Mindestens 101 Menschen sind in Nigeria an Lassafieber gestorben. Zu den Opfern sollen auch Medizinerinnen und Mediziner sowie Pflegekräfte gehören, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Sie hatten sich um erste Erkrankte gekümmert, ohne zu wissen, dass ihre Patientinnen und Patienten mit dem hochansteckenden Virus infiziert waren. Dem medizinischen Personal hätte teilweise aber auch die richtige Schutzausrüstung gefehlt.

Insgesamt wurden in Nigeria seit dem aktuellen Ausbruch 1.781 Verdachtsfälle von Lassafieber registriert. In 408 Fällen sei die Infektion mit dem Virus bestätigt worden. Die Krankheit verläuft nicht immer tödlich, bisher seien 146 Menschen gestorben. 101 Todesfällen seien zweifelsfrei auf die Infektion zurückzuführen.

Der Ausbruch sei nach Angaben der Organisation "einer der schlimmsten in den vergangenen Jahren". Ärzte ohne Grenzen ist nach eigenen Angaben vor Ort, um Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen zu schulen. Zwar gehe die Zahl der Erkrankten in Nigeria bereits zurück, eine Entwarnung bedeute das jedoch nicht.

Erkrankungsfälle hat es auch im westafrikanischen Liberia gegeben, mindestens zwölf Menschen seien dort seit Anfang des Jahres an den Folgen der Infektion gestorben.

Übertragung durch Mäuse- und Rattenkot

Lassa zählt wie Ebola und Denguefieber zu den hämorrhagischen, also mit Blutungen einhergehenden Fiebern. Benannt ist die Infektion nach einer Stadt im Nordosten Nigerias, wo sie im Jahr 1969 beschrieben und das Virus später erstmals isoliert wurde. Vor allem tritt die Virusinfektion im östlichen Teil Nigerias, in Sierra Leone, Guinea und in Liberia auf.

Experten schätzen, dass sich jedes Jahr zwischen 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus anstecken, zwischen ein bis zwei Prozent der Erkrankten sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) daran. Wer sich mit dem Virus infiziert, muss nicht zwangsläufig schwere Symptome zeigen. Es gibt auch milde Verläufe.

Übertragen wird der Erreger vor allem durch Nahrungsmittel. Auch kann man sich an Haushaltsgegenständen infizieren, wenn diese mit Urin und Kot von Ratten oder Mäusen verseucht sind. Die Viruserkrankung ist zudem bei Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Personen hochansteckend.

In einem Video auf Englisch hat die internationale Dachorganisation von Ärzte ohne Grenzen, Médecins Sans Frontières (MSF), die wichtigsten Fakten zu Lassa zusammengestellt: