Klimaforschung Fehlender Wasserdampf bremst Erderwärmung

Trotz steigender Treibhausgase heizt sich die Erde derzeit kaum auf. Warum, wussten Forscher bislang nicht. Weniger Wasser in der Atmosphäre könnte das Phänomen erklären.

Der Rückgang des Wasserdampfgehalts in der Atmosphäre trägt maßgeblich zur Abschwächung des Treibhauseffektes bei

Der Rückgang des Wasserdampfgehalts in der Atmosphäre trägt maßgeblich zur Abschwächung des Treibhauseffektes bei

Ein noch viel potenteres Treibhausgas als Kohlendioxid ist Wasserdampf: Er trägt etwas weniger als zwei Drittel dazu bei – mehr als jeder andere Bestandteil der Atmosphäre. Nun deuten Daten an, dass der Wasserdampfgehalt der Stratosphäre seit der Jahrtausendwende um zehn Prozent zurückgegangen ist – was den Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen während des letzten Jahrzehnts gebremst haben könnte.

Dies erkläre zumindest zum Teil, warum sich die Erderwärmung seit dem Jahr 2000 nicht weiter fortgesetzt habe, sondern auf dem in den 1990er Jahren erreichten Niveau verharre, obwohl die Konzentration der Treibhausgase weiter zugenommen hat, meinen Susan Solomon von der NOAA in Boulder und ihre Kollegen. Sie schätzen, dass wegen des niedrigeren Wasserdampfgehalts in der Stratosphäre (in der sich auch die Ozonschicht befindet) der Temperaturanstieg um ein Viertel niedriger ausfiel als angesichts der Menge an Kohlendioxid, Methan oder anderer Treibhausgase zu erwarten gewesen wäre.

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Im Gegenzug dazu deuten ihre Daten an, dass die Wasserdampfkonzentrationen dort oben zwischen 1980 und 2000 stark angestiegen sind. Dies habe den Glashauseffekt zwischen 1990 und 2000 um etwa ein Drittel verstärkt, so die Forscher: Nimmt der Gehalt an H2O in der Stratosphäre zu, kühlt sich diese zwar ab, aber die darunter liegende Troposphäre – in der wir quasi leben – erwärmt sich. Geht seine Menge dagegen zurück, tritt der umgekehrte Effekt ein, da der Wasserdampf auch in der Stratosphäre beeinflusst, wie viel kurzwellige Sonnen- und langwellige Wärmestrahlung zur Erde gelangt oder ins All abgestrahlt wird.

Gesicherte Daten zum Dampf, die von Satelliten stammten, lägen allerdings erst seit rund 20 Jahren vor, schränken die Forscher ein. Die Messwerte aus der Zeit zwischen 1980 und 1990 stammten dagegen aus regelmäßigen, aber nur lokalen Wetterballonflügen. Warum der Gehalt an Wasserdampf zurückgegangen ist, ist noch unklar. Die Forscher spekulieren, dass es mit verlagerten Kälte- und Wärmezentren in den tropischen Ozeanen – der größten Quelle für das Gas – zusammenhängt, deren jeweilige Ausbildung im Rhythmus von Jahrzehnten schwankt.

Eine gewisse Entwarnung bezüglich der Rückkopplungseffekte zwischen steigenden Temperaturen und zusätzlich freigesetztem Kohlendioxid aus der Natur – beispielsweise aus der beschleunigten Zersetzung von organischem Bestandsabfall und anderen Speichern – geben wiederum David Frank von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Bern und seine Kollegen [2].

Bislang schätzten die Forscher, dass mit jedem Grad Erwärmung weitere 40 ppm CO2 zusätzlich aus der Umwelt ausgasen, doch dies könne man mit 95-prozentiger Sicherheit verneinen, meinen die Forscher angesichts ihrer Daten. Laut der neuen Berechnungen dürfte sich nur eine Steigerung von 1,7 bis 21,4 ppm ergeben - mit einem Median von rund 8 ppm. Dies entspreche momentan zusätzlichen drei Prozent Kohlendioxid pro ein Grad Celsius mehr.

Die Wissenschaftler berechneten den Zusammenhang zwischen Temperatur und CO2 für mehr als 200 000 mögliche Datenkombinationen, deren Werte sie aus Eisbohrkernen und Baumringanalysen gewonnen hatten. Demnach liege die globale Temperatur heute bereits mehr als 0,3 Grad Celsius höher als in der wärmsten Periode der vergangenen 1000 Jahre.

