Energie und Nachhaltigkeit Umweltschutz – eine kollektive Lebenslüge?
Gewagte Thesen äußerte der Umweltforscher Michael Braungart auf einem Stadtplanerkongress in Berlin. Er hält viele Umweltschutzmaßnahmen für oberflächlich und fordert ein neues Denkmodell. Ein Porträt
© Ralph Orlowski/Getty Images

Ein mit Braunkohle betriebene Kraftwerk in Eschweiler bei Aachen
Wer mit der Zeitmaschine etwa 100 Jahre in die Vergangenheit reist, sollte die Menschen dort unbedingt fragen, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Wie sähe wohl das Leben auf der Erde mit einer Bevölkerung von sechs Milliarden Menschen aus? Man bekäme als Antwort garantiert ein Höllenszenario ausgemalt.
Gesehen mit den Augen des 19. Jahrhunderts sprengt heutige Lebensrealität jegliche Vorstellungskraft. Niemand hätte die Errungenschaften und Probleme unserer Zeit je auch nur erahnen können. Den Blick in die Zukunft bestimmte damals eine Mixtur aus Glauben, Angst und Hochrechnung. So wurden die tatsächlichen Zukunftsprobleme verschleiert, und nicht vorausgesehen.
Doch ist es heute anders? Umweltplanung und Klimaschutz unterliegen Entscheidungsprozessen, bei denen Wählergunst, Markenimage, Geltungsdrang und Panikmache wohl eine größere Rolle spielen als faktenbasierte Vorhersagen. Die Vorgänge zwischen Mensch, Erde und Technik sind zu komplex, um sie wissenschaftlich vertretbar auf Demonstrationen, Aktionärsversammlungen oder in Parteiprogrammen zu behandeln.
Anstelle der Aufklärung hat sich also ein quasi-religiöses Halbwissen etabliert, wonach eine fiktive Schnittmenge aus Biofood, Ökostrom, Hybrid-Autos und Sozialromantik zum besseren Leben führt. Den grünen Kanon zu durchbrechen, bedeutet eine unpopuläre Position zu beziehen. Doch ist genau das notwendig, um sinnvolle Ideen für langfristigen Umweltschutz zu entwickeln.

Der Verfahrenstechniker und Chemiker hat seit 2008 eine Professur an der Erasmus-Universität Rotterdam inne. Er forscht an nachhaltigen Lösungen für eine globale Energieversorgung und umweltfreundlichen Produkten. 1987 gründete er in Hamburg die Environmental Protection Encouragement Agency (EPEA), eine GmbH für Internationale Umweltforschung. Außerdem ist Braungart Wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts.
Hier steht Michael Braungart zwar nicht allein auf weiter Flur, doch der Professor für Verfahrenstechnik an der Erasmus-Universität Rotterdam gehört zu der kleinen Gruppe derer, die sich weigern, die üblichen Phrasen der Umweltschutzbewegung unhinterfragt zu wiederholen.
Auf dem 53. Weltkongress der International Federation for Housing and Planning (IFHP) in Berlin irritierte Braungart das Fachpublikum mit kontroversen Thesen: Weil unser Verständnis von Umweltschutz aus einem post-religiösen Angst- und Schuldkomplex her entstanden sei, beinhalte es von vornherein falsche Grundannahmen, die effektiven Umweltschutz erschweren. Die Umweltkatastrophen der achtziger Jahre hätten diesen Aspekt der grünen Bewegung sogar verstärkt und an wichtiger Stelle Know-how verdrängt – durch noch mehr Angst und Schuld. Nach dem Chemieunfall 1976 in Mailand, der nach einer der betroffenen Gemeinden als "Seveso" in die Geschichte einging, der weltweit bisher größten Chemiekatastrophe in einer indischen Fabrik in Bhopal im Jahr 1984 und dem Atomunfall von Tschernobyl 1986 habe man eine ganze Generation von Ingenieuren aufgegeben, sagte Braungart vergangene Woche in Berlin.
- Datum 17.09.2009 - 14:36 Uhr
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- Serie Nachhaltigkeit
- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Stimme der Vernunft!
Um das Beispiel des Zero Emission Cars zu nehmen:
Toll, wenn es wenige Emissionen hat. Aber für sich genommen ist diese Information nur ein Marketing-Scam.
Wichtig ist schließlich auch:
- Wie sieht die Emissionsbilanz der Herstellung und des Transportes aus?
- Welche Ressourcen werden genutzt und welche Opportunitätskosten entstehen dadurch (also rechnerische Kosten durch alternative Verwendungsmöglichkeiten)?
- Welche Kosten und Schadstoffe entstehen durch das Verschrotten/Recyceln?
- Welche indirekten Kosten entstehen? (Lärmbelasgtung, verstopfte Straßen, Verkehrstote, Kahlschlag für Straßen, Energie- und Ressourcenkosten und Emissionen für die Instandhaltung der Infrastruktur etc.)
- Welche günstigeren Innovationen werden durch die Autoindustrie (und die Politik) behindert und zurückgehalten?
Alles schön und gut, interessant und bestimmt auch richtig.
Aber der letzte Absatz fuchst mich ein wenig.
Es ist ja toll, dass die Artenvielfalt in Berin größer ist als in Brandenburg. Das ist aber völlig irrelevant, da die Diversität in Städten zum Großteil auf exotischen Zimmerpflanzen und Haustieren beruht. In einer Zoohandlung ist die Artenvielfalt auch erstaunlich hoch! Für den Naturhaushalt und seine Funktion spielt das aber gar keine Rolle.
Schade, dass diese Aussage den Artikel ein wenig diskreditiert.
Ich wage es zu bezweifeln, dass sich Forscher hingesetzt haben und (völlig Sinnbefreit) die Kataloge Berliner Tierhandlungen mit in ihre Datensätze getippt haben.
Es mehren sich in der Tat die Befunde, dass Städte einer vielzahl von Tieren als Lebensraum dienen. Gerade urbane Brachgebiete sind teils vielseitiger als "re-naturisierte" Gebiete.
Das Problem ist einfach, dass sich in unsere Kultur das seltsame Konzept der "Natur" eingeschlichen hat. Natur wird hierbei nicht als komplexes, interdependentes System von physikalischen Phänomenen und biologischen Akteuren gesehen, sondern als metaphysischer Zustand, der der "Künstlichkeit" diametral entgegensteht.
Natur ist hierbei gut und ursprünglich; Künstlichkeit hingegen ist schlecht und entstammt Menschlicher Hybris.
Kurz: genau das Denken, dass Herr Braungart beklagt.
Wobei ich mich da keinesfalls selbst ausschließe. Ich empfinde das zum Teil durchaus auch so, wie oben beschrieben. Nur wenn ich eines im Studium bisher gelernt habe, dann dass ich meinem Gefühl nur begrenzt trauen kann. Wissenschaft ist eben die dringend benötigte Krücke für unser tierisch-evolutionäres Hirn.
Ich wage es zu bezweifeln, dass sich Forscher hingesetzt haben und (völlig Sinnbefreit) die Kataloge Berliner Tierhandlungen mit in ihre Datensätze getippt haben.
Es mehren sich in der Tat die Befunde, dass Städte einer vielzahl von Tieren als Lebensraum dienen. Gerade urbane Brachgebiete sind teils vielseitiger als "re-naturisierte" Gebiete.
Das Problem ist einfach, dass sich in unsere Kultur das seltsame Konzept der "Natur" eingeschlichen hat. Natur wird hierbei nicht als komplexes, interdependentes System von physikalischen Phänomenen und biologischen Akteuren gesehen, sondern als metaphysischer Zustand, der der "Künstlichkeit" diametral entgegensteht.
Natur ist hierbei gut und ursprünglich; Künstlichkeit hingegen ist schlecht und entstammt Menschlicher Hybris.
Kurz: genau das Denken, dass Herr Braungart beklagt.
Wobei ich mich da keinesfalls selbst ausschließe. Ich empfinde das zum Teil durchaus auch so, wie oben beschrieben. Nur wenn ich eines im Studium bisher gelernt habe, dann dass ich meinem Gefühl nur begrenzt trauen kann. Wissenschaft ist eben die dringend benötigte Krücke für unser tierisch-evolutionäres Hirn.
