Guter Schlaf ist nicht selbstverständlich. Vor allem Berufstätige, die unregelmäßige Arbeitszeiten haben oder im Schichtdienst arbeiten, kennen das Problem, schlecht zur Ruhe zu kommen. Eine Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt nun: Mit 40 Prozent ist der Anteil der Schlecht-Schläfer in dieser Gruppe überdurchschnittlich hoch. Menschen mit flexiblen Arbeitszeiten machen laut Studie inzwischen 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland aus. Von ihnen schläft demnach die Hälfte höchstens fünf Stunden pro Nacht.

Auch unter der Gesamtzahl der Befragten, also einschließlich derer mit festen Arbeitsrhythmen, schläft jeder Dritte mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. 24 Prozent der Befragten kommen nicht auf sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Einer der Hauptgründe: Stress. Drei von zehn Befragten bringen berufliche und private Probleme regelmäßig um den Schlaf.

Geldsorgen, Krach, schlechte Träume

Einer von zehn Befragten macht sich nachts Sorgen um Geld. Je geringer das Einkommen ist, desto häufiger stört der Gedanke daran die Nachtruhe. Von denen, die monatlich bis zu 3.000 Euro an Netto­-Haushaltseinkommen zur Verfügung haben, kennen rund 15 Prozent Geldsorgen, die sie bis in die Nacht verfolgen. Bei denen, die über mehr als 3.000 Euro im Monat verfügen, sind es weniger als fünf Prozent. 

Für ihre Untersuchung hat die TK rund 1.000 Erwachsene ab 18 Jahren in Deutschland befragen lassen. Der Job stellte sich nicht als einziger Faktor heraus, der den Schlaf beeinträchtigt. Straßenlärm, schnarchende Bettnachbarn, schlechte Träume und gesundheitliche Probleme wie eine schwache Blase oder Medikamente können den Schlafrhythmus stören.

Schlafmangel kann nicht nur das Unfallrisiko und die Fehlerquote im Job steigern. Wer schlecht schläft, ist laut der Studie auch deutlich öfter von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent leiden unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen. Unter Menschen, die gut schlafen, sind es nur 35 Prozent. Wer schlecht schläft, fühlt sich mehr als doppelt so häufig erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu neun Prozent) und niedergeschlagen (21 zu sechs Prozent).

Gegen die innere Uhr zu arbeiten, kostet Energie

Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung und wachsenden internationalen Märkte verändern sich die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten immer mehr. Die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis geraten da zunehmend in den Hintergrund.

"Wer nachts arbeiten muss – und das betrifft etwa jeden fünften Schichtarbeiter – liegt über Kreuz mit seinem natürlichen Biorhythmus", sagt Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG). Gegen die innere Uhr zu arbeiten, koste zusätzliche Energie und wirke sich negativ auf die Schlafqualität aus. 42 Prozent der Schichtarbeiter haben laut der Studie Schlafprobleme, wenn sich ihr Schichtplan ändert. 

Untersuchungen zeigten, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. "Die Frühschicht liegt bei 100 Prozent Energieeinsatz, die Spätschicht bei 113 und die Nachtschicht bei 156 Prozent", sagt Walter.

Was Abhilfe schaffen kann, sind ausreichende Ruhezeiten für die Beschäftigten. Zugleich kann jeder Einzelne mit kleinen Anpassungen im Lebensstil ein wenig nachhelfen.

41 Prozent der Befragten gaben zum Beispiel an, nicht gut schlafen zu können, wenn es zu warm oder zu kalt im Zimmer sei. 23 Prozent merkten vor dem Schlafen häufig, dass die letzte Mahlzeit zu schwer war – 15 Prozent sagten, dass öfter mal das letzte koffeinhaltige Getränk nicht lang genug zurücklag und ihnen das Einschlafen erschwerte. Jeden Zehnten störe zudem das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Unter den Befragten unter 30 sogar jeden Fünften. Auch Sport am Abend beeinflusste bei einigen das Einschlafen negativ.