Global Drug Survey 2018
ZEIT ONLINE ruft auf zur größten Drogenumfrage.

ZEIT ONLINE hat seine Leserinnen und Leser 2016 gefragt, und 35.918 haben Ja gesagt. Sie nehmen Drogen. Die meisten Menschen in Deutschland tun es, sei es morgens der Kaffee, die Zigarette zwischendurch, das Bier nach Feierabend oder der Joint am Wochenende. Zusammen mit der größten internationalen Drogenumfrage im Netz, dem Global Drug Survey, wollte ZEIT ONLINE wissen, wie oft seine Leser es tun, warum und wie es ihnen dabei geht. Das sind die wichtigsten Antworten, zusammengefasst als Kartengeschichte:

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© [M] goashape/unsplash.com
Drauf wie nie?

Drauf wie nie?

Der Global Drug Survey ist die größte Drogenumfrage im Netz. 115.000 Menschen nahmen teil, rund ein Drittel waren Deutsche. Aber wer genau?

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© Flo Karr/unsplash
35.918 ZEIT-ONLINE-Leser

35.918 ZEIT-ONLINE-Leser

Wir haben explizit nur Menschen gefragt, die Drogen nehmen: Wie geht es Ihnen damit? Das Ziel: Wer weiß, was er tut, schadet sich weniger.

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69 Prozent Männer und 31 Prozent Frauen nahmen teil. Im Schnitt waren sie 31 Jahre alt.

Alter und Geschlecht

69 Prozent Männer und 31 Prozent Frauen nahmen teil. Im Schnitt waren sie 31 Jahre alt.

Wer hat in Deutschland mitgemacht?

Fast die Hälfte hat einen Uni-Abschluss, 24 Prozent studieren, zwei Drittel sind fest angestellt.

Ausbildung und Beruf

Fast die Hälfte hat einen Uni-Abschluss, 24 Prozent studieren, zwei Drittel sind fest angestellt.

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Falsch. Die meisten sind für strenge Cannabisgesetze, nur sechs Prozent der Befragten fordern keinerlei Vorgaben für den Verkauf. 68 Prozent sagen, Hanfprodukte sollten nur in speziellen Läden verkauft werden, erst ab 18 (63 Prozent) und mit Hinweisen auf mögliche Schäden (52 Prozent). Mehr als ein Drittel (38 Prozent) ist für ein Werbeverbot.

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Richtig. Der Wirkstoff Psilocybin ist ungiftig und wirkt nur kurz, hohe Dosen können aber Panik und Angst auslösen. Doch berichten nur 0,2 Prozent aller Konsumenten, dass sie im letzten Jahr den Notruf 112 wählen mussten. Wer Alkohol trank, rief in 1,3 Prozent der Fälle Hilfe. Die größte Gefahr bei Pilzen: sie mit giftigen Sorten zu verwechseln.

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Wer Drogen nimmt, hat seine Gründe. Die wenigsten sind verwerflich. Warum trinken Menschen Alkohol oder kiffen? Weil ihnen das Glas Wein, das Bier oder der Joint so gut schmecken? Mag sein, doch viele trinken oder rauchen zum Beispiel Gras, um lockerer zu werden, weil es Spaß macht, weil sie ausgelassener feiern wollen oder auch, um sich zu entspannen.

Das kann in einer Sucht enden, gerade für starke Trinker sogar schlimmstenfalls tödlich. Weltweit sterben jährlich 3,3 Millionen Menschen an Alkohol und seinen Folgen, 15,3 Millionen gelten als abhängig (Weltgesundheitsorganisation, WHO). Doch die meisten der wohl mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit, die trinken, schaden sich zwar gesundheitlich, aber entwickeln nicht sofort Suchtprobleme (Global Status Report on Alcohol, WHO, 2004).

Gleiches gilt übrigens für verbotene Drogen. Geschätzt 247 Millionen kifften, schnupften, schluckten, rauchten und konsumierten im Jahr 2014 Illegales – von Cannabis über LSD bis hin zur wohl tödlichsten Droge Heroin (World Drug Report, 2016). Doch 88 Prozent dieser Menschen wurden nicht schwer abhängig oder rutschen sozial ab (The Lancet: Beyrer et al., 2016).

Was der Zahlenvergleich verdeutlicht: Die allermeisten, die Drogen nehmen – ganz gleich ob Verbotenes oder Erlaubtes – kommen im Alltag gut damit zurecht. Natürlich gibt es so etwas wie einen sicheren oder gar gesunden Konsum nicht, für keinen Stoff. Der beste Rat wäre, es sein zu lassen. Doch die meisten Menschen entscheiden anders.

Genau diese Frauen und Männer hat ZEIT ONLINE mit dem Global Drug Survey anonym befragt. Bereits zum vierten Mal in Deutschland. Das Ziel: über die Jahre ein deutlicheres Bild zu bekommen, was Drogenkonsum bedeutet und zu ergründen, warum Menschen den Rausch suchen. Nicht um zu verharmlosen, sondern um aufzuklären. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die meisten Menschen nehmen Drogen aus Vergnügen und zum Genuss. Eine Minderheit greift zu ihnen, um Leiden und psychische Probleme zu lindern.
  • Verbote hindern die wenigsten daran, Drogen zu nehmen.
  • Menschen, die gelegentlich kiffen oder andere psychoaktive Substanzen nehmen, kommen aus allen Teilen der Gesellschaft – die meisten haben damit im Alltag keine Probleme.
  • Viele wünschen sich Hinweise und Tipps zum risikoarmen Gebrauch von Drogen. Für Alkohol gibt es diese Aufklärung, warum nicht auch für Cannabis, Ecstasy und andere illegale Stoffe?
  • Wer Drogen versteht, wie sie wirken, nutzen und schaden, der weiß auch besser, auf welche Substanzen er verzichten sollte.
  • Prävention sollte sich nicht nur auf die schädlichen Folgen konzentrieren.
  • Sichererer Drogenkonsum ist angenehmerer Drogenkonsum.

Für alle, die mehr über einige der gängigsten Substanzen wissen wollen, haben wir ein paar Hintergründe zu Zusammensetzung und Risiken zusammengefasst:

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Lesen Sie die Übersicht zum Drogen im Check – ein Glossar in einer optimierten Fassung.