Der Bioumschwung
Der Bioumschwung
Für den bereits angehäuften Müllberg existieren also bisher weder Ansätze zu seiner Beseitigung noch sicheres Wissen über seiner Risiken. Dagegen zeichnet sich zumindest an der Quelle des Problems eine Verbesserung ab: In den vergangenen Jahren fanden Forscher zahlreiche biologisch abbaubare Polymere, die in ihren Materialeigenschaften konventionellem Plastik entsprechen. Neben völlig neuen Substanzen wie Polymilchsäure (PLA) zählen dazu auch althergebrachte Kunststoffe, die durch Zusätze künstlich Angriffspunkte für Mikroorganismen erhalten [4].
Allerdings ist nicht alles, was sich "Bioplastik" nennt, biologisch abbaubar: Mit diesem Etikett schmücken sich ebenso herkömmliche Kunststoffe, die lediglich aus nachwachsenden Rohstoffen wie Bioethanol erzeugt werden. Also wird nicht abbaubarer Plastikmüll auch nicht zwingend mit dem Ende der Erdölära verschwinden. Zudem sind die "kompostierbaren" Kunststoffe lange nicht so vergänglich wie gern behauptet: PLA etwa verrottet gut in Schnellkompostern bei Temperaturen über 60 Grad Celsius, doch in der Natur besteht es durchaus einige Jahre und könnte so noch immer zum marinen Müllteppich beitragen.
In den kommenden Jahrzehnten sollten schwindende Erdölreserven zumindest dafür sorgen, dass sich der Preis herkömmlicher Kunststoffe an die heute noch rund viermal teureren Biopolymere angleicht. Unternehmen könnten dann freier entscheiden, ob und wann sich ihre Produkte zersetzen sollen. Da Hersteller sich heute an den Entsorgungskosten ihrer Produkte beteiligen müssen, macht dies kompostierbaren Kunststoff attraktiv und soll ihm schon in den kommenden Jahren einen Marktanteil von fünf Prozent bei Einwegverpackungen erschließen – hiervon gehen zumindest die Betreiber von Europas erster Großproduktion für PLA aus, die derzeit im brandenburgischen Guben entsteht.
Weitere zum Teil frei verfügbare Artikel zum Thema finden Sie auf spektrumdirekt.de
- Datum 18.12.2009 - 15:35 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Serie Umwelt
- Quelle ZEIT ONLINE, spektrumdirekt.de
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Wieso denkt eigentlich niemand dran, dass Kunststoffe aus Erdöl bestehen, das als Energieträger fungiert.... also auch Plastik unheimlich viel Energie enthält die man durch verbrennen gewinnen kann? Wieso soll man das Zeug überhaupt zersetzen. Sammelt das Zeug aus dem Meer und verbrennt es!
weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.
weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.
weil in kunststoffen viele andere elemente neben C und H enthalten sind, die beim verbrennungsprozeß zu schädlichen Endprodukten reagieren, die dann selbst nur noch unter hohem energieaufwand wieder abgebaut werden können.
die Wirtschaftsbilanz natürlich nur, nicht die Ökobilanz. Sammeln und Verbrennen kosten Geld, und nicht überall will man dieses investieren, offenbar ist das verlagern, das Outsourcen, billiger.
Da lassen wir unsere Arbeitslose (also einen Teil von denen) doch lieber vor dem Fernseher verdummen (oder sich bilden und amüsieren), als sie den Dreck bzw. diesen Abfall wegräumen und von anderen Dingen trennen zu lassen...
Aber einen Haufen Geld in die Forschung stecken, die Schimmelpilze züchtet um das Plastik zu verdauen. Da muss sich doch wirklich fragen, ob Menschen mit gesundem Menschenverstand noch irgendwo Einfluss haben.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren