Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 "Heute hätten wir eine reelle Chance, sie zu warnen"
Mit deutscher Hilfe wurde in Jakarta ein modernes Tsunami-Warnsystem aufgebaut. Dagny Lüdemann hat die Spezialisten besucht – und plötzlich bebte die Erde auf Sumatra.
© Dagny Lüdemann

In dieser unscheinbaren Halle entscheidet sich im Ernstfall, ob Hunderttausende Menschen eine Naturkatastrophe überleben oder nicht. Denn hier in Jakarta, in der Zentrale des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems, laufen alle Daten zusammen, wenn irgendwo in dem asiatischen Land die Erde bebt. Binnen Minuten wissen die Mitarbeiter, ob ein Tsunami droht – und können Alarm schlagen
Für die Indonesier, die in der Tsunami-Warnzentrale in Jakarta arbeiten, ist der 26. Dezember ein besonderer Tag. Nicht, weil Weihnachten ist – die meisten sind Muslime – sondern, weil an diesem Tag vor fünf Jahren ein gewaltiges Seebeben ihre Heimat erschütterte. Mehrere dadurch ausgelöste Flutwellen rissen 230.000 Menschen in den Tod, davon waren mehr als die Hälfte Indonesier.
"Am 26. Dezember findet traditionell eine kleine Gedenkfeier hier im Warnzentrum statt", sagt Horst Letz den Journalistinnen, die aus Deutschland zu Besuch sind. Der Geophysiker ist der Technische Leiter der Zentrale des Indonesisch-Deutschen Tsunami-Frühwarnsystems GITEWS, das unter Federführung des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) errichtet wird. Einige seiner Kollegen kannten jemanden, der in dem Tsunami umgekommen ist oder haben Freunde, die Angehörige verloren haben.

16 Jahre lang leitete Horst Letz das Geophysikalische Observatorium in Papua Neuguinea. Danach erforschte er an der Uni Jena die Deformation der Erdkruste. Nach einer Station in Genf kam der promovierte Geophysiker 2006 nach Jakarta, wo er seither den Aufbau des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems koordiniert. Im Kontrollzentrum in Jakarta laufen alle seismischen Daten zusammen.
Seit November 2006 lebt Horst Letz hier, gleich neben dem Institut, und kann sich inzwischen auf "Bahasa" verständigen, was einfach "Sprache" auf Indonesisch heißt.
Während viele Deutsche fernab mit geschmücktem Tannenbaum, Festtagsbraten auf dem Teller und bunt eingepackten Geschenken die Weihnachtstage genießen, ist kaum vorstellbar, dass hier in der klimatisierten mit weißen Fliesen ausgelegten Haupthalle feierliche Stimmung aufkommt. An den meterhohen Wänden flackern riesige Bildschirme, auf denen Erdbeben-Daten neben dem laufenden Programm des britischen Fernsehsenders BBC World und dem Indonesischen TV laufen. In warnendem Rot zeigen große Ziffern dazwischen die exakte Uhrzeit an.
"Wenn gerade nichts los ist, surfe ich im Internet", sagt Herr Hardiyatno, der heute Dienst an der Basisstation hat. Der Indonesier arbeitete schon seit Ende der achtziger Jahre hier. Damals stand hier noch eine einfache Erdbeben-Kontrollstation, lange bevor deutsche Wissenschaftler nach Jakarta kamen, um ein Tsunami-Frühwarnsystem aufzubauen.
Am 16. Dezember 2004, dem Tag der Katastrophe, hatte er frei. Mit der damaligen Technik und der kleinen Mannschaft hätten Hardiyatno und seine Kollegen ohnehin niemanden retten können. Heute sind hier 60 Menschen beschäftigt. Mindestens zehn Leute müssen immer in der Zentrale sein. Sie arbeiten in Schichten à zwölf Stunden, 365 Tage im Jahr. Neben Horst Letz sind zwei weitere Deutsche in Jakarta im Einsatz: Der IT-Spezialist Michael Günther, der auch die Satelliten-Kommunikation steuert – und Wolfgang Kohl, der Feldingenieur für die Erdbeben-Messstationen. Alle anderen Mitarbeiter sind Indonesier.
- Datum 26.12.2009 - 12:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... um die Instinkte von Tieren und Naturmenschen zu ersetzen.
Zur Erinnerung: Am Rande der damaligen Berichterstattung war auch zu erfahren, dass relativ wenig wildlebende Tiere und, wenn ich mich recht erinnere, auch kaum oder gar keine "Wilden" zu Schaden kamen, da sie sich rechtzeitig abgesetzt hatten.
[ Verlinkung entfernt: Bitte verlinken Sie nur Seiten, deren Bezug zum Thema direkt ersichtlich wird. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
...Denn der moderne Mensch hat offenbar verlernt, auf die Natur und innere Stimme zu achten:
http://www.youtube.com/wa...
ob das System wirklich noch retten kann, 30 Minuten vor dem großen Auftritt? Nur wenn sofort Massenfluchten einsetzen oder andere Schutzvorkehrungen gestartet werden. Was aber hilft gegen Erdbeben und Riesenflut? http://viereggtext.blogsp...
Die teuer (mit den Spenden) eingekauften Wartungssysteme wurden nicht gewartet und sind völlig inaktiv.
Viel Geld "für die Katz" ausgegeben und der technische Status für die angebliche Sicherheit ist einfach nur
obsolet.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
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