungen. Das Schmerzempfinden lässt nach, ebenso das Reaktionsvermögen. Langfristig können Gedächtnislücken und Schlafprobleme auftauchen.
    • Verbreitung: In Deutschland nutzen wohl nur sehr wenige Ketamin als Droge, genaue Zahlen fehlen. Von Ärzten wird es als Arzneimittel in der Schmerztherapie und Notfallmedizin verwendet.

    Hinweise: Gefährlich wird Ketamin, wenn zusätzlich andere Beruhigungsmittel genommen werden. Das kann die Wirkung verstärken und tödlich enden. Als Pulver wird es häufig von Drogenherstellern gestreckt und ist damit unberechenbar. Wer sich Ketamin spritzt, kann sich Infektionen wie HIV, Hepatitis und anderes einfangen, wenn er Nadeln teilt oder diese schmutzig sind.

  • Inhalanzien: Lachgas, Klebstoff, Poppers – Drogen zum Schnüffeln

    Inhalanzien
    • illegal
    • aufputschend
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Wie der Name schon sagt, werden Inhalanzien eingeatmet. Meist handelt es sich um giftige Lösungsmittel oder nitrithaltige Stoffe (Poppers). Wer sie in flüssiger Form trinkt, veräzt sich schwer und riskiert sein Leben.
    • Wirkung: Je nach Stoff sehr unterschiedlich und auch abhängig von der Stimmung des Konsumenten. Möglich sind hemmungsloses Verhalten oder verstärkte Sinneseindrücke.
    • Gefahren: Schwindelgefühle sind noch die harmlosesten negativen Effekte. Wer Inhalanzien nutzt, riskiert Organ- und Nervenschäden und langfristig Herzrhythmusstörungen bis hin zu Krebs und Impotenz.
    • Verbreitung: Jeder zehnte 15- bis 16-Jährige hat schon mal geschnüffelt, ergab eine Umfrage von 2011. Viele hören nach den ersten Versuchen wieder auf.

    Suchtfaktor: Wer oft schnüffelt, kann psychisch abhängig werden. Manche konsumieren gelegentlich Lachgas oder andere Stoffe, ohne süchtig zu werden.

    Hinweise: Lösungsmittel, Klebstoffe, Lacke und dergleichen sind sehr riskant und gefährlich. Organische Stoffe sind hochgiftig. Wer direkt aus Spraydosen inhaliert, atmet mitunter krebserregende Stoffe in hoher Konzentration ein. Toxisch sind zudem Klebstoffe oder Verdünner. Verätzungen und Erfrierungen (durch Spraydosen) der Schleimhäute sind möglich. Einen gefahrlosen Konsum solcher Mittel gibt es nicht.

  • Drogen (allgemein): Alles, was Menschen nehmen, um sich zu berauschen

    Drogen (allgemein)
    • legal
    • illegal
    • aufputschend
    • beruhigend
    • hoher Suchtfaktor
    • körperlich sehr schädlich
    • synthetisch
    • pflanzlich
    • psychisch sehr schädlich
    • geringer Suchtfaktor
    • Konsum: Drogen, oder besser psychoaktive Substanzen werden unter anderem geschluckt, geraucht, getrunken, geschnupft, gegessen, gespritztn und geschnüffelt.
    • Wirkung: Menschen nehmen Drogen, um abzuschalten, Spaß zu haben, lockerer zu werden, Schmerzen zu lindern oder Süchte zu befriedigen. Das ist meist mit erheblichen Gefahren verbunden.
    • Gefahren: Egal, ob erlaubte oder verbotene Stoffe: Jede Droge schadet uns. Gleichzeitig sind sie im Alltag verbreitet. Lediglich 12 Prozent aller Menschen die verbotene Stoffe konsumieren, bekommen schwere gesundheitliche Probleme wie eine Suchterkrankung.
    • Verbreitung: Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens mit psychoaktiven Substanzen in Kontakt und sei es nur über Koffein oder Medikamente.

    Hinweise zum Gebrauch:

    • Eins vorweg: Es gibt keinen sicheren Konsum von Drogen, der beste Rat ist, ganz auf sie zu verzichten
    • Vorab über Gesundheitsrisiken informieren und über Gefahren Bescheid wissen
    • Die typischen Symptome einer Droge kennen
    • Wechselwirkungen mit anderen Drogen/Medikamenten klären
    • Eigene (genetische) Veranlagung zu negativen Drogeneffekten prüfen
    • Mögliche Strafen (durch Konsum und Besitz) kennen
    • Angemessenen Ort und angemessene Gelegenheit für den Gebrauch wählen
    • Verantwortung abgeben für Aufgaben, die mit dem Rausch nicht vereinbar sind (anschließendes Auto- oder Radfahren zum Beispiel, Arbeit)
    • Keine Substanzen gemischt oder parallel einnehmen
    • Nichts konsumieren, wenn die Dosierung unklar ist
    • Gebrauch an individuelle Verfassung anpassen
    • Gesundheitliche Veränderungen beobachten
    • Konsum ändern, wenn andere Lebensbereiche darunter leiden
    • Umfeld einweihen, Feedback annehmen, wenn nötig professionelle Hilfe suchen