UralMeteoritenregen in Russland verletzt fast 1.000 Menschen

Ein Meteoritenschauer ist über Tscheljabinsk niedergegangen. Hunderte Menschen wurden verletzt, darunter 200 Kinder. Atomanlagen sind laut Behörden verschont geblieben.

Im russischen Ural ist am frühen Morgen ein Meteoritenschauer niedergegangen. Laut dem örtlichen Katastrophenschutzministerium stürzten Gesteinsfragmente in insgesamt sechs Städte in der Region von Tscheljabinsk, rund 1.500 Kilometer östlich von Moskau. Die Druckwelle ließ die Fenster von Gebäuden bersten, zahlreiche Dächer wurden zerstört. Die Behörden sprachen von einem "Meteoritenregen in Form von Feuerbällen".

Nach offiziellen Angaben wurden fast 1.000 Menschen verletzt, davon mindestens mindestens 200 Kinder. Die meisten seien von Scherben zersplitterter Scheiben getroffen worden, teilte das Innenministerium mit. Sie würden wegen Schnitten und Prellungen behandelt. Mehr als 100 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt.

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Experten zufolge raste der Meteorit mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre explodierte das kosmische Geschoss dann mit einer gewaltigen Druckwelle. Davor dürfte der Meteorit mehrere Tonnen schwer gewesen sei, seine Splitter, die für die Schäden in der Region verantwortlich sind, könnten jeweils bis zu einem Kilogramm gewogen haben.




Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. Auf Amateurvideos im Internet waren weißglühende Meteoriten zu sehen, die in niedriger Höhe vorbeiflogen. Ähnliche Bilder gab es auch im Fernsehen. Dort sah man einen grellen Blitz, der den Himmel erhellte, und Menschen, die in Gebäuden Zuflucht suchten. Nachrichtenagenturen zitierten mehrere Zeugen, die von heftigen Explosionen berichteten. In der Bevölkerung sei Panik ausgebrochen.

Schulen in der Region sollen an diesem Freitag geschlossen bleiben. Viele Fensterscheiben seien zerbrochen, bei Temperaturen von minus 18 Grad ist deshalb kein Unterricht möglich. Die Verwaltung rief Betriebe dazu auf, ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit nach Hause zu schicken, damit diese die Schäden an ihren Häusern schnellstmöglich reparieren können.

Himmelskörper: Asteroid

Asteroiden sind kleine Gesteinsobjekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne bewegen. Ihr Name – astēr ("Stern") mit der Endung eides ("ähnlich") –  umschreibt, dass sie wie Sterne erscheinen, weil sie so klein wirken.

Zusammen mit den Meteoroiden und Kometen zählen die Asteroiden zu den Kleinkörpern des Sonnensystems. Kleinkörper umkreisen die Sonne, besitzen aber keine Kugelgestalt. Ihre Masse und Gravitation ist zu gering, um diese Form zu bilden.

Der Großteil der Asteroiden unseres Sonnensystems befindet sich im sogenannten Asteroidengürtel, einer Ansammlung von Asteroiden und Zwergplaneten zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

Meteoroid

Kleinkörper, die ein paar Millimeter bis hin zu mehreren Metern groß sind, werden als Meteoroiden bezeichnet. 

Sie sind zwar kleiner als Asteroiden, aber eine klare Unterscheidung – etwa über die chemische Zusammensetzung oder die Größe – gibt es nicht.

Sie können auf unterschiedlichen Wegen entstehen: Entweder löst sie die Gravitation von Planeten aus einem Asteroidengürtel oder der Sonnenwind schlägt sie aus Kometenkernen heraus. Außerdem können Meteoroiden durch den Zusammenprall von zwei Asteroiden beziehungsweise durch den Aufprall eines Asteroiden auf einem Planeten entstehen.

Meteor

Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, nennt man Meteoroide Meteore oder im Volksmund Sternschnuppen.

