"Du hast ein Problem, du bist pornosüchtig." Das habe er sich vor zwei Jahren eingestanden, wie uns ein Hörer per Mail geschrieben hat. Seit er 13 oder 14 Jahre alt war, habe er ein bis drei mal pro Tag Pornos konsumiert. Die Folgen: Er bekam Probleme, beim Sex eine Erektion zu halten und zum Orgasmus zu kommen, hatte Konzentrationsstörungen. Seine Geschichte ist kein Einzelfall und wissenschaftliche Studien stützen seine Beobachtung, dass sich Pornos auf die Sexualität auswirken.

Doch ab wann ist Pornokonsum tatsächlich schädlich? Woran erkennt man, dass man süchtig ist? Und können Sexfilme in einer Beziehung nicht vielleicht auch helfen? Darum geht es in der Folge "Macht Porno süchtig?". Sie können sie sich oben auf dieser Seite direkt anhören.

Zudem sprechen wir darüber, wie sich das Sexangebot im Netz auf uns auswirkt. Denn: Einerseits bietet das Internet die Möglichkeit, Wissen über Sex zu jedem nach Hause oder auf das Smartphone zu bringen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Sexualaufklärung und -bildung. Andererseits bietet es aber eben auch nach nur wenigen Klicks für jedermann Pornos. Was das für Folgen für unsere Sexualität hat, erklärt die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner vom Klinikum rechts der Isar in München.

Auf welche Quellen und Hintergründe Büttner sich stützt und welche Literatur sie zum Thema empfiehlt, finden Sie hier aufgelistet:

Literatur

Hilfe bei Porno- und Sexsucht

Ein empfehlenswertes Buch ist Sexsucht: Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige von dem Psychotherapeuten Kornelius Roth. 2016 ist es in 4. Auflage erschienen und wurde um neue Erkenntnisse zur Online-Sexsucht erweitert.

Zudem gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, die Betroffenen Unterstützung bieten. Dazu gehören beispielsweise die Anonymen Sexsüchtigen, die Anonymen Sex- und Liebessüchtigen.  Angehörige von Sexsüchtigen wiederum können sich an S-Anon wenden.

Eine spezialisierte Psychotherapie oder Sexualtherapie kann bei Problemen mit übermäßigem und suchtartigem Pornokonsum helfen. Der Therapeut sollte Erfahrung im Umgang mit der Problematik haben und wissen, worauf es dabei ankommt. 

Informationen zu Psychotherapie bietet beispielsweise die Bundes Psychotherapeuten Kammer. Mögliche Therapeuten in Deutschland finden sich im Verzeichnis der Psychotherapeuten sowie in den Verzeichnissen des Instituts für Sexualtherapie in Heidelberg sowie des Netzwerks Sexualtherapie.

Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts Ist das normal? hören Sie hier. Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de. Alle Folgen und Quellen sind auf dieser Seite gesammelt.