Nach Uruguay könnte Neuseeland als nächstes Land Cannabis legalisieren. In den kommenden drei Jahren solle es ein Referendum zu dem Thema geben, sagte die Labour-Politikerin Jacinda Ardern, die nächste Woche Nachfolgerin des Konservativen Premierministers Bill English werden soll. Wie der Abstimmungstext im Einzelnen formuliert werde, wolle die 37-Jährige in Gesprächen mit Bürgern erörtern. Das bisherige System funktioniere nicht sehr gut.

Ardern ließ offen, wie sie selbst zu dieser Frage steht. Sie glaube, der Staat solle Cannabiskonsumenten nicht ins Gefängnis stecken, sagte sie. "Auf der anderen Seite habe ich aber Sorgen wegen junger Leute, die Zugang zu einem Produkt bekommen, das ihnen eindeutig Unglück und Schaden zufügen kann", sagte sie.

© Christopher Furlong/Getty Images
Wie Cannabis Ihnen weniger schadet

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Legal oder nicht, viele Leute kiffen. Sie sollten die Risiken wenigstens gut kennen. 12 Hinweise für den Konsum und was Sie lassen sollten.

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Cannabis-Tipps

Das sind unsere Quellen

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ZEIT ONLINE arbeitet mit dem Global Drug Survey zusammen, der weltweit größten Umfrage unter Drogennutzern. Fast 40.000 Cannabiskonsumenten gaben an, wie sie negative Folgen zu verringern versuchen. Zusammen mit Suchtexperten sind daraus Tipps zum Gebrauch entstanden.

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#1 – Nicht anfangen

Ohne Risiko

Jede Droge schadet, Cannabis ist keine Ausnahme. Trotzdem ist Gras der am häufigsten konsumierte verbotene Stoff. Nur zu sagen, dass man es besser lassen sollte, schreckt nicht alle ab. Sicher kiffen? Unmöglich. Weniger schädlich geht aber schon.

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Bislang hat Uruguay als einziges Land der Welt Cannabis vollständig legalisiert. In dem südamerikanischen Land wird die Droge rezeptfrei in Apotheken verkauft, die Käufer müssen jedoch staatlich registriert sein und sich per Fingerabdruck identifizieren. Außerdem müssen sie die Staatsbürgerschaft Uruguays besitzen oder seit mindestens einem Jahr in dem Land leben. Der Anbau erfolgt durch staatlich beauftragte Unternehmen. Mit diesen Regelungen will die Regierung nach eigenen Angaben den Schwarzmarkt zurückdrängen und den Drogenkonsum regulieren.

Viele andere Länder überlegen, den Konsum von Cannabis teilweise zu legalisieren, insbesondere für medizinische Zwecke. In den USA etwa ist der Gebrauch von medizinischem Cannabis in 26 Bundesstaaten legal, in acht Staaten ist auch der nicht-medizinische Besitz bis zu einer bestimmten Grenze erlaubt. Ähnliche Regelungen gibt es in Jamaika, wo der Besitz von bis zu knapp 57 Gramm legal ist. In Kanada ist für 2018 die Legalisierung einer begrenzten Menge geplant.

Entgegen der allgemeinen Annahme sind Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis in den Niederlanden dagegen nicht erlaubt, sondern werden bei kleinen Mengen nicht strafrechtlich verfolgt. Ein neuer Gesetzesentwurf könnte bald den staatlich kontrollierten Anbau ermöglichen.

In Deutschland gibt es bei Eigenbedarf ebenfalls keine Strafverfolgung, allerdings ist die Definition der Menge für Eigenbedarf Ländersache. Seit Jahresanfang dürfen Ärzte außerdem Cannabis per Rezept verschreiben, etwa bei Krebs oder Multipler Sklerose. Manche erhoffen sich durch die Jamaika-Koalition eine Legalisierung von Cannabis. Grüne und FDP befürworten sie in ihrem Wahlprogramm, und auch in der CDU gibt es Stimmen, die sich dafür aussprechen. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Joachim Pfeiffer, setzt sich seit seiner Zeit als Kreisvorsitzender der Jungen Union für eine andere Drogenpolitik ein.

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Lesen Sie die Übersicht zum Drogen im Check – ein Glossar in einer optimierten Fassung.

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