[1] Solomon, S. et al.: Contributions of Stratospheric Water Vapor to Decadal Changes in the Rate of Global Warming. In: Science 10.1126/science.11824488, 2010.
[2] Frank, D. et al.: Ensemble reconstruction constraints on the global carbon cycle sensitivity to climate. In: Nature 463, S. 527-532, 2010.

Weitere zum Teil frei verfügbare Artikel zum Thema finden Sie im Dossier Klimawandelauf spektrumdirekt.de.

 
Leser-Kommentare
    • GBHPG
    • 30.01.2010 um 2:36 Uhr

    Wann werden wir endlich hier lesen, daß CO2 dem Temperaturanstieg um ca 800 Jahre versetzt folgt. Das würde also mit der mittelalterlichen Warmperiode um 1200 AD übereinstimmen. Das würde auch die These, daß CO2 die Ursache ist widerlegen, denn CO2 Anstieg folgt der Warmperiode. Selbst Al Gore hat den Graph in seinem Filmerguß gezeigt, aber in einem so großen Maßstab, sodaß man den Versatz nicht sofort sehen konnte und er hat den Graph auch bewußt falsch interpretiert. Im Artikel steht:"Demnach liege die globale Temperatur heute bereits mehr als 0,3 Grad Celsius höher als in der wärmsten Periode der vergangenen 1000 Jahre." Das ist auch eine falsche Aussage, denn es ist bekannt, daß wir bis heute nicht eine so warme Periode wie die mittelalterliche Warmperiode hatten. Es geht also weiter, daß die "Klimaelite" sich nicht der gesammten wissenschaftlichen Kommune stellen will und ihre Thesen einem kritischem peer review unterbreitet.
    Nur die Konformen sind eingeladen und wir müssen den fertigen Brei essen. Man würde auch nicht mehr am, von Steuergeldern gespeisten, staatlichen Geldnippel saugen können, wenn sie zugeben müssen, daß ihre sogenannte Wissenschaft Lügengespinste sind.

    Gerd, Chicago

  1. Sofern auch nur minimale Intelligenz bei den "Forschern" vorhanden wäre, hätten diese aus den klimatischen Schwankungen in der erdgeschichtlichen Entwicklung erkennen müssen, dass keinerlei (positive) Rückkopplungseffekte (Verstärkungseffekte - Steigerung der einen Größe ruft eine Steigerung einer zweiten Größe hervor, die wiederum eine zusätzliche Steigerung der ersten Größe bewirkt, woraus sich eine weitere Steigerung der zweiten Größe mit entsprechender Wirkung auf die erste ergibt ... usw., usw.) feststellbar sind. Denn dann hätte die mittelalterliche Warmzeit zu einer Heißzeit und anschließend zu einer Super-Heißzeit geführt. Es schloss sich aber eine Kaltzeit an, die ihrerseits nun wieder zu einer Super-Kaltzeit und weiter zu einer Eiszeit hätte führen müssen, wenn es eben Rückkopplungen geben würde. Die Erdgeschichte lehrt, dass es keine positiven Rückkopplungseffekte bezüglich Klima gibt.

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    neuerdings fand das Mittelalter also nach der industriellen Revolution statt?

    Zur Erinnerung: Es geht hier um massenhaft zusätzlich durch den Menschen innerhalb einer kurzen Zeit freigesetztes CO2.

    neuerdings fand das Mittelalter also nach der industriellen Revolution statt?

    Zur Erinnerung: Es geht hier um massenhaft zusätzlich durch den Menschen innerhalb einer kurzen Zeit freigesetztes CO2.

  2. Antwort:

    Es befindet sich in den Köpfen all jener, die uns Glauben machen wollen, die Erde sei immer noch eine Scheibe - DIE GRÜNEN wenigstens ein Teil davon) inbegriffen!

  3. 4. Ach

    neuerdings fand das Mittelalter also nach der industriellen Revolution statt?

    Zur Erinnerung: Es geht hier um massenhaft zusätzlich durch den Menschen innerhalb einer kurzen Zeit freigesetztes CO2.

    Antwort auf "Rückkopplungseffekte?"
  4. anstatt Hoffnung zu schöpfen, dass die Rückkopplungseffekte des Wasserdampfes möglicherweise bisher überschätzt worden sind, präsentieren Sie altbekannte Lügen und Halbwahrheiten aus der "Skeptiker-Blogosphäre". Die einzige wissenschaftliche belegte Aussage, Gerd, schreiben Sie im ersten Satz, der Rest sind unlogische Schlüsse und wilde Vermutungen.