Ich wage es zu bezweifeln, dass sich Forscher hingesetzt haben und (völlig Sinnbefreit) die Kataloge Berliner Tierhandlungen mit in ihre Datensätze getippt haben.
Es mehren sich in der Tat die Befunde, dass Städte einer vielzahl von Tieren als Lebensraum dienen. Gerade urbane Brachgebiete sind teils vielseitiger als "re-naturisierte" Gebiete.
Das Problem ist einfach, dass sich in unsere Kultur das seltsame Konzept der "Natur" eingeschlichen hat. Natur wird hierbei nicht als komplexes, interdependentes System von physikalischen Phänomenen und biologischen Akteuren gesehen, sondern als metaphysischer Zustand, der der "Künstlichkeit" diametral entgegensteht.
Natur ist hierbei gut und ursprünglich; Künstlichkeit hingegen ist schlecht und entstammt Menschlicher Hybris.
Kurz: genau das Denken, dass Herr Braungart beklagt.
Wobei ich mich da keinesfalls selbst ausschließe. Ich empfinde das zum Teil durchaus auch so, wie oben beschrieben. Nur wenn ich eines im Studium bisher gelernt habe, dann dass ich meinem Gefühl nur begrenzt trauen kann. Wissenschaft ist eben die dringend benötigte Krücke für unser tierisch-evolutionäres Hirn.
Alles, was Geld kostet, hat mit höchster Wahrsacheinlichkeit Energie verbraucht.
Theoretisch entspricht jeder Endpreis dem Energieaufwand, die Ware (auch Dienstleistung ff) zu produzieren, zu 100%,
praktisch gibt es nur den Anteil an virtuellem Geld, der in Betracht gezogen werden muss.
Richtige Forderung wäre:
Jeder Hersteller, der behauptet, umweltfreundlichere Waren zu produzieren, muss dieses nachweisen.
Es gibt zunächst eine DIN-Norm, die die Ermittlung des Aufwandes an Energie zur Produktion beschreibt (DIN 4600).
Hinzu kommt dann noch der Anteil an Arbeit (Lohn/Gehalt ff), der im Endpreis enthalten ist - auch Menschen sind ja Energieverbraucher.
Würde diese Forderung erfüllt, wäre sehr schnell klar, dass der Endpreis eine sehr gute Basis zur Abschätzung ist,
ob sich z. B. Solarenergie oder (neue Sau durchs Dorf:) Elektroautos wirklich energiesparend auswirken.
Dann wären auch etliche nebulöse Forderungen des Artikels geklärt:
Wenn Recycling wirklich lohnend wäre (z.B. Chromgewinnung aus Turnschuhen), dann würde es schon gemacht.
Einfach, weil es billiger wäre, als die Gewinnung aus Erz.
Wenn es nicht gemacht wird (teurer ist), dann ist der Energieaufwand eben insgesamt doch kleiner.
Ich kann ihnen nicht völlig zustimmen.
1. Energie ist ja nur ein Bruchteil der Problematik. Vielleicht nützlicher ist es von Kosten zu sprechen. Das umfasst dann auch Gifte, Abgase, Gesundheitsrisiken, verbrauchte Ressourcen, Transaktionskosten, Opportunitätskosten etc.
2. Der Preis bildet leider wirklich nur in der simpelsten Wirtschaftstheorie die Kosten ab.
Genauer gesagt nur dann, wenn der Markt perfekt ist.
Also wenn alle Produkte homogen sind, alle Menschen unbegrenzte Denkkapazität, umfassende Information und perfekte (Wirtschafts-)Rationalität besitzen und alle Effekte in den Markt einfließen.
Genau der letzte Punkt führt uns zu:
3. Externen Effekten
Externe Effekte sind Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen eines Martteilnehmers auf andere Martteilnehmer, die jedoch nicht im Rahmen des Marktes in eine Transaktion einfließen (z.B. Ausgleichszahlungen).
Somit sind externe Effekte irrelevant für die Entscheidung und bedingen somit Marktversagen (A tut etwas das B kostet, ohne das B Ausgleich fordern oder die Tätigkeit von A ablehnen kann)
Umweltschäden sind häufig solche externen Effekte und müssen in den Markt internalisiert oder durch den Staat gesetzlich kompensiert werden. Beides gelingt nur imperfekt. Somit ist nur eine Begrenzte Aussagekraft des Preises bezüglich der Umweltschäden gegeben.
