Rote Liste Viele Säugetiere am Mittelmeer sind vom Aussterben bedroht

Ein Sechstel der im Mittelmeerraum heimischen Säugetierarten steht auf der Roten Liste. Die größte Bedrohung der Tiere ist die Zerstörung der Lebensräume.

Insgesamt 16 Prozent aller Säugetierarten im Mittelmeerraum sind gebietsweise vom Aussterben bedroht. Dies geht aus der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) hervor, in der erstmals die Lage von 320 Arten im Mittelmeergebiet erfasst wurde. Zu den am stärksten bedrohten Säugetieren gehörten die Mittelmeer-Mönchsrobbe und der Pardelluchs, teilte die IUCN am Dienstag mit. Besonders gefährdet seien auch Hirsche, Rehe, Raubtiere, Kaninchen und Hasen. Meeressäuger wie Wale und Delfine wurden bei der Erhebung nicht berücksichtigt.

In dem Bericht heißt es, dass drei Prozent der Arten kritisch bedroht, fünf Prozent bedroht und acht Prozent ungeschützt sind. Ausgestorben seien in den vergangenen Jahrhunderten in der Region drei Prozent, darunter das Flusspferd und der Mesopotamische Damhirsch.

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Wir müssen international handeln, um die natürlichen Lebensräume zu sichern. Sonst verlieren wir die reiche Artenvielfalt

Annabelle Cuttelod, Co-Autorin des IUCN Berichts

"Die größte Gefahr geht von der Zerstörung von Lebensräumen aus", erklärte die Co-Autorin des Berichts, Annabelle Cuttelod. "Davon sind 90 Prozent der bedrohten Arten betroffen." Landwirtschaft, Jagd und Fallen stellen die größten Risiken dar. Von den 49 bedrohten Arten kommen 20 ausschließlich im Mittelmeerraum vor. "Dies unterstreicht die Verantwortung der Mittelmeerstaaten, diese Arten der Welt zu erhalten", betonte die IUCN.

Bei 27 Prozent der Säugetierarten im Mittelmeerraum sind die Bestände nach Angaben der IUCN rückläufig, bei 30 Prozent sind sie stabil, bei den restlichen Arten ist der Trend unbekannt. Nur bei drei Prozent der Säugetiere im Mittelmeerraum wachse der Bestand. Dies geschehe aber zumeist aufgrund von Artenschutzprogrammen.

"Wir müssen international handeln, um die natürlichen Lebensräume zu sichern. Sonst verlieren wir die reiche Artenvielfalt", unterstrich Cuttelod. Erst im Oktober 2008 wurde auf dem Welt-Naturschutz-Kongress der IUCN in Barcelona internationale Hilfe für den Erhalt der Lebensräume gefordert.

Die größte Artenvielfalt gibt es in den Gebirgsregionen, vor allem in der Türkei, in den östlichen Ländern des Mittelmeers und in Nord-West-Afrika. In der Sahara, die ein relativ geringes Artenvorkommen aufweist, sind überdurchschnittlich viele Spezies bedroht.

Seit 1963 führt die IUCN die internationale Rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Sie unterscheidet acht Gefährdungsstufen. Alle Vögel und fast alle Säugetiere wurden einer der Stufen zugeordnet, während dies bisher bei nur 3.400 (von über einer Million beschriebenen) Arten wirbelloser Tiere geschehen ist. Von vielen Wissenschaftlern wird die Rote Liste der IUCN dem wissenschaftlichen Journal Endangered Species Research zufolge kritisiert. Der internationalen Organisation wird vorgeworfen, Arten zu schützen, die nicht mehr bedroht seien. Außerdem würden sie Säugetiere bevorzugen. Auch die Auswertung der Daten werde von Experten bemängelt.

 
Leser-Kommentare
    • Zenith
    • 15.09.2009 um 18:26 Uhr

    Die Zahl der Menschen. ( entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Die Redaktion / tr. )

    • Loki45
    • 15.09.2009 um 21:49 Uhr

    "Die größte Gefahr geht von der Zerstörung von Lebensräumen aus, davon sind 90 Prozent der bedrohten Arten betroffen. Von den 49 bedrohten Arten kommen 20 ausschließlich im Mittelmeerraum vor. Dies unterstreicht die Verantwortung der Mittelmeerstaaten, diese Arten der Welt zu erhalten", betonte die IUCN.

    Hier wird eindeutig nachgewiesen, dass nicht ein imaginärer "Klimawandel", sondern dass das unachtsame Verhalten des Menschen die Umwelt zerstört!

    Wir haben dringende Umweltprobleme, wie Versteppung, Desertifikation, Vernichtung der tropischen Regenwälder, der borealen Wälder, der Feuchtegebiete, Flussbegradigung, Flächenversiegelung, schonungslose Urbanisierung usw.

    Das ist unser "Kampfplatz" - nicht das Klima!

  1. Wozu das denn? Wo in Europa gibt es eigentlich noch ursprüngliche, natürliche Lebensräume? Masuren und Lappland. Mehr is da nich.

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