Generell umfasst der Begriff alle Leucht- und Wettererscheinungen in der Erdatmosphäre. Die Meteorkunde befasst sich mit Meteoren; nicht zu verwechseln mit Meteorologie, die sich der Beobachtung und Beschreibung von Wetter und Klima widmet.

Meteore sind zudem all jene Meteoroiden, die in die Erdatmosphäre eindringen, aber nicht auf der Erde aufschlagen. Das Leuchten der Meteore entsteht durch die Aufladung der Luftteilchen, wenn der Meteoroid durch die Atmosphäre rast.

Meteorit

Wenn ein Meteoroid auf die Erde prallt – statt nur die Erdamosphäre zu durchqueren – wird er als Meteorit bezeichnet.

Meteoriten sind aus verschiedenen Mineralen zusammengesetzt und werden zu den Gesteinen gezählt.

Chondrite bilden die größte Klasse an Meteoriten und sind nach den kleinen Silikatkügelchen in ihrem Inneren, den Chondren, benannt. Außerdem bestehen sie aus den Mineralen Olivin, Pyroxen und Plagioklas.

Altersbestimmungen haben ergeben, dass sie bereits in der Frühzeit des Sonnensystems entstanden sind, vor 4,5 Milliarden Jahren. Damit sind sie die ältesten Steine des Sonnensystems. Weil ihre Zusammensetzung außerdem weitestgehend der des ursprünglichen solaren Nebels entspricht, werden sie auch undifferenzierte Meteoriten genannt.

Komet

Schweifsterne oder Kometen sind Kleinkörper in unserem Sonnensystem. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sie von Asteroiden. Während die aus Gestein bestehen, sind Kometen zusätzlich aus gefrorenem Gasen und Wasser zusammengesetzt, weswegen sie auch "schmutzige Schneebälle" genannt werden.

Kometen sind zeitgleich mit dem übrigen Sonnensystem entstanden und umkreisen die Sonne in der Oortschen Wolke oder im Kuiper-Gürtel. Durch die Anziehungskraft vorbeiziehender Sterne oder großer Planeten werden vereinzelt Eis-Gesteins-Brocken aus ihrer eigentlichen Bahn gerissen und in das Innere des Planetensystems gelenkt.

Je näher der Eisbrocken dabei der Sonne kommt, geht das Eis vom gefrorenen Zustand direkt in den gasförmigen Zustand über, ohne sich zwischendurch zu verflüssigen. Dabei werden die zuvor im Eis gefangenen Partikel frei und bilden mit dem entstandenen Gas eine rund 100.000 Kilometer große Wolkeum den Brocken – die so genannte Koma. Durch den Sonnenwind wird die Wolke in die Länge gezogen, sodass ein Kometenschweif von bis zu 100 Millionen Kilometern Länge entsteht.

Planet

Planeten unterscheiden sich von Sternen dadurch, dass sie selbst kein Licht erzeugen, sondern nur das von anderen Sternen – wie etwa der Sonne – reflektieren. Wie Asteroiden auch umkreisen Planeten die Sonne und haben aufgrund ihrer höheren Masse aber die Gestalt einer Kugel ausgebildet.

Außerdem sind Planeten die einzigen Objekte auf ihrer Umlaufbahn, weil sie sie durch ihre Gravitation freigeräumt haben.

Stern

Sterne sind kugelige Gasriesen, die von sich aus Licht aussenden. In ihrem Inneren sind Temperatur und Druck hoch genug, dass über längere Zeit eine Kernfusion stattfinden kann. Dabei verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium, wobei unheimlich viel Energie frei wird.

In einer sternklaren Nacht kann das menschliche Auge rund 5.500 Sterne erkennen. Sie haben unterschiedliche Größe, Temperatur, Leuchtkraft und Lebensdauer.

 
Der Staatskonzern Rosatom teilte mit, dass Atomanlagen der Gegend nicht betroffen sind. Auch nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurde keine erhöhte Radioaktivität festgestellt.

