Studie zu Kernenergie
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe
Forschungsministerin Annette Schavan hat dementiert, dass sie eine Geheimstudie zurückhält. Demnach befürworten etwa 100 Forscher den Bau neuer Atomkraftwerke.
© John Macdougall/Getty Images

Seit drei Monaten liegt die Studie der Bundesforschungsministerin Annette Schavan vor
Schon im Juni soll Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Studie erhalten haben, in der rund 100 Forscher dazu anregen, neue Atomkraftwerke in Deutschland zu bauen. Doch bisher hielt Schavan der Financial Times Deutschland zufolge das brisante Gutachten, das sie in Auftrag gegeben hatte, unter Verschluss. In dem Bericht werben die Wissenschaflter außerdem dafür, an anderen Standorten als Gorleben nach atomaren Endlagern zu suchen. Doch diese Atomempfehlungen seien ihr offenbar zu heikel gewesen, schreibt die Zeitung. Erst im Oktober, nach der Bundestagswahl, wolle sie die Studie mit dem Titel Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland vorstellen.
Schavan wies den Vorwurf am Mittwoch zurück: Sie habe weder ein Geheimgutachten erstellen lassen noch etwas zu verbergen, sagte die CDU-Politikerin der Süddeutschen Zeitung (Donnerstagsausgabe). Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte kritisiert, Schavan habe Gutachten in Auftrag gegeben, "die schon mal den Neubau von Atomreaktoren untersuchen". Offensichtlich spiele die Atomkraft in den Planungen der Union "insgeheim eine größere Rolle als bisher immer behauptet".
Schavan sagte, die Forschungsinstitute hätten im Juli ein erstes Konzept erstellt, das sechzig Seiten umfasse und die mögliche künftige Nutzung aller Energieformen prüfe. Gerademal drei Seiten behandelten dabei die Frage, ob und wie Atomenergie künftig genutzt werden könnte. Das endgültige Gutachten werde zudem erst im Frühjahr 2010 vorliegen. "Angesichts dessen ist es absurd zu behaupten, mein Ministerium habe den Auftrag erteilt, eine Studie über den Neubau von Atomkraftwerken zu erstellen", sagte Schavan.
Wie aus einem Brief an die Autoren der Studie, an der vier Wissenschaftsorganisationen mitgearbeitet haben, hervorgeht, wollte die Forschungsministerin der SPD und den Grünen offenbar keine weitere Munition für den Wahlkampf liefern. In dem Schreiben heißt es: "Allerdings haben sich die Präsidien der Akademien und das Bundesforschungsministerium darauf verständigt, das Konzept erst nach der Bundestagswahl der Öffentlichkeit vorzustellen, da sonst die Gefahr bestände, dass es im Wahlkampf untergeht oder zerredet wird", schrieb das Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), Ortwin Renn. Das Ministerium wollte sich zum Inhalt der Studie bisher nicht äußern.
Die Union tritt wie die FDP für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ein. Jedoch wirbt sie im Wahlkampf nicht offensiv dafür, denn mit dem Thema Kernkraft lassen sich kaum Wählerstimmen gewinnen. Vor allem SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel versucht seit Monaten, Stimmung gegen die Atompläne von Schwarz-Gelb zu machen.
Für die CDU kommen die Details der Studie im Auftrag Schavans zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt ans Licht. Angela Merkel hatte im TV-Duell gegen Frank-Walter SteinmeierAtomkraft als "Brückentechnologie" bezeichnet. Dies ist seit Ende 2008 offizielle Parteilinie. Damals nahm die CDU, entgegen dem Willen der Spitze, auf Druck von Basis und öffentlicher Meinung Abstand vom Neubau von Kernkraftwerken.
- Datum 17.9.2009 - 13:08 Uhr
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- Serie Energie
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wer sind den diese 100 Wissenschaftler bzw. Forscher? Es gibt ebenso Studien von Wissenschaftlern die neue AKW´s nicht befürworten! Was soll "befürworten" auch bedeuten? Es gibt genug Forscher, Wissenschaftler, Politiker ect., die neue AKW´s befürworten! Aber es ist doch egal was in der Studie steht, die Risikos bleiben und sind nicht zu verschweigen! Müssen wir unseren Kindern neben den immensen Schulden auch gefährlichen Müll hinterlassen. Sollten wir nicht lieber überlegen auf welchem Niveau wir schon leben und ob dies notwendig ist?
Komisch, zu welchen Blüten sich der Journalismus so kurz vor der Wahl treiben lässt.
Gut, 100 Forscher sind für Atomkraftwerke. Na und?
Bei gutem Willen findet man innerhalb einiger Tage auch 100 Forscher, die GEGEN Atomkraftwerke sind. Und beide Seiten haben irgendwie sogar mit ihrer Stellungnahme Recht.
