Kunstvolle Arktismalerei
Zwei Mal ging der Künstler Gerhard Rießbeck mit dem Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven auf Arktisexpedition. Sein Ziel: Die Natur, die auf die Menschen solch eine große Faszination ausübt. Sie wird in den Gemälden Rießbecks zum Modell für das "nicht manipulierbare Unzugängliche". Diesen grönländischen Eisberg (Öl auf Leinwand) malte der Künstler 2009 für die Ausstellung "Der Blick des Forschers" in all seiner kargen Schönheit...
- Datum 08.10.2009 - 07:55 Uhr
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Das Bild 3 ("Arbeit auf Eis") von Gerhard Rießbeck erinnert stark an das Atommülllager Asse in Niedersachsen. Vielleicht ist das gar kein Zufall? Vielleicht empfinden wir an den sog. Sollbruchstellen unserer Gesellschaft heute ein größeres Unbehagen, weil wir ahnungsvoll an den Klimawandel, an marode Atomkraftwerke und an verseuchte Lebensmittel denken.
Diesen Eindruck vermitteln Rießbecks Werke in beeindruckender Weise. Naturschönheiten, die sich gleichsam als Menetekel unserer Zeit dechiffrieren lassen. Diese gewaltigen Eisberge symbolisieren unsere Gegenwart in eindrucksvoller Weise: Unsere Sehnsüchte nach einer nach wie vor "heilen Welt" bilden die über dem Wasser sichtbaren Spitzen der Eisberge. Die Sechs-Siebtel, die unsichtbar unter dem Meer verborgen sind, empfinden wir als eine Bedrohung vor dem, was der Mensch sich selbst angetan hat. Und nach wie vor antut.
Die Bilder verweisen also gleichsam auf die zum Teil unberührte Natur als auch auf das direkte und undirekte Eingreifen des Menschen in diese Ursprünglichkeit.
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