Zur Überwachung der Lage in der Region stellte das Katastrophenschutzamt 20.000 Einsatzkräfte sowie Flugzeuge und Hubschrauber zur Verfügung. Das Verteidigungsministerium entsandte Soldaten zu den "Einschlagsstellen" der Gesteinsfragmente.

Zerbrochene Fenster und Trümmer in einer Sporthalle in Tscheljabinsk

Zerbrochene Fenster und Trümmer in einer Sporthalle in Tscheljabinsk  |  © OOO Spetszakaz/Reuters

Vizeregierungschef Dmitri Rogosin will sein Land nun grundsätzlich gegen solche Notfälle wappnen und sprach sich für eine internationale Initiative zur Errichtung eines speziellen Schutzsystems aus, mit dem nicht nur frühzeitig vor gefährlichen Objekten aus dem Weltall gewarnt, sondern diese auch zerstört werden können. Weder Russland noch die USA hätten die Möglichkeit zur Abwehr solcher Objekte, meinte der für die Raumfahrt zuständige Politiker. Eine Kommission der russischen Rüstungsindustrie werde sich nun mit dieser Frage befassen, kündigte Rogosin an.

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Leserkommentare
  1. Denn die stecken ja dahinter. Schirinowski muss es ja wissen:

    http://de.rian.ru/russia/...

    Einfach köstlich!

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    • Skyejet
    • 15. Februar 2013 9:39 Uhr

    Es könnte das Ende allen Seins sein - alles andere wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation!

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    Fall heute mal ein Handtuch in meinen Rucksack stecken ;-).

    • Nero11
    • 15. Februar 2013 9:40 Uhr

    Soviel ich weiß überwachen alle Teleskope zusammen gerade mal 3% des Alls um uns herum. Solche Objekte können daher jederzeit unbemerkt einschlagen. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

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    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile gekürzt. Die Redaktion/au

    Das stimmt so nicht - Pan-STARRS scannt regelmäßig innerhalb von 40 Stunden den gesamten (von Hawaii sichtbaren) Himmel, und andere Teleskope haben bereits in der Vergangenheit den gesamten sichtbaren Himmel beobachtet. Allerdings reicht die Sensitivität heutiger Survey-Teleskope wie Pan-STARRS bei weitem nicht aus, so kleine Meteoriten rechtzeitig (also wenigstens 40 Stunden vor dem Einschlag) zu entdecken.

    • doof
    • 15. Februar 2013 9:42 Uhr

    in die Umlaufbahn der Erde gelangen und sie in ca. 27 000 km Entfernung passieren: 2012DA14.
    https://de.wikipedia.org/...
    Vielleicht hat das damit zu tun?

    8 Leserempfehlungen
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    Der Asteroid 2012DA14 der heute die Erde passiert hat ca. 50m Durchmesser. Es ist (wie auch immer man das bestimmen mag) der größte Brocken der jemals so dicht bei der Erde vorbeiflog/fliegt und beobachtet wurde/wird.
    Ein Einschlag dieses Geschosses hätte das Potential eine Großstadt auszulöschen (Krater sähe dann so aus wie der in Arizona).
    Nach neueren Erkenntnissen gleichen Himmerlskörper wie der heute Abend eher fliegenden Geröllhaufen als Felsbrocken. Da die zusamenhaltende Schwerkraft gering ist genügen kleine Kräfte (Zusammenstoß mit anderen Brocken) um Teile herauszureißen und auf ähnliche Umlaufbahnen zu befördern.
    Ich glaube deshalb, dass dieser Meteoritenfall (so es nicht doch ein Satellit oder anderer Raumschrott war) durchaus mit dem Vorbeiflug heute Abend zusammenhängen kann.