... sie kann nur entwertet werden. Das geht Hand in Hand mit Braungarts Verständnis von Natur als Kreislauf. Nimm mal nen Liter Benzin oder ein Stück Holz. Energie in konzentrierter Form könnte man meinen. Nach dem Abfackeln ist diese Energiemenge aber immer noch da. Die Umgebung hat sich um 0.00...1 promille erwärmt. Tolle Sache, leider wertlos.
Ich glaube, davon habe ich in der Jahrgangstufe 11 in Physik gehört.
Schade, jetzt ist mein Kaffee schon kalt...
Ich kann ihnen nicht völlig zustimmen.
1. Energie ist ja nur ein Bruchteil der Problematik. Vielleicht nützlicher ist es von Kosten zu sprechen. Das umfasst dann auch Gifte, Abgase, Gesundheitsrisiken, verbrauchte Ressourcen, Transaktionskosten, Opportunitätskosten etc.
2. Der Preis bildet leider wirklich nur in der simpelsten Wirtschaftstheorie die Kosten ab.
Genauer gesagt nur dann, wenn der Markt perfekt ist.
Also wenn alle Produkte homogen sind, alle Menschen unbegrenzte Denkkapazität, umfassende Information und perfekte (Wirtschafts-)Rationalität besitzen und alle Effekte in den Markt einfließen.
Genau der letzte Punkt führt uns zu:
3. Externen Effekten
Externe Effekte sind Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen eines Martteilnehmers auf andere Martteilnehmer, die jedoch nicht im Rahmen des Marktes in eine Transaktion einfließen (z.B. Ausgleichszahlungen).
Somit sind externe Effekte irrelevant für die Entscheidung und bedingen somit Marktversagen (A tut etwas das B kostet, ohne das B Ausgleich fordern oder die Tätigkeit von A ablehnen kann)
Umweltschäden sind häufig solche externen Effekte und müssen in den Markt internalisiert oder durch den Staat gesetzlich kompensiert werden. Beides gelingt nur imperfekt. Somit ist nur eine Begrenzte Aussagekraft des Preises bezüglich der Umweltschäden gegeben.
... sie kann nur entwertet werden. Das geht Hand in Hand mit Braungarts Verständnis von Natur als Kreislauf. Nimm mal nen Liter Benzin oder ein Stück Holz. Energie in konzentrierter Form könnte man meinen. Nach dem Abfackeln ist diese Energiemenge aber immer noch da. Die Umgebung hat sich um 0.00...1 promille erwärmt. Tolle Sache, leider wertlos.
Ich glaube, davon habe ich in der Jahrgangstufe 11 in Physik gehört.
Schade, jetzt ist mein Kaffee schon kalt...
Zu aller erst erzähle ich am besten meine persönliche Geschichte im Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz, damit meine Position etwas besser nachzuvollziehen ist. Vor ca. einem Jahr hatte ich eine Art Schlüsselerlebnis, nachdem ich ein halbes Jahr in Südamerika verbracht habe und die sozialen und umwelttechnischen Extremen dort mit eigener Haut erleben durfte/musste, von denen ich lange zuvor gefühlsmäßig eher unbeeindruckt gesprochen habe. Ich kam zurück und habe soetwas wie Schuld empfunden für meinen Bedenkenlosen und ausufernden Dauerkonsum von allem was ich haben konnte und auch wollte. Ich habe von einem Tag auf den anderen beschlossen mein gesamtes Konsummuster in Zukunft nach vor allem nach ethischen Bedingungen zu verändern, nach einem halben Jahr hatte ich dann einen Breakdown, weil ich immer mehr bemerkt habe wie umfassend und komplex es ist sich nach solchen Kritierien zu richten. Es haben sich immer neue Felder aufgetan (wie zum Beispiel- welche Seiten ich im Internet verwende, wieviel Energie jede Seite vom Server aus braucht, wofür sie ihre Einnahmen verwenden). Schnell habe ich gemerkt, dass viele Fragen überhaupt nicht lösbar sind, was ist denn jetzt der bessere Weg? Sind alle Kosten eingerechnet? Kann man Labels vertrauen und was bedeuten sie überhaupt? Ist Bio nicht schon so etwas wie eine Marke ohne viel realem dahinter?
