Vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat China eigene konkrete Ziele angekündigt, um den Anstieg seiner Kohlendioxid-Emissionen abzubremsen. Danach soll der Ausstoß der Treibhausgase künftig nicht mehr ähnlich stark zulegen wie das Wirtschaftswachstum. Für jeden erwirtschafteten Yuan sollen die Emissionen bis 2020 um 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 gesenkt werden, kündigte der Staatsrat am Donnerstag in Peking an.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete, sei es eine "freiwillige Maßnahme" auf der Grundlage der nationalen Bedingungen Chinas und ein Beitrag zu den weltweiten Bemühungen im Klimaschutz. Wie ferner das Außenministerium mitteilte, wird Regierungschef Wen Jiabao zum Klimagipfel nach Kopenhagen reisen.

Die Volksrepublik ist heute der größte Produzent von Treibhausgasen weltweit. Ungeachtet einer Verringerung der CO2-Intensität seiner gegenwärtig mit acht Prozent wachsenden Wirtschaft wird Chinas Ausstoß von Treibhausgasen vorerst weiter ansteigen. Experten gehen davon aus, dass die chinesischen Emissionen auch mit entschiedenen Maßnahmen zum Klimaschutz erst zwischen 2030 und 2040 ihren Höchststand erreichen werden.

Die reichen Länder müssten Hunderte Milliarden Euro zahlen © ROBERTO SCHMIDT/AFP/Getty Images

Weltweit wird ein wirksamer Klimaschutz auf lange Sicht nur möglich sein, wenn den Staaten der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise gelingt. Um das zu erreichen, fordern Schwellenländer wie China von den Industrieländern technische und finanzielle Unterstützung. Die Debatte darüber, in welcher Höhe Gelder fließen und wie die Zahlungsströme verwaltet werden sollen, gehört zu den heiklen Punkten der Kopenhagener Verhandlungen. Streit darüber gibt es schon jetzt: Erst am Mittwoch meldete die britische BBC, in der Vergangenheit schon zugesagte Mittel seien nicht in versprochener Höhe gezahlt worden.