    Wie kommen Sie z.B. zur Erkenntnis, die mittelalt. Warmzeit sei wärmer gewesen als heutige Temperaturen? Es gibt ca. zehn (peer-reviewed!) Zeitreihen, einige zeigen tatsächlich eine mittelalterliche Warmzeit an, aber bei weitem nicht mir der Größe, die Sie nennen.

    @thomas
    Die Rückkopplungseffekte sind nachgewiesen, Gerd verweist im ersten Satz sogar auf die Quelle, sehen Sie sich das Diagramm in folgendem Beitrag an.

    Wärmer werdende Ozeane gasen CO2 aus, die Temperaturen steigen, es wird mehr CO2 ausgegast usw. Achten Sie aber auf die Zeitskala: Dies geschieht in 10.000en von Jahren, die Abkühlungen binnen 100.000en von Jahren!
    Sie beide übersehen, dass das Diagramm Klimawandel NACH dem Kippen des Klimas anzeigt, aber keine Aussage erlaubt, WAS das Klima zum Kippen brachte.
    Konkret: Die Erwärmung im Mittelalter führte nicht zum Kippen des Klimas für die nächsten Tausende von Jahren.
    Und dass anthropogenes CO2 dies bewirken kann, WONACH Gerd dann die im Diagramm gezeigte Entwicklung bewundern darf, ist ebenfalls im Rahmen des möglichen.

  5. Bevor jetzt noch mehr "Skeptikermüll" präsentiert wird:

    Der Klimaforscher Coby Beck hat sich die Mühe gemacht, Skeptikerfragen und -aussagen zu sammeln und die richtigen wissenschaftlichen Hintergründe zu präsentieren.

    Klicken Sie hier .
    Vielleicht genügt es dann, nur noch das zu besprechen, was Gerd und Thomas nach Lesen immer noch nicht verstanden haben ;-)

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    • GBHPG
    • 30.01.2010 um 20:09 Uhr

    Sehr nett Ihre "Climate Hysteria for Dummies" site. Wieviele Websites soll ich Ihnen nennen die das Gegenteil zeigen. Der Unterschied ist, ich brauche keine Gebrauchsanweisung wie ich meine Meinung formulieren soll.
    Ich habe in meine Blogs schon seit Jahren davon gesprochen, daß es Wahnsinn ist sich nur auf das CO2 mit 380ppm zu fixieren und die 95% H2O zu vernachlässigen. Da aber der Mensch nachweislich CO2 produziert und man am H2O Gehalt nichts ändern kann, stürzen sich die Propagandisten im wissenschaftlichen Gewand auf das anthropogene CO2. Ich weiß nicht was Ihre Rolle in dieser aufgebauschten farce ist. Ich schätze Sie nicht als geistig minderbemittelt ein und deshalb frage ich mich was Ihre Motivation ist diesem Quatsch hinterherzulaufen. Vielleicht glauben Sie, Sie sind es Ihrer politischen Gesinnung schuldig, Ihren Gleichgesinnten zu folgen. Ich weiß nicht wie Sie sich auf Websites aufhalten die die mitelalterliche Warmperiode leugnen - recht ironisch. Wenn Sie wirklich interessiert sind etwas zu lernen, dann gehen Sie doch zu http://www.co2science.org und lesen Sie was die Idso Brüder über die wissenschaftlichen Befunde bezüglich MWP zu sagen haben.

    Gerd, Chicago

    • GBHPG
    • 30.01.2010 um 20:09 Uhr

    Sehr nett Ihre "Climate Hysteria for Dummies" site. Wieviele Websites soll ich Ihnen nennen die das Gegenteil zeigen. Der Unterschied ist, ich brauche keine Gebrauchsanweisung wie ich meine Meinung formulieren soll.
    Ich habe in meine Blogs schon seit Jahren davon gesprochen, daß es Wahnsinn ist sich nur auf das CO2 mit 380ppm zu fixieren und die 95% H2O zu vernachlässigen. Da aber der Mensch nachweislich CO2 produziert und man am H2O Gehalt nichts ändern kann, stürzen sich die Propagandisten im wissenschaftlichen Gewand auf das anthropogene CO2. Ich weiß nicht was Ihre Rolle in dieser aufgebauschten farce ist. Ich schätze Sie nicht als geistig minderbemittelt ein und deshalb frage ich mich was Ihre Motivation ist diesem Quatsch hinterherzulaufen. Vielleicht glauben Sie, Sie sind es Ihrer politischen Gesinnung schuldig, Ihren Gleichgesinnten zu folgen. Ich weiß nicht wie Sie sich auf Websites aufhalten die die mitelalterliche Warmperiode leugnen - recht ironisch. Wenn Sie wirklich interessiert sind etwas zu lernen, dann gehen Sie doch zu http://www.co2science.org und lesen Sie was die Idso Brüder über die wissenschaftlichen Befunde bezüglich MWP zu sagen haben.

