Obwohl sich die Erdbahn im Rahmen eines natürlichen Zyklus weiter von der Sonne entfernt und damit weniger Strahlungsenergie empfängt, kühlt sich die Arktis seit 100 Jahren nicht mehr weiter ab, sondern heizt sich überdurchschnittlich schnell auf.

Damit kehrte sich in den letzten Jahrzehnten ein Trend um, der vor rund 2000 Jahren einsetzte und bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts dauerte. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs erwärmt sich die Arktis zügig und intensiv – obwohl sich die Erde nun im Durchschnitt rund eine Million Kilometer weiter entfernt von unserem Zentralgestirn befindet als im Jahr null.

Diesen Wandel führen die Geowissenschaftler um David Schneider vom US-amerikanischen National Center for Atmospheric Research in Boulder auf den Anstieg der Treibhausgase in der Erdatmosphäre zurück, der seit Beginn der Industrialisierung stattgefunden hat. Damit überwiege nun der Einfluss von Kohlendioxid, Methan und anderen Substanzen auf die Erdtemperaturen die Distanzveränderung zur Sonne, sagen die Forscher.