"Oma's Pellkartoffelsalat", "Eiersalat klassisch", "Porreesalat Toscana", "Hofgut Thunfischsalat", "Hofgut Eiersalat" und "Gosch Sonntagsfrühstück" – das sind die ersten Lebensmittel, die nun aus den Regalen müssen, weil in ihnen mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier verarbeitet wurden. Sie wurden in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verkauft. Die Firma MAYO Feinkost nimmt die betroffenen Salate vorsorglich aus ihrem Programm. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BML) teilte das auf der Seite lebensmittelwarnung.de mit, auf der auch über die Stempelnummern der betroffenen Eier informiert wird. Fipronil wird in der Tiermedizin gegen Läuse, Flöhe, Würmer oder Zecken eingesetzt und gelangte vermutlich über ein damit vermischtes Reinigungsmittel in die Legebetriebe – und so in die Eier.

Keine Gesundheitsgefährdung

Weder von den Millionen belasteten Eiern, die Anfang August in Umlauf kamen, noch von den jetzt zurückgerufenen Lebensmitteln geht eine direkte Gesundheitsgefährdung aus. Das Insektizid wurde zwar in einigen Eier-Chargen in Mengen entdeckt, die über der Referenzdosis liegen – also über der von der WHO festgelegten maximalen Menge einer Substanz pro Kilogramm Körpergewicht, die über die Nahrung mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages aufgenommen werden sollte. Da diese Grenzwerte aber mit einem erheblichen Sicherheitsabstand festgelegt werden, gehen Mediziner davon aus, dass die in den Eiern nachgewiesenen Mengen harmlos sind. Verbraucher würden von ein paar Eiern, die sie jetzt essen, nicht krank werden. (Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Fipronil in Lebensmitteln lesen Sie hier.) Der Skandal an der Sache ist, dass der Einsatz des Mittels Fipronil in Ställen, wo Eier, Milch oder Fleisch erzeugt werden, nicht zugelassen ist. Im Tierversuch erwies sich das Mittel als giftig. Daher soll es generell nicht in Kontakt mit Lebensmitteln kommen.

Was sollten Verbraucher tun?

Wer die genannten Salate der Firma MAYO gekauft hat, kann diese offenbar in die Supermärkte zurückbringen. Genauere Informationen dazu, wohin Kunden sich wenden sollen, sind auf den Seiten des Unternehmens noch nicht zu finden. Am Samstagmorgen war dessen Zentrale für Rückfragen nicht zu erreichen. Konkret handelt es sich um Produkte, die alle das Mindesthaltbarkeitsdatum vom 16. August tragen – bis auf den "Eiersalat klassisch", auf dem ist der 18. August vermerkt.  Ob diese Salate wirklich Rückstände von Fipronil enthalten, ist bisher nicht bekannt. Die Rücknahmeaktion ist eine Vorsichtsmaßnahme.

Was die belasteten Eier angeht, können Verbraucher über die Kennziffer auf dem Ei herausfinden, ob es zu den mit Fipronil belasteten Chargen zählt (siehe Infokasten). Jedes Ei in der EU ist mit so einem aufgedruckten Code gekennzeichnet. Auf dem Portal des Bundesamtes für Verbraucherschutz lebensmittelwarnung.de werden die Nummern der mit Fipronil belasteten Eier genannt, die Liste wird fortlaufend aktualisiert.

Jedes Ei ist rückverfolgbar

Auf den Seiten des von der Wirtschaft initiierten Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) gibt es außerdem einen "Was-steht-auf-dem-Ei?"-Service: Dort können Verbraucher den Code jedes Eis eingeben und erfahren, wie das Huhn dazu gehalten wurde und aus welchem Betrieb das Ei stammt.

Da Millionen Eier hierzulande in Umlauf kamen, die mit dem Insektizid belastet sind, ist in den kommenden Tagen mit weiteren Produktrückrufen von Lebensmitteln zu rechnen.