Energiepolitik Biokraftstoffe – nein danke
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Die Bilanz für Biokraftstoffe der zweiten Generation fällt besser aus

Kaum ein Wunder, dass auch die globale Gesamtbilanz negativ ausfällt. 36 Millionen Hektar Land sind derzeit weltweit für die Produktion von Biotreibstoffen im Gebrauch, die zusammen nur 1,8 Prozent der weltweit verbrauchten Transportbrennstoffe ausmachen. Um künftig zehn Prozent des Treibstoffbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe zu decken, müsste die Anbaufläche auf bis zu 500 Millionen Hektar steigen. Das aber würde netto bis zu eine Milliarde Tonnen zusätzlicher Treibhausgase bedeuten: 170 bis 760 Millionen Tonnen eingespartem CO2 stünden 0,75 bis 1,83 Milliarden Tonnen zusätzlichen Treibhausgases durch Abholzung und andere Effekte der Umwidmung gegenüber.

Die Autoren der Studie sehen deshalb auf lange Sicht nur eine Nebenrolle für Biokraftstoffe. Andere erneuerbare Energien, so der leitende Autor Stefan Bringezu vom Wuppertal-Institut, seien schlicht effektiver. Hoffnung setzen die Experten einzig in die Biokraftstoffe der zweiten und dritten Generation, für die nicht extra Land bebaut wird. "Biotreibstoffe, die aus landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt werden, haben eine positive Ökobilanz aufzuweisen", sagt Bringezu. "Und wir wissen zum Beispiel immer noch viel zu wenig über die Energiegewinnung aus organischen Abfällen, da könnte man eine Menge machen."

Bis diese Lösungen gefunden sind, steht UNEP-Chef Achim Steiner vor der Herausforderung, einen Naturraubbau im Namen des Biosprits zu verhindern. "Es ist wichtig, dass wir in Zukunft klar unterscheiden zwischen Biotreibstoffen, die das Klima und die Umwelt schützen, und solchen, die das nicht tun", begründet er seine Forderung nach der Einführung globaler Standards und eines Zertifizierungsmechanismus.

Darin müsse gesichert sein, dass Biosprit nicht auf Kosten der Nahrungssicherheit für die Ärmsten gehe. "Wir müssen sicherstellen, dass Länder mit Nahrungsmitteldefizit nicht unbedingt zu den ersten Großproduzenten von Biokraftstoffen werden", warnt Steiner.

Er sieht auch die Käufer in der Pflicht, auf eine nachhaltige Produktion des begehrten Biotreibstoffs zu achten. "Der Weltmarkt für Biokraftstoffe wird wachsen", sagt der UNEP-Chef. "Die Frage ist: Wird er eine negative Konsequenz für Nationalparks, für CO2-Emissionen, für die Landwirtschaft, für lokale Gemeinschaften haben, oder wird er zu einem ökonomischen Potential auch für die Entwicklung dieser Länder?" Auf diese Frage wissen auch die Experten noch keine Antwort.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Leider hält förden Politik und Unternehmen immer noch den Verbrauch von Palmöl. Deshalb sind Proteste notwendig, z. B. unter www.regenwald.org

    Eine Leser-Empfehlung
  2. weis das schon lange, da brauchts keinen von Weizsäcker! Es wird immer die Lobby bedient der der Regierung nahe steht. Der Verstand bleibt leider auf der Strecke!

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    • keox
    • 17.10.2009 um 12:47 Uhr

    wobei noch anzumerken ist, daß die sozialen Kosten dieser verbrecherischen Geschäftsidee noch gar nicht berücksichtigt wurden.

    • keox
    • 17.10.2009 um 12:47 Uhr

    wobei noch anzumerken ist, daß die sozialen Kosten dieser verbrecherischen Geschäftsidee noch gar nicht berücksichtigt wurden.

  3. Manchmal sind die Ökos selbestfür Umweltzerstörung verantwortlich, etwa wenn es um Sojaanbau und deren Folgen in Südamerika angeht. Die Ökos haben einen Mangel an systemischen Denken, resultierend in totalem Schwchsinn wie "Bio"-Treibstoffe.

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    Sie haben ja Recht, das "systemisches Denken" viele "Schwachsinnigkeiten" vermeiden helfen würde bzw. diese nie zu Realitäten hätte werden lassen. Aber wer sind denn Ihre "Ökos" und was haben "sie" mit dem Sojaanbau in Brasilien zu tun?
    Das verstehe ich irgendwie nicht.

    • Ullrik
    • 18.10.2009 um 20:02 Uhr

    was meinst du konkret mit 'Sojaanbau' und 'Ökos'?

    Sie haben ja Recht, das "systemisches Denken" viele "Schwachsinnigkeiten" vermeiden helfen würde bzw. diese nie zu Realitäten hätte werden lassen. Aber wer sind denn Ihre "Ökos" und was haben "sie" mit dem Sojaanbau in Brasilien zu tun?
    Das verstehe ich irgendwie nicht.

    • Ullrik
    • 18.10.2009 um 20:02 Uhr

    was meinst du konkret mit 'Sojaanbau' und 'Ökos'?

    • keox
    • 17.10.2009 um 12:47 Uhr

    wobei noch anzumerken ist, daß die sozialen Kosten dieser verbrecherischen Geschäftsidee noch gar nicht berücksichtigt wurden.

    • Gafra
    • 17.10.2009 um 14:15 Uhr

    verantwortlich, dass die Leute meinen, man könne einfach den bisherigen Lebensstil mit 2 Autos pro Familie bei behalten und das mit Bio-Kraftstoffen dann umweltfreundlich regeln.
    Hier geht es nicht um Gewissensberuhigung des grünen Gewissens, sondern um Gewissensberuhigung des gemeinen Autofahrers und der Autolobby.
    Aber schön, wenn das eigene Weltbild unangetastet bleibt.
    So weit ich weiss, haben die Oekos als erste darauf hingewiesen, dass das alles Quatsch ist.
    Jeder, der nur halbwegs nachdenken kann, musste wissen, dass der massenhafte Anbau von Bio-Kraftstoffen, solche Folgen haben müsse.

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    ... das Problem wurden von fähigen Leuten schon lange vor dieser hier vorgestellten Studie erkannt und davor ebenfalls schon vor Jahren gewarnt. Allerdings hören Entscheider eher hin, wenn die UNO etwas sagt. Als z.B. "Rettet den Regenwald" oder ähnliche NROen (also dort, wo vermeintlich die hier bereits fachfraulich erwähnten "Bandmanager", "naiven Zeitgenossen", "Klassenkämpfer" sich engagieren).

    ... das Problem wurden von fähigen Leuten schon lange vor dieser hier vorgestellten Studie erkannt und davor ebenfalls schon vor Jahren gewarnt. Allerdings hören Entscheider eher hin, wenn die UNO etwas sagt. Als z.B. "Rettet den Regenwald" oder ähnliche NROen (also dort, wo vermeintlich die hier bereits fachfraulich erwähnten "Bandmanager", "naiven Zeitgenossen", "Klassenkämpfer" sich engagieren).

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