Über Sucht, den Einfluss von Pornos auf Jugendliche und über Darstellerinnen, die gerne Sexszenen drehen – dazu wollten die Hörer unseres Sexpodcasts mehr wissen. Deshalb legen wir nach: Im Gespräch beantworten die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner und ZEIT-ONLINE-Wissenschaftsredakteur Sven Stockrahm Hörerfragen zum Thema Porno. Die Meinungen zum Massenphänomen sind divers, offen darüber diskutiert wird aber selten. Vermitteln Sexfilme Jugendlichen, dass Gewalt beim Sex okay ist? Klären sie Kinder auch auf? Wie merke ich, ob ich schon süchtig nach Pornos bin? Und welche positiven Effekte können die Videos haben?

Hören Sie die aktuelle Folge des Sexpodcasts direkt oben auf dieser Seite. In der Folge Macht Porno süchtig? haben wir uns schon ausführlich mit den Folgen hohen Pornokonsums beschäftigt. Hören Sie mehr dazu hier. Auf welche Quellen und Hintergründe Büttner sich stützt und welche Literatur sie zum Thema empfiehlt, finden Sie hier aufgelistet:

Literatur und weitere Informationen

Zahlreiche Publikationen, Studien und Nachschlagewerke thematisieren sexuelle Probleme durch Pornokonsum wie Erektionsstörungen, verzögerter Orgasmus, Lustlosigkeit oder eben auch Sucht. Über Inhalte aus dieser Auswahl wird in der Folge diskutiert:

Über die Risiken von Pornos für Kinder und Jugendlichen:

Zur Objektifizierung von Frauen und Männern in Pornos: Journal of Sex Research, Klaassen & Peters, 2014

Zum Thema Gewalt in Pornos und ihre Auswirkungen:

Sind Pornodarstellerinnen unglücklicher als andere Frauen?

Unter Berücksichtigung der im Podcast erklärten Einschränkungen gibt diese Studie einen ersten Hinweis darauf, dass dies zumindest für einige Darstellerinnen nicht zutrifft: Journal of Sex Research, Griffith et al., 2012

Über die Motivationen von Pornodarstellerinnen in diesen Beruf zu gehen:

Zusammenhänge von riskantem sexuellen Verhalten und Kindheitstraumatisierungen:

Hilfe bei Porno- und Sexsucht

Ein empfehlenswertes Buch ist Sexsucht: Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige von dem Psychotherapeuten Kornelius Roth. 2016 ist es in 4. Auflage erschienen und wurde um neue Erkenntnisse zur Onlinesexsucht erweitert.

Zudem gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, die Betroffenen Unterstützung bieten. Dazu gehören beispielsweise die Anonymen Sexsüchtigen, die Anonymen Sex- und Liebessüchtigen. Angehörige von Sexsüchtigen wiederum können sich an S-Anon wenden.

Eine spezialisierte Psychotherapie oder Sexualtherapie kann bei Problemen mit übermäßigem und suchtartigem Pornokonsum helfen. Der Therapeut sollte Erfahrung im Umgang mit der Problematik haben und wissen, worauf es dabei ankommt. 

Informationen zu Psychotherapie bietet beispielsweise die Bundes Psychotherapeuten Kammer. Mögliche Therapeuten in Deutschland finden sich im Verzeichnis der Psychotherapeuten sowie in den Verzeichnissen des Instituts für Sexualtherapie in Heidelberg sowie des Netzwerks Sexualtherapie.

Sie wollen wissen, warum wir überhaupt über Sex reden? Alles dazu und zu den Stimmen des Sexpodcasts Ist das normal? hören Sie hier. Falls Sie eine Frage oder Anregungen haben, schreiben Sie Melanie Büttner, Alina Schadwinkel und Sven Stockrahm eine E-Mail an istdasnormal@zeit.de.

Alle Folgen und Quellen sind auf dieser Seite gesammelt.