Klimaschutz Wasser für Russlands Moore
Deutschland investiert in die Wiedervernässung großer Moorflächen in Osteuropa. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff und sind deshalb wichtig für den Klimaschutz.

Moore speichern besonders viel Kohlenstoff, da sie aus Pflanzenresten bestehen, die im Wasser über Jahrtausende konserviert worden sind
Obwohl sie gerade einmal drei Prozent der Landfläche des Globus bedecken, speichern die Moore der Erde doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Das zeigt, welche enorme Bedeutung sie für den Klimaschutz haben.
Wie die Moore im globalen Klimaschutz berücksichtigt werden, war eines der Themen einer Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zum Moorschutz in Osteuropa, die am Mittwoch in Bonn zu Ende ging. Dort trafen sich Forscher aus Weißrussland, der Ukraine und der Russischen Föderation mit deutschen Kollegen, um über die Zukunft der Moore zu beraten.
Moore entstehen, wenn Pflanzenreste nicht verrotten, sondern sich als Torfschicht über Jahrtausende auftürmen. Der Torf bildet sich dort, wo die Pflanzenreste in saurem Wasser konserviert werden – zum Beispiel in Feuchtgebieten, wo das Grundwasser die Landschaft dauerhaft überschwemmt. Werden solche Moore trockengelegt oder landwirtschaftlich genutzt, gelangt Sauerstoff an den Torf und das Pflanzenmaterial beginnt zu verrotten. Dabei oxidiert der gespeicherte Kohlenstoff zum Treibhausgas CO2 und gelangt in die Atmosphäre.
© Parish/Wetlands International

Diese Karte zeigt die globale Verteilung der erhaltenen Moorflächen auf der Erde
"Derzeit sind etwa 15 Prozent der weltweiten Moorgebiete zu Kohlendioxid-Quellen geworden", erklärt der Moorforscher Hans Joosten von der Universität Greifswald. "Gemeinsam geben sie jährlich etwa zwei Gigatonnen CO2 ab." Zum Vergleich: Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht der Mensch jährlich eine Kohlendioxid-Emission von etwa 30 Gigatonnen. "Zwar ist ein Großteil der Moore noch intakt, doch die Rechnung zeigt, welche fatalen Auswirkungen es für das Klima hätte, wenn sie ebenfalls zerstört würden", sagt Joosten.
Das Bundesumweltministerium (BMU) finanziert deshalb seit einem Jahr im Rahmen der Internationalen Klimainitiative ein Modellprojekt zur großflächigen Moorrenaturierung in Weißrussland, bei dem wichtige Grundlagen sowohl für die Anrechnung von Mooren in einem Post-Kyoto-Protokoll, als auch auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt, erarbeitet werden. Die Ergebnisse sollen im Dezember auf dem Klimagipfel im Kopenhagen präsentiert werden.
Infolge der wirtschaftlichen Veränderungen seit dem Fall des Eisernen Vorhangs liegen insbesondere in Weißrussland, der Ukraine und der Russischen Föderation in erheblichem Umfang Moorflächen brach, die trockengelegt und vorwiegend für landwirtschaftliche Zwecke, aber auch für Forstwirtschaft und Torfabbau genutzt wurden. Im Rahmen des Projektes sollen zunächst 10.000 Hektar degradierte Moore in Weißrussland wiedervernässt werden. Damit wird das Projekt beispielhaft zeigen, wie durch die Wiedervernässung von Mooren Treibhausgas-Emissionen vermieden werden können", sagte der Greifswalder Moorforscher Michael Succow, der sich mit einer Stiftung für den Moorschutz einsetzt.
Wissenschaftler und Klimaexperten setzen darauf, dass in Kopenhagen eine Regelung getroffen wird, nach der Moore als CO2-Speicher im Emissionshandel berücksichtigt und ihr Schutz durch Kohlenstoff-Zertifikate vergütet werden kann. Sollte das gelingen, müssten Staaten genau berechnen und nachweisen, wie viel Treibhausgas sie durch Renaturierungsmaßnahmen eingespart haben.
Die Ergebnisse der Studien aus Osteuropa seien auch auf tropische Moore übertragbar, hieß es auf der Tagung. Solche Moore finden sich zum Beispiel auf den Inseln Sumatra, Borneo und Papua in Indonesien. Hier ist der über Jahrtausende entstandene mit Wald bewachsene Torfboden durch Holzeinschlag, die Rodung für Palmölplantagen und durch wiederkehrende Waldbrände gefährdet. Während der Schutz der Moore dort schwierig ist, konnten in Osteuropa bereits große Flächen erfolgreich wiedervernässt werden.
- Datum 19.11.2009 - 18:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ja einfach und energiesparend zu leben ist wesentlich
schöner als energieverschwendend zu leben.
Heimische Arbeitsplätze sind besser wie die riesige
alles verschlingende Globalisierung.
Wie schön könnte die Natur bei uns sein,doch die
Gier,die Gier und nochmals die Gier macht alles kaputt.
Und doch wäre alles so einfach !
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