Müllkrise Nach uns die Plastikflut

Kunststoffe sind der Inbegriff nicht nachhaltiger Wirtschaft: erzeugt aus endlichem Erdöl und entsorgt als unzersetzlicher Abfall in Deponien oder Gewässern. Auch zukünftige Biowerkstoffe können das Wachstum dieses Müllbergs bestenfalls verlangsamen.

Stetig wachsend: Eine nachhaltige Lösung für das Problem Kunstoffmüll gibt es nicht

Stetig wachsend: Eine nachhaltige Lösung für das Problem Kunstoffmüll gibt es nicht

"Der Plastik-Mensch lebt in einer Welt voll von leuchtenden Farben und sauberen, glänzenden Flächen – ohne scharfe Kanten, Motten und Rost." So beschrieben die Chemiker Victor Yarsley und Edward Couzens im Jahr 1941 ihre Vision der damals gerade nach und nach entdeckten Kunststoffe.

Dieser weithin geteilte Enthusiasmus erhielt seinen ersten ökologischen Dämpfer bereits in den sechsziger Jahren: Damals fanden Forscher erstmals verendete Seevögel, in deren Mägen sich etliche Plastikteile angesammelt hatten.  

Anzeige

Kaum 50 Jahre später besteht die obere Sandschicht vieler Meeresküsten bereits zu zehn Prozent aus kleinen Kunststoffkörnchen – zermahlene Überreste der mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll, die nach derzeitigen Schätzungen in den Ozeanen treiben. Verschiedenste Meerestiere verfangen sich täglich in treibendem Schrott oder verhungern auf Grund von Plastikteilen, die ihr Verdauungssystem blockieren.

Entwicklung der globalen Kunststoffproduktion

Kunststoffproduktion

Seit Einführung synthetischer Kunststoffe aus Erdöl in den 1940er Jahren steigt ihre Produktion immer schneller an. Heute erzeugen Plastikhersteller jährlich rund 250 Millionen Tonnen und verzeichnen dabei einen Umsatz von mehr als 300 Milliarden Euro. Um die Grafik zu vergrößern, klicken Sie bitte hier.

Diese Situation wird sich in Zukunft wahrscheinlich noch verschlimmern, denn die Plastikindustrie wächst seit ihren Anfängen weltweit exponentiell: Allein in den vergangenen zehn Jahren entstanden mehr Erdölprodukte als im gesamten 20. Jahrhundert. Rund die Hälfte der derzeit 250 Millionen Tonnen jährlich erzeugter Kunststoffe entfällt dabei auf kurzlebige Anwendungen wie Verpackung und Wegwerfartikel.

Leser-Kommentare
    • Mihjo
    • 19.12.2009 um 10:46 Uhr

    Wieso denkt eigentlich niemand dran, dass Kunststoffe aus Erdöl bestehen, das als Energieträger fungiert.... also auch Plastik unheimlich viel Energie enthält die man durch verbrennen gewinnen kann? Wieso soll man das Zeug überhaupt zersetzen. Sammelt das Zeug aus dem Meer und verbrennt es!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.

    weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.

  1. weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.

    Antwort auf "Was für ein Quatsch"
  2. die Wirtschaftsbilanz natürlich nur, nicht die Ökobilanz. Sammeln und Verbrennen kosten Geld, und nicht überall will man dieses investieren, offenbar ist das verlagern, das Outsourcen, billiger.
    Da lassen wir unsere Arbeitslose (also einen Teil von denen) doch lieber vor dem Fernseher verdummen (oder sich bilden und amüsieren), als sie den Dreck bzw. diesen Abfall wegräumen und von anderen Dingen trennen zu lassen...

    • Mihjo
    • 14.01.2010 um 18:32 Uhr

    Aber einen Haufen Geld in die Forschung stecken, die Schimmelpilze züchtet um das Plastik zu verdauen. Da muss sich doch wirklich fragen, ob Menschen mit gesundem Menschenverstand noch irgendwo Einfluss haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service