Die Ständige Unsicherheit und Schuldgefühle wenn ich einmal etwas ethisch unkorrektes getan habe hat mich immer mehr zweifeln lassen. Und ich bin selbst auch zu einem ähnlichen Schluss gekommen wie ihn dieser Artikel andeutet. Schuld und Romantische Ausstiegsfantasien sind kein hilfreicher Weg, nicht einmal für einen selbst. Viel besser ist es offen nach vorne zu stoßen, den Versuch dort zu wagen wo er Sinn ergibt und wo man am meisten bewirken kann und sich nicht mit kleinlichen Richtlinien zu plagen. Andererseits muss ich auch Kritik anbringen. Ich glaube auch dass, wenn wir unsere Bemühungen und Energien auf die organisatorische und technologische Weiterentwicklung richtung Nachhaltigkeit konzentrieren, wieder ein funktionierender Part des Kreislaufs werden können. Aber ich glaube auch, dass es nicht geht wenn wir weiter auf der Schiene des ewigen zwanghaften Wachstums und Massenkonsums fahren. Nachhaltige Ressourcen sind begrenzt. Das ist Teil des Kreislaufs, weil sich sonst eine Art zu sehr vermehren kann. Wer also glaubt die Bevölkerung könne sich weiter nach Gutdünken vermehren wenn nur die technologische Effizienz schnell genug vorangetrieben wird der irrt.
Folgender Link könnte sie vielleicht interessieren:
http://noimpactman.typepa...
Der Blog ist von Colin Beavan, welcher versucht hat, ein Jahr lang möglichst ohne negative Effekte auf die Umwelt zu leben. Mittlererweile gibt es anscheinend auch ein Buch. Ich hatte den Link plus Buchrezension irgendwo in meinem Reader, aber noch keine Zeit mich genauer damit zu beschäftigen. Vielleicht finden sie es aber interessant bzw. hilfreich.
(Hui, dass sieht jetzt aus wie Schleichwerbung ^^' )
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Der Blog ist von Colin Beavan, welcher versucht hat, ein Jahr lang möglichst ohne negative Effekte auf die Umwelt zu leben. Mittlererweile gibt es anscheinend auch ein Buch. Ich hatte den Link plus Buchrezension irgendwo in meinem Reader, aber noch keine Zeit mich genauer damit zu beschäftigen. Vielleicht finden sie es aber interessant bzw. hilfreich.
(Hui, dass sieht jetzt aus wie Schleichwerbung ^^' )
Ich kann ihnen nicht völlig zustimmen.
1. Energie ist ja nur ein Bruchteil der Problematik. Vielleicht nützlicher ist es von Kosten zu sprechen. Das umfasst dann auch Gifte, Abgase, Gesundheitsrisiken, verbrauchte Ressourcen, Transaktionskosten, Opportunitätskosten etc.
2. Der Preis bildet leider wirklich nur in der simpelsten Wirtschaftstheorie die Kosten ab.
Genauer gesagt nur dann, wenn der Markt perfekt ist.
Also wenn alle Produkte homogen sind, alle Menschen unbegrenzte Denkkapazität, umfassende Information und perfekte (Wirtschafts-)Rationalität besitzen und alle Effekte in den Markt einfließen.
Genau der letzte Punkt führt uns zu:
3. Externen Effekten
Externe Effekte sind Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen eines Martteilnehmers auf andere Martteilnehmer, die jedoch nicht im Rahmen des Marktes in eine Transaktion einfließen (z.B. Ausgleichszahlungen).
Somit sind externe Effekte irrelevant für die Entscheidung und bedingen somit Marktversagen (A tut etwas das B kostet, ohne das B Ausgleich fordern oder die Tätigkeit von A ablehnen kann)
Umweltschäden sind häufig solche externen Effekte und müssen in den Markt internalisiert oder durch den Staat gesetzlich kompensiert werden. Beides gelingt nur imperfekt. Somit ist nur eine Begrenzte Aussagekraft des Preises bezüglich der Umweltschäden gegeben.