    Es ist unwahrscheinlich, dass dieses Ereignis etwas mit dem Asteroiden 2012 DA14 zu tun hat, der heute Abend an der Erde vorbei fliegt. Dazu haben die beiden Himmelskörper eine zu unterschiedliche Flugbahn. 2012 DA14 passiert die Erde von Süden her, dieses Objekt scheint aber nach vorliegenden Berichten mehr aus dem Osten gekommen zu sein.

  2. 6. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile gekürzt. Die Redaktion/au

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "3% des Alls"
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    • Marobod
    • 15. Februar 2013 10:03 Uhr

    schlimm war die Aussage nun auch nicht.

    Die Menschen sind nunmal ein ziemliches Gift fuer diesen Planeten.
    Und selbst wenn diese Aussage sie so sehr beruehrt, so sind sie mit ihrer Antwort ein Stueck weiter gegangen , oder haben sich auf sein Niveau gestellt , aus ihrer Warte ;)

    Zum Meteoriten, in den naechsten jahren werden noch weit groeßere Gesteinsbrocken den Planeten extrem nah passieren, entweder klatschen sie hier drauf oder sie haben einen erheblichen ballast bei sich der bei uns niedergehen koennte. Wi koennen nichts gegen diese Dinger tun außer hoffen, daß sie einschlagen oder eben nicht, je nachdem wie sie drauf sind. Die derzeitigen Ueberlegungen solche Brocken umzulenken, sind naja sehr hollywood

  3. Wahrscheinlich handelte es sich um relativ kleine Objekte. Das klingt vielleicht doof, aber das beste Mittel diese Flugkörper zu zerstören ist unsere Atmosphäre. Durch ihre extrem hohe Geschwindigkeit zerbrechen diese Objekte meist wenn sie in dichtere Luftschichten eintreten. Beim Zerbrechen wird dann viel Energie abgegeben, wie eben in Russland geschehen.

    Die Abwehr solcher Objekte ist noch Zukunftsmusik, aber es gibt einige Überlegungen dahingehend.
    Große massive Objekte, die den Eintritt in die Atmosphäre gut überstehen würde man besser ablenken.

    Bei kleineren Objekten könnte ein Zerteilen unter eine bestimmte Größe durchaus Sinn machen.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stand der Technik"
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    "Große massive Objekte, die den Eintritt in die Atmosphäre gut überstehen würde man besser ablenken."

    Das habe ich mal in irgendeiner Doku gesehen. Dazu müsste wohl eine Raumsonde einfach nur neben dem Objekt herfliegen und würde durch ihre eigene Gravitation die Bahn des Objekts minimal ablenken. Zwar wirklich nur ganz wenig, aber bei den Entfernungen im Weltall machen ja schon Bahnveränderungen in winzigem Winkel extrem viel aus.

    Interessante Idee!

  4. Der Asteroid 2012DA14 der heute die Erde passiert hat ca. 50m Durchmesser. Es ist (wie auch immer man das bestimmen mag) der größte Brocken der jemals so dicht bei der Erde vorbeiflog/fliegt und beobachtet wurde/wird.
    Ein Einschlag dieses Geschosses hätte das Potential eine Großstadt auszulöschen (Krater sähe dann so aus wie der in Arizona).
    Nach neueren Erkenntnissen gleichen Himmerlskörper wie der heute Abend eher fliegenden Geröllhaufen als Felsbrocken. Da die zusamenhaltende Schwerkraft gering ist genügen kleine Kräfte (Zusammenstoß mit anderen Brocken) um Teile herauszureißen und auf ähnliche Umlaufbahnen zu befördern.
    Ich glaube deshalb, dass dieser Meteoritenfall (so es nicht doch ein Satellit oder anderer Raumschrott war) durchaus mit dem Vorbeiflug heute Abend zusammenhängen kann.

    8 Leserempfehlungen
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    • Nero11
    • 15. Februar 2013 9:55 Uhr

    Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/au

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg
  • Schlagworte Dmitri Rogosin | Innenministerium | Verteidigungsministerium | Gebäude | Nachrichtenagentur | Raumfahrt
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