    Gerd, Chicago

    • GBHPG
    • 30.01.2010 um 20:09 Uhr

    Sehr nett Ihre "Climate Hysteria for Dummies" site. Wieviele Websites soll ich Ihnen nennen die das Gegenteil zeigen. Der Unterschied ist, ich brauche keine Gebrauchsanweisung wie ich meine Meinung formulieren soll.
    Ich habe in meine Blogs schon seit Jahren davon gesprochen, daß es Wahnsinn ist sich nur auf das CO2 mit 380ppm zu fixieren und die 95% H2O zu vernachlässigen. Da aber der Mensch nachweislich CO2 produziert und man am H2O Gehalt nichts ändern kann, stürzen sich die Propagandisten im wissenschaftlichen Gewand auf das anthropogene CO2. Ich weiß nicht was Ihre Rolle in dieser aufgebauschten farce ist. Ich schätze Sie nicht als geistig minderbemittelt ein und deshalb frage ich mich was Ihre Motivation ist diesem Quatsch hinterherzulaufen. Vielleicht glauben Sie, Sie sind es Ihrer politischen Gesinnung schuldig, Ihren Gleichgesinnten zu folgen. Ich weiß nicht wie Sie sich auf Websites aufhalten die die mitelalterliche Warmperiode leugnen - recht ironisch. Wenn Sie wirklich interessiert sind etwas zu lernen, dann gehen Sie doch zu http://www.co2science.org und lesen Sie was die Idso Brüder über die wissenschaftlichen Befunde bezüglich MWP zu sagen haben.

    Gerd, Chicago

    Antwort auf "Nachtrag"
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    Hallo,
    ich hab noch ein paar Leseempfehlungen für sie, alle ähnlich gelagert wie das "Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Change" auf das Sie verlinken.
    Aber vorsicht, die Seite könnte Klimakritiker verärgern, Samthandschuhe werden hier nicht verteilt:
    http://motherjones.com/en...

    Hier kann man auch schön sehen wie man es als Klimakritiker richtig macht und seine ganze Familie versorgt weiß, wenn man nur die Hand in die richtige Richtung hält.

    Hallo,
    ich hab noch ein paar Leseempfehlungen für sie, alle ähnlich gelagert wie das "Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Change" auf das Sie verlinken.
    Aber vorsicht, die Seite könnte Klimakritiker verärgern, Samthandschuhe werden hier nicht verteilt:
    http://motherjones.com/en...

    Hier kann man auch schön sehen wie man es als Klimakritiker richtig macht und seine ganze Familie versorgt weiß, wenn man nur die Hand in die richtige Richtung hält.

  6. 8. @ Gerd

    Mit Ihrer Einschätzung "Climate Hysteria for Dummies" treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Leider existieren diese "Dummies", die ihr "Halbwissen" bzw. "Nicht-Wissen" grundsätzlich nur von Skeptikerwebsites beziehen, wirklich.

    "Ich habe in meine Blogs schon seit Jahren davon gesprochen, daß es Wahnsinn ist sich nur auf das CO2 mit 380ppm zu fixieren und die 95% H2O zu vernachlässigen."
    Und damit haben Sie sich schon als nachhilfebedürftig geoutet. Im Artikel geht es nicht um Skeptikerargumente wie "Der Wasserdampf ist viel wichtiger", sondern um den Wasserdampfgehalt in der STRATOSSPHÄRE. Also "lächerliche" 3-6 ppm, von denen aus noch unbekannten Gründen seit 2000 laut Frau Solomon etwa 0,5ppm "verloren gegangen" sind. Wasserdampf in der Stratosphäre ist in den gängigen Klimamodellen in der internen Variabilität schon enthalten. Solomon hat also kein NEUES Feedback entdeckt, sondern dass der Wasserdampfgehalt der Stratosphäre sinken könnte und nicht steigen, was man aufgrund steigender Methanausgasungen eher hätte erwarten können.

    Meine Motivation zu posten?
    Ich glaube im Sinne von Kant an die Macht der Aufklärung und der Vernunft. Mir ist das Thema zu wichtig, um es kampflos Nichtinformierten, Lobbyisten und Verschwörungstheoretikern zu überlassen.
    (PS: Ich bin und war noch nie in oder für eine politische Partei aktiv, habe stattdessen ein ehrliches ;-), naturwissenschaftliches Studium absolviert.)

    PPS: Sehr empfehlenswert ist http://www.realclimate.org !

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