Von Region zu Region kann Leitungswasser zwar anders schmecken, mit der Qualität hat das aber nicht unbedingt zu tun. Geschmacksunterschiede entstehen, wenn das Wasser speziell aufbereitet wurde, zum Beispiel mit Chlor. Die Stadtwerke Düsseldorf etwa haben bis vor zwei Jahren ihr Wasser mit Chlordioxid desinfiziert. Dies wirkte unter anderem Fäkalkeimen entgegen, die feine Chlornote ließ sich aber auch herausschmecken.

Die sogenannte Wasserhärte kann den Geschmack vor allem von Heißgetränken beeinflussen. Die Aromen von Tee und Kaffee sollen besser hervorkommen, wenn sie mit weichem Wasser zubereitet worden sind. Als "hart" bezeichnet man Wasser, das besonders reich an Magnesium und Kalzium ist. Wenn es regnet, werden die Stoffe aus dem Gestein gewaschen und gelangen ins Grundwasser. Je nach Art und Beschaffenheit der Gesteinsschichten sind es mal mehr, mal weniger.

Destilliertes Wasser tötet nicht

Hartes Wasser hinterlässt an Fliesen und Armaturen die bekannten Kalkrückstände. Haushaltsgeräte wie Spül- oder Waschmaschinen können durch die Ablagerungen kaputt gehen. Gesundheitsschädlich ist hartes Wasser aber keinesfalls: Magnesium und Kalzium sind wichtige Spurenelemente, die für eine gesunde Nervenleistung verantwortlich sind. Magnesium spielt zudem wichtige Rollen in mehreren Stoffwechselvorgängen, Kalzium trägt zum Aufbau von Knochen und Zähnen sowie zur Blutgerinnung bei. Weitere für den Körper wichtige Inhaltsstoffe im Wasser sind Natrium, Kalium, Eisen und Zink.

Der Mensch nimmt diese Elemente jedoch nicht hauptsächlich über Getränke zu sich, sondern gewinnt sie vor allem aus fester Nahrung. Mineralstoffarmes Wasser führt daher in der Regel nicht zu Mängeln. Manche trinken sogar nur destilliertes Wasser und kommen damit zurecht. Dass dies tödlich sein soll, ist eine Legende. Dennoch kann der Elektrolythaushalt durcheinander kommen, wenn man ausschließlich Wasser ohne Minerale zu sich nimmt. Deshalb ist es ratsam, Mineral- oder Leitungswasser zu trinken.

In welchem der beiden Wässer mehr Minerale enthalten sind, lässt sich pauschal nicht sagen. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest hat etwa ergeben, dass selbst natürliches Mineralwasser mitunter arm an diesen Stoffen sein kann.

Tafelwasser ist kein Mineralwasser

Damit sich ein Wasser Mineralwasser nennen darf, muss es direkt abgefüllt werden an einer Quelle, die aus unterirdischen Wasservorkommen gespeist wird. Wer natürliches Mineralwasser trinken möchte, muss nicht zu Sorten aus den französischen Alpen oder norditalienischen Provinzen greifen. In Deutschland gibt es zahlreiche Quellen. Eine ausführliche Liste hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zusammengestellt.

Entscheidend für das Prädikat "natürliches Mineralwasser" ist, dass seine Inhaltsstoffe kaum verändert sein dürfen. Ganz im Gegensatz zu Tafelwasser, das eigentlich nur Leitungswasser ist, dem zuerst alle Mineralien entzogen und anschließend bestimmte Stoffmengen wieder zugesetzt wurden. Damit kann das Tafelwasser überall abgefüllt werden und schmeckt trotzdem immer gleich.