Energieverbrauch und Umweltschäden sind zwar untrennbare Faktoren, aber sie sind vom Endpreis des JETZIGEN Marktes unabhängig.
Und mit eben dieser Energie wird ja auch EE hergestellt - fraglich ist nur, wieviel. Das zu errechnen, ist die DIN 4600 ein guter Anfang.
(Spätere Kosten der Umweltbelastung sind zwar unwägbar, aber sie entstehen bei jedem Energieverbrauch.
Ebenso bedeutet es natürlich höheren Energieverbrauch, Umweltschäden JETZT zu vermeiden, aber es kann vernünftiger sein. Teurer JETZT ist es jeden Falls (später dann billiger natürlich)).
beispiel: Kohlekraftwerke OHNE Filter und CO2-Abtrennung produzieren mit der gleichen Menge weit mehr Strom. Der Strom ist billiger (siehe Endpreis).
Andere, umweltfreundlichere KKWs sind teurer - einfach deswegen, weil mehr Energie (Kohle) für die gleiche Menge Strom nötig war.
Beispiel "Ereneuerbare Energie", z. B. Solarstrom:
Da alle Solaranlagen mit ganz konventioneller Energie hergestellt werden, ist hierfür die Umweltbelastung bereits in der Produktion entstanden.
Eine richtige Berechnung des kumulierten Energieaufwandes der Produktion würde ergeben, wieviel Anteil Atomstrom, Kohlestrom , andere konventionelle Energie im Endpreis enthalten sind - das wären (nach DIN 4600 usw.) ungefähr das 10 bis 15fache des Energierückflusses daraus (sagt der Endpreis).
Das heißt: Es ist auch der 10 bis 15fache Umweltschaden entstanden.
(Berechnungen, die von weniger ausgehen, vernachlässigen einfach nur Teile der Produktion)
Energieverbrauch und Umweltschäden sind zwar untrennbare Faktoren, aber sie sind vom Endpreis des JETZIGEN Marktes unabhängig.
Und mit eben dieser Energie wird ja auch EE hergestellt - fraglich ist nur, wieviel. Das zu errechnen, ist die DIN 4600 ein guter Anfang.
(Spätere Kosten der Umweltbelastung sind zwar unwägbar, aber sie entstehen bei jedem Energieverbrauch.
Ebenso bedeutet es natürlich höheren Energieverbrauch, Umweltschäden JETZT zu vermeiden, aber es kann vernünftiger sein. Teurer JETZT ist es jeden Falls (später dann billiger natürlich)).
beispiel: Kohlekraftwerke OHNE Filter und CO2-Abtrennung produzieren mit der gleichen Menge weit mehr Strom. Der Strom ist billiger (siehe Endpreis).
Andere, umweltfreundlichere KKWs sind teurer - einfach deswegen, weil mehr Energie (Kohle) für die gleiche Menge Strom nötig war.
Beispiel "Ereneuerbare Energie", z. B. Solarstrom:
Da alle Solaranlagen mit ganz konventioneller Energie hergestellt werden, ist hierfür die Umweltbelastung bereits in der Produktion entstanden.
Eine richtige Berechnung des kumulierten Energieaufwandes der Produktion würde ergeben, wieviel Anteil Atomstrom, Kohlestrom , andere konventionelle Energie im Endpreis enthalten sind - das wären (nach DIN 4600 usw.) ungefähr das 10 bis 15fache des Energierückflusses daraus (sagt der Endpreis).
Das heißt: Es ist auch der 10 bis 15fache Umweltschaden entstanden.
(Berechnungen, die von weniger ausgehen, vernachlässigen einfach nur Teile der Produktion)
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http://noimpactman.typepa...
Der Blog ist von Colin Beavan, welcher versucht hat, ein Jahr lang möglichst ohne negative Effekte auf die Umwelt zu leben. Mittlererweile gibt es anscheinend auch ein Buch. Ich hatte den Link plus Buchrezension irgendwo in meinem Reader, aber noch keine Zeit mich genauer damit zu beschäftigen. Vielleicht finden sie es aber interessant bzw. hilfreich.
(Hui, dass sieht jetzt aus wie Schleichwerbung ^^' )
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