Also WAS BITTE ist an einem solchen Papier brisant???
weniger das Papier an sich, sondern der Umgang damit und die Tatsache, dass es bis nach der Wahl zurückgehalten, und damit wohl mal wieder der Wähler verschaukelt werden soll(te). Besonders nachdem sich die CDU, wie auch im Artikel zu lesen ist, gegen etwaige AKW-Neubaus ausgesprochen hatte.
weniger das Papier an sich, sondern der Umgang damit und die Tatsache, dass es bis nach der Wahl zurückgehalten, und damit wohl mal wieder der Wähler verschaukelt werden soll(te). Besonders nachdem sich die CDU, wie auch im Artikel zu lesen ist, gegen etwaige AKW-Neubaus ausgesprochen hatte.
Die Frage ist doch, welche Alternativen gibt es den überhaupt zum Neubau von Atomkraftwerken, besonders in Süddeutschland, wo die Hälfte des Stroms aus alten Atomkraftwerken kommt.
Kohlekraftwerke sind dank der Klimahysterie auszuschließen, erneuerbare Energien sind in nächster Zeit keine wesentliche Energiequelle, am besten ist da noch die Idee mit den Gasmotoren als Heizung Stromgenerator ansonsten wird bei einem Ausstieg aus der Atomkraft nur der Zukauf von Strom aus den Nachbarländern bleiben.
Andere Alternativen würden mich da doch brennend interessieren!
Hat nicht Lichtblick erst vor kurzem 100000 gasbetriebene Moteren in ein-oder Mehrfamilienhäusern zu einem Kraftwerk zusammengeschlossen. Gas, Kohle, Erdöl oder Holz nicht einfach zu Heizzwecken verbrennen sondern Strom erzeugen und mit der Abwärme heizen, in Millionem kleinen oder mittleren Anlagen die Steurungstechnisch zusammnegeschlossen sind. Das erhöht den Wirkungsgard enorm weil sie die Abwärme sinnvoll nutzen können. Das wäre die Übergangstechnolgiefür dei nächsten 30 Jahre, nur müßte man sich da mit den Stromriesen anlegen.
Falls den Energie-Konzernen der Atomstrom nicht mehr subventioniert und die "Endlagerung" nicht mehr steuerfinanziert wird, werden ohnehin keine AKWs mehr gebaut.
Ich als Norddeutsche würde im Übrigen - wenn überhaupt - das Endlager in Bayern ansiedeln.
Ihr liegt doch den Atomstrom so sehr!
Im Süden: Fotovoltaik, Biomasse, Geothermie, Windenergie
1. Der Süden ist für Fotovoltaik in der ganzen BRD am besten geeignet, der Ertrag liegt im Mittel bei ca. 1050 kWh/kWp, in ganz Deutschland nur bei ca. 900 kWh/kWp. Das der Modulpreis der Fotovoltaik in nur einem Jahr um 30-40% gefallen ist, dürfte sich langsam herumgesprochen haben.
2. Biomasse - erklärt sich eigentlich von selbst. Dient in erster Linie zur Speicherung von Energie für die Zeiten, in denen Fotovoltaik und Windenergie nicht den Bedarf decken können. Selbstverständlich am besten mittels KWK um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Seit dem 01.01.09 wird nun auch die Biomethan-Einspeisung ins Erdgasnetz ermöglicht. Entsprechend gibt es einen Bauboom dieser Anlagen, die Hersteller kommen gar nicht hinterher.
3. Geothermie bietet neben der Fotovoltaik das höchste Potential in Deutschland, Studien geben bis zu 300 TWh grundlastfähige Stromproduktion p.a. an. Allerdings ist die Geothermie kaum erschlossen und wirtschaftlich riskant - das Bohrloch kann ja auch trocken bleiben. Trotzdem gibt es verschiedene z.T. schon verwirklichte Projekte (z.B. Unterhaching).
4. Die Windenergie ist im gesamten süddeutschen Raum kaum ausgebaut. Dies liegt nicht an den schlechten Bedingungen, denn die sind die selben wie in Mitteldeutschland. Es liegt vielmehr an der konsequenten Blockadepolitik der unionsregierten Länder...
Was ich mich frage ist folgendes:
1. Warum gibt man solch eine Studie VOR der Bundestagswahl in Auftrag, wenn man doch (mit etwas Nachdenken) davon ausgehen kann, daß zumindest Teile der resultierenden Ergebnisse nicht das Wohlwollen einses Großteils der Wähler finden werden? Da man in solch einem Fall ja wohl schon vorher im Hinterkopf hatte, die Studie "endzulagern", hätte man sie entweder nach der Wahl beauftragen können (so man dann das noch kann) oder es ganz sein lassen.
Aber vermutlich wurden hier wieder Gelder auf Vitamin-B Basis verteilt... Mit so einer Studie kann man ja prima Honorarzahlungen verschleiern.
2. Was hat diese Studie überhaupt gekostet? In Zeiten ausufernder Schuldenlasten würde ich gerne wissen, was so eine Schubladennummer den Bürger kostet.
3. Wofür benötigt man solch eine Studie überhaupt, wenn doch dieses Thema ständig von diversen Seiten (politische Parteien jedweder Coleur, Stromerzeuger, AKW-Gegner, Wissenschaftler, Medien, usw.) haarklein diskutiert wird.
4. Wie werden die Wissenschaftler denn ausgewählt (sprich: wie wählt jemand, der offensichtlich keine Ahnung von einem Thema hat, die entsprechenden Fachleute dafür aus)?
5. Warum braucht es 100 Wissenschaftler solch eine Studie zu erstellen (wenn man nur mal 500,- EUR pro Nase nimmt, sind mal eben eine Mio. "entsorgt" worden)
Fragen über Fragen, die letzten Endes mich nur dazu zu bringen wieder einmal am normalen Menschenverstand unserer Führungs"eliten" zu zweifeln.
Armes Deutschland....
Meine Frage, wie kommst du auf 1 Millionen?
über zukünftige Energieforschung.
http://www.spiegel.de/wis...
Zitat "In dem Gutachten wird das gesamte Spektrum der Energieforschung beschrieben - samt der vielen Mängel. Der Tenor ist ganz im Sinne auch von Gabriel: Eine Forschungsoffensive gegen den Klimawandel ist nötig. Obwohl eine sichere und klimaschonende Energieversorgung zu den zentralen Aufgaben des Jahrhunderts zähle, gebe es noch kein stimmiges Forschungskonzept. Besonders bei den erneuerbaren Energien und der CO2-Minderung bei fossilen Energiequellen bestehe enormer Forschungsbedarf."
Deshalb auch 100 Wissenschaftler, man will ja vermeiden, dass einer sagt, er wäre nicht gefragt worden.
Es wissen, dann kommentieren
Wenn alles ab dem 27.09.09 in Kraft tritt, was bisher geheimgehalten bzw. abgestritten wird, dann haben wir in wenigen Monaten eine andere Republik.
"Aber es ist doch egal was in der Studie steht," (ist das nicht herrlich entlarvend?)
"Sollten wir nicht lieber überlegen auf welchem Niveau wir schon leben und ob dies notwendig ist?" Frage: was machen Sie mit denjenigen, die sich (nach reiflicher Überlegung) auf den Standpunkt stellen, dass das Niveau nicht ausreicht?
"und damit wohl mal wieder der Wähler verschaukelt werden soll(te). Besonders nachdem sich die CDU, wie auch im Artikel zu lesen ist, gegen etwaige AKW-Neubaus ausgesprochen hatte." Da haben sie nicht einmal Unrecht. Nur sehe ich darin weniger, die "Lust am Verschaukeln" sondern schlichte Feigheit.
"Dann würden wir doch nicht gewählt" sagt jetzt ein CDU Politiker. "Es ist zumutbar für Wahrheiten den politischen Tod zu sterben. Sie sind doch Teil des öffentlichen Dienstes", würde ich dem Politiker antworten "Von anderen Mitgliedern des öffentlichen Dienstes, den Soldaten etwa verlangen Sie doch, dass er sogar bereit ist, den persönlichen Tod zu riskieren. Und da fürchten Sie den vergleichsweise harmlosen politischen Tod?"
Herzlichst Crest
Hat nicht Lichtblick erst vor kurzem 100000 gasbetriebene Moteren in ein-oder Mehrfamilienhäusern zu einem Kraftwerk zusammengeschlossen. Gas, Kohle, Erdöl oder Holz nicht einfach zu Heizzwecken verbrennen sondern Strom erzeugen und mit der Abwärme heizen, in Millionem kleinen oder mittleren Anlagen die Steurungstechnisch zusammnegeschlossen sind. Das erhöht den Wirkungsgard enorm weil sie die Abwärme sinnvoll nutzen können. Das wäre die Übergangstechnolgiefür dei nächsten 30 Jahre, nur müßte man sich da mit den Stromriesen anlegen.
das Projekt von Lichtblick wurde gestartet. Aber bis zu den 100.000 Generatoren dauert es noch einige Jahre, noch gibt es keinen und die Produktion erlaubt anfangs nur wenige 1000 pro Jahr.
Ob der Wirkungsgrad wirklich deutlich größer ist glaube ich nicht. Große Kraftwerke nutzen die Abwärme wieder und wieder und wieder. Und aufgrund der Größe lohnen sich auch noch bessere (teurere) Isolationen etc. Die Generatoren sind zudem wirkungsvoller.
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