In Nordrhein-Westfalen sind gefälschte Tabletten zur Behandlung von chronischer Hepatitis C entdeckt worden. Dabei handelt es sich um die 90mg/400mg-Filmtabletten Harvoni der Firma Gilead. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einer Pressemitteilung mit. Das BfArM bittet alle Patienten, die diese Tabletten einnehmen, den Inhalt der Packungen genau zu überprüfen und bei Zweifeln beim Arzt oder Apotheker Rat zu suchen. Wer eine Fälschung vermutet, solle die Einnahme sofort stoppen und sich an den behandelnden Arzt oder einen Apotheker zur Besprechung des weiteren Vorgehens wenden.

Im Zweifel beim Arzt nachfragen

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sei die Farbe: Während die Originaltabletten orange sind, sind die gefälschten Tabletten weißlich. Alles andere sei identisch. So tragen die Packungen der gefälschten Tabletten die Chargenbezeichnung 16SFC021D und das Verfallsdatum ist auf Juni 2018 datiert. Bei diesen Kennziffern handelt es sich um eine bereits existierende Charge für den deutschen Markt. Auch die Verpackung  sowie die Tablettenform und ihre Prägung entsprechen laut BfArM dem Original. Laut Hersteller ist nach aktuellem Wissen nur diese Charge betroffen. In Abstimmung mit der lokalen Arzneimittelüberwachungsbehörde habe Gilead Sciences daraufhin die Charge mit sofortiger Wirkung zurückgerufen.

Das Arzneimittel enthält regulär die Wirkstoffkombination Ledipasvir und Sofosbuvir und wird bei Erwachsenen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) angewendet. Der Inhalt der gefälschten Tabletten werde derzeit noch untersucht. Dem BfArM sei daher noch nicht bekannt, welche Stoffe die anders aussehenden Tabletten enthalten und ob mit der Einnahme gesundheitliche Risiken verbunden sind.

Die Fälschung wurde von einem Patienten in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Er meldete sie daraufhin seiner Apotheke. Apotheken wies das BfArM darauf hin, die Farbe der Filmtabletten zu prüfen und im Falle einer möglichen Fälschung die üblichen Meldewege einzuhalten. Das BfArM stehe in engem Kontakt mit den Landesbehörden, die in Deutschland für die Überwachung des Verkehrs mit Arzneimitteln zuständig sind, sowie mit der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema. Sobald weitere Informationen vorliegen, werde das BfArM unverzüglich darüber informieren.