Heute könnte man Menschen warnen. Dann hätten sie vielleicht noch 15 Minuten.
Neben den solarbetriebenen Seismografen und den GPS-Sensoren an Land gehören Bojen auf dem Indischen Ozean zu dem Netz aus Messstationen. Sie hatten im Jahr 2007 das gesamte Projekt in Verruf gebracht, da einige nicht funktionierten, abgetrieben waren oder von Einheimischen gestohlen wurden.
Außerdem fühlen sich Fische im Schatten rund um die Bojen besonders wohl. Das lockte Fischer an, die ihre Boote daran festmachten, wodurch die empfindliche Technik gestört wurde. Inzwischen hat das GFZ-Potsdam die Bojen mit Anlegestellen versehen, an denen die Fischer festmachen können, ohne dass etwas kaputt geht. Inzwischen sind 13 Bojen im Einsatz, zehn davon hat Deutschland beigesteuert. Indonesien plant den Bau weiterer Bojen – am Ende sollen es insgesamt etwa 25 sein.
"Dank der Hilfe aus Deutschland und der Bemühungen von indonesischer Seite, funktioniert das Warnsystem bereits heute zuverlässig", meint Horst Letz. Er erinnert sich noch genau an den Zweiten Weihnachtstag 2004. Auch damals saß er nicht unterm Tannenbaum, sondern am Rechner zu Hause in Berlin. Er war noch wach um zwei Uhr nachts als die Erdbeben-Meldung kam. Die Erschütterung war so heftig, dass sogar Seismografen in Deutschland sie registrierten. "Ich wusste sofort, dass eine Katastrophe geschehen war", sagt Letz.
Fünfzehn Minuten nach dem Beben riss die erste Flutwelle an der indonesischen Küste Menschen in den Tod. "Heute hätten wir eine reelle Chance, sie zu warnen", sagt der Forscher. Wenn das passiert, möchte er da sein, am Monitor. In diesem Jahr ist er trotzdem über Weihnachten nach Hause zur Familie in Berlin gefahren. Zum ersten Mal seit 2005. Neben dem Tannenbaum im Wohnzimmer rauscht der Rechner, auf dem alle Erdbeben-Daten in Echtzeit einlaufen, rund um die Uhr. "Meine Familie hat sich daran gewöhnt", sagt er.
- Datum 26.12.2009 - 12:36 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









... um die Instinkte von Tieren und Naturmenschen zu ersetzen.
Zur Erinnerung: Am Rande der damaligen Berichterstattung war auch zu erfahren, dass relativ wenig wildlebende Tiere und, wenn ich mich recht erinnere, auch kaum oder gar keine "Wilden" zu Schaden kamen, da sie sich rechtzeitig abgesetzt hatten.
[ Verlinkung entfernt: Bitte verlinken Sie nur Seiten, deren Bezug zum Thema direkt ersichtlich wird. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
...Denn der moderne Mensch hat offenbar verlernt, auf die Natur und innere Stimme zu achten:
http://www.youtube.com/wa...
ob das System wirklich noch retten kann, 30 Minuten vor dem großen Auftritt? Nur wenn sofort Massenfluchten einsetzen oder andere Schutzvorkehrungen gestartet werden. Was aber hilft gegen Erdbeben und Riesenflut? http://viereggtext.blogsp...
Die teuer (mit den Spenden) eingekauften Wartungssysteme wurden nicht gewartet und sind völlig inaktiv.
Viel Geld "für die Katz" ausgegeben und der technische Status für die angebliche Sicherheit ist einfach nur
obsolet.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Lieber Leser,
in der Tat gab es eine Reihe von Pannen beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems in Indonesien – vor allem mit den Bojen. Und die kulturellen Unterschiede zwischen den ausländischen Helfern und den Indonesiern müssen an einigen Stellen auch erst überwunden werden, bevor so ein Projekt funktioniert.
Aber ich konnte mich vor Ort selbst davon überzeugen, dass die bisher laufende Erdbeben-Überwachung gut funktioniert. Auf dem Monitor konnte ich genau verfolgen, wie die gemessenen Erdbeben-Daten einlaufen und ausgewertet werden.
Wie die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall ablaufen würde, ist schwerer zu beurteilen. Man darf bei all dem nicht vergessen, dass in Indonesien grundsätzlich ganz andere Verhältnisse herrschen als bei uns.
Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren