Die Grenzwerte für Bakterien sind sowohl für Mineral- als auch für Tafelwasser streng und werden genau überwacht – allerdings nur am Abfüllort. Niemand kontrolliert, was auf dem Weg zum Verbraucher geschieht. Damit unterliegt Leitungswasser sogar strengeren Kontrollen: Seine Qualität wird dort gemessen, wo es aus der Leitung kommt.

Was ebenfalls gegen Wasser aus der Flasche spricht: Kunststoffverpackungen und Verschlüsse können das Getränk geschmacklich verändern. Zudem besteht der Verdacht, dass in Plastikflaschen abgefülltes Wasser hormonell wirksame Stoffe enthalten kann (Wagner & Oehlmann, 2011). Diese können den körpereigenen Hormonhaushalt durcheinander bringen. Auch wenn Wasser an sich nicht schlecht werden kann, können sich in einer geöffneten Flasche mit der Zeit Bakterien sammeln, die für schlechten Geschmack sorgen.

Gut für die Umwelt

Gerade Plastikflaschen, aber auch die Kunststoffverschlüsse von Glasflaschen können außerdem zu einer erheblichen Umweltbelastung werden. Die Verpackungen schwimmen tonnenweise in den Meeren. Tiere verwechseln sie mit Futter oder verfangen sich darin und verenden.

Was vielen aber im Trinkwasser aus der Leitung fehlt, ist die Kohlensäure. Verschiedene Firmen bieten dafür Geräte an, die das Wasser zum Sprudeln bringen. Die Flaschen wie auch die Dichtungen müssen jedoch regelmäßig gründlich gereinigt werden, sonst können sich Bakterien ausbreiten.

Wer auf Hygiene achtet und sicherstellt, dass die Rohre im Haus und in der Wohnung in gutem Zustand sind, bekommt mit Leitungswasser ein reines, umweltschonendes und günstiges Getränk. Wenngleich auch das Wasser aus dem Hahn künftig etwas teurer werden könnte, wie das Umweltbundesamt schätzt. Die erhöhten Nitratwerte könnten die Wasserwerke bald zwingen, mehr Geld in die Aufbereitung zu stecken.