Letzte Hoffnung Kopenhagen?
Letzte Hoffnung Kopenhagen?
Es ist derzeit jedoch offen, ob die Weltgemeinschaft in Kopenhagen einen verbindlichen internationalen Klimavertrag verabschiedet. Aber selbst wenn, weiß bislang niemand, wie REDD und all die anderen in der Theorie so wunderbaren Systeme zur Klimarettung in der Praxis funktionieren. Um das herauszufinden wollen die Australier mit 200 Millionen Dollar Pilotprojekte auf Borneo und vielleicht eben in Jambi finanzieren.
Die ganze wilde Schönheit des Urwalds offenbart sich auf den letzten zwölf Kilometern zur Orang-Utan-Auswilderungsstation. Die Fahrt durch den dichten Dschungel, in dem Elefanten, Tapire, Malaienbären und die letzten Sumatratiger leben, ist abenteuerlich. Makaken tollen am Rand des kaum sichtbaren Wegs, bunte Schmetterlinge flattern zwischen sattgrünen Farnen und dichtem Bambusdickicht.
Auf dem vom Monsunregen aufgeweichten Forstweg kommen die Jeeps immer wieder ins Schlingern, die beiden Baumstämme als "Brücke" über einen Bach sind so glitschig und morsch, dass der Fahrer Laurent und ihren Tross bittet, auszusteigen. "Sicherheit hat Vorrang", sagt er mit einem freundlichen Lächeln.
Mühsam müssen die kleinen Affen das Leben in Freiheit erlernen – inklusive Abstürze aus Bäumen, weil sie deren Tragfähigkeit falsch einschätzen. Normalerweise leitet sie ihre Mutter an, im Camp müssen es Ranger übernehmen.
Wagen und Passagiere sind über und über mit gelblichem Schlamm bespritzt, als sie nach einer Stunde endlich die einzige Orang-Utan-Auswilderungsstation in Indonesien erreichen. Pratje und seine Mitarbeiter holen Pinki, Violett und Onki zum "Unterricht" aus dem riesigen Käfig und lassen sie in der "Dschungelschule" im dichten Grün des letzten Tieflandregenwalds Sumatras toben. Vor der Auswilderung müssen die als Haus- oder Spaßtiere auf den Märkten Sumatras in Gefangenschaft groß gewordenen Affen alles für das Leben in der Natur lernen. Sogar das Klettern.
Pratje weiß: "Am Anfang stürzen sie oft ab, weil sie in Gefangenschaft nicht einschätzen lernten, ob ein Ast stark genug ist ihr Gewicht zu tragen." Melanie Laurent schießt im Orang-Utan-Camp viele Fotos für eine Ausstellung in Paris. "Es tut gut zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die sich um den Wald und seine Bewohner kümmern", sagt der Filmstar und fügt hinzu: "Ich will mit meinen Bildern die Wahrheit zeigen. Alle Menschen können etwas tun. Wir können zum Beispiel darauf achten, keine Kosmetika auf Palmölbasis oder Produkte aus indonesischem Holz zu kaufen."
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- Datum 13.11.2009 - 16:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, spektrumdirekt.de
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