Schlamperei beim Weltklimarat Gletscherprognose auf dünnem Eis

Nach "E-Mail-Gate" nun "Gletschergate"? Im Weltklimabericht wird der Rückgang der Himalayagletscher stark übertrieben. Wie kam es zu dem peinlichen Fehler? Eine Spurensuche im Netz von Stefan Schmitt

Ein Blick auf den rund 6800 Meter hohen Ama Dablam: Wie stark gehen die Gletscher im Himalaya wirklich zurück?

Ein Blick auf den rund 6800 Meter hohen Ama Dablam: Wie stark gehen die Gletscher im Himalaya wirklich zurück?

Wie gesteht man einen peinlichen Fehler ein? Besser nicht, in dem man verschwurbelt formuliert: "Kürzlich" habe man "zur Kenntnis genommen", dass bewährte Standards "nicht richtig angewendet" worden seien. So reagierte gestern der Weltklimarat in Genf mit einer dürren, einseitigen Mitteilung auf eine offenkundige Falschaussage: Der Rückgang der Gletscher im Himalaya ist im letzten IPCC-Report an einer Stelle stark übertrieben worden.

Diese könnten bis zum Jahr 2035 verschwinden, hieß es im Bericht der Arbeitsgruppe II. Diese Aussage steht im Widerspruch zu anderen Prognosen in dem knapp 1000-seitigen Band. "Gletscherschätzung auf dünnem Eis", titelt die Wissenschaftszeitschrift Nature in ihrer heutigen Ausgabe. Sie zitiert mehrere Glaziologen, welche die Zahl als "falsch" und "irreführend" bezeichnen. Und IPCC-Chef Rajendra Pachauri kündigt an, der Rat prüfe, ob der Bericht geändert werden müsse. Das wäre ein "höchst ungewöhnlicher" Vorgang, kommentiert Nature zurückhaltend.

Anzeige

Die Publikumsmedien, besonders die englischsprachigen, sind weniger zurückhaltend. Das Wort "Gletschergate" macht die Runde. Der konservative Nachrichtensender Fox-News spricht gleich vom "Gletscherdesaster", die auflagenstarke US-Tageszeitung USA Today schimpft: "verpfuschte Klimavorhersage". Aber auch die FAZ spricht von der "Gletscherlüge", ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung ist treffend mit "Kleine Zahl, großer Mist" überschrieben.

Nach der – im Nachhinein offenbar überzogenen – Aufregung um gestohlene E-Mails von Wissenschaftlern der britischen Universität von East Anglia im Dezember gerät die Arbeit des Weltklimarats erneut in Misskredit. Es ist zwar nur ein Absatz in fast tausend Seiten, aber er zeigt einen peinlichen handwerklichen Fehler.

In ihrem Bericht von 2007 schrieben die Autoren im Unterkapitel 10.6.2 über den Rückgang der Himalayagletscher: "(...) falls die gegenwärtige Entwicklung andauern sollte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie bis zum Jahr 2035 oder vorher verschwinden, wenn die Erde sich weiter so erwärmt wie gegenwärtig."

Das ist nicht nur erkennbar unplausibel, sondern auch falsch zitiert – und zwar aus einer Quelle, die wissenschaftlichen Kriterien nicht standhält. IPCC-Chef Pachauri "bedauert" nun. Unangenehmer wird die Aufarbeitung werden. Drei Fragen wirft der Gletscher-Fehler auf:

Leser-Kommentare
  1. Weil die Wirtschaft nunmal das Potential der Klimaveränderung erkannt hat...vor 10 Jahren haben eben diese Leute alles noch belächelt (was sie auch heute höchstwahrscheinlich noch insgeheim tun).

  2. Das Problem ist nicht dieser Fehler. Das Problem ist diese abstruse Hysterie um schmelzendes Eis.

  3. kommen langsam in die Mainstreampresse. Diese Klimahysterie ist so absurd. Warum kümmert man sich nicht um die wahren Umweltprobleme, wo der Mensch in der Lage ist diese zu beseitigen? Weil man damit kein Geld verdienen kann.

  4. ..sprich, wo viele Leute an etwas arbeiten, werden Fehler gemacht. Da hat halt der verantwortliche Redakteur für diesen Abschnitt schlampig gearbeitet und keiner hat es gemerkt.

    In jedem Lexikon finden sich Fehler. Ist dann das ganze Lexikon falsch oder eben nur dieser eine Eintrag?

    Ich will weder für noch gegen die Richtigkeit irgendwelcher Thesen argumentieren, sondern lediglich feststellen: Ein Fehler in einem 1000-seitigen Werk beweist gar nichts und ist sogar statistisch zu erwarten. Wer also das erwartbare nutzt, um damit für seine Sache zu argumentieren, stellt sich nur selbst bloß.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich denke ebenfalls, dass mal ein kleiner Fehler vorkommen kann. Manchmal kommen sogar viele Fehler vor, Wissenschaft wird von Menschen betrieben.
    Das Problem ist nur, dass so ein kleiner Fehler in der aktuellen Debatte oft eine Tatsache schafft, die millionenfach zitiert wird. Gerade die Extremmeldungen werden stets aufgegriffen und oft auch nicht als Prognosen dargestellt.

    Ich denke ebenfalls, dass mal ein kleiner Fehler vorkommen kann. Manchmal kommen sogar viele Fehler vor, Wissenschaft wird von Menschen betrieben.
    Das Problem ist nur, dass so ein kleiner Fehler in der aktuellen Debatte oft eine Tatsache schafft, die millionenfach zitiert wird. Gerade die Extremmeldungen werden stets aufgegriffen und oft auch nicht als Prognosen dargestellt.

  5. Eine sehr schöne Darstellung des sozialen Phänomens Klimaapokalypse haben die Leute der Kulturzeit am. 19.01.2010 vorgenommen:

    Siehe: Gott Globus

    http://www.3sat.de/mediat...
    bzw:
    http://www.3sat.de/webtv/...

    Es zeigt sich immer deutlicher, dass es nicht um Wissenschaft sondern um Religionsersatz geht.

    Und um eine Religion zu begründen, darf man halt schon mal bei der Aufstellung der Glaubenssätze etwas mogeln. Darum haben die IPCC- Aktivisten noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen bei ihrer Mogelei. Überall, wo man bei dieser Apokalypse mal genauer nachbohrt, trifft man auf Manipulation im "Interesse der guten Sache". Denn für die gute Sache Klimaschutz muss man Freiheit, Demokratie, Menschenrechte etc. schon mal etwas zuückstellen, so die Denkschule.

    Würde heute jemand im zeitgemäßen wissenschaftlichen Mantel Menschenopfer oder die Verbrennung rothaariger Frauen als Hexen fordern, viele würden im zujubeln und schon mal den Scheiterhaufen aufschichten. Es geht ja schließlich um die Rettung der Welt.

    Das traurige an der ganzen Geschichte ist leider, dass sie zeigt, dass unsere Gesellschaft in der breiten Masse kaum aufgeklärter als im Mittelalter ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... war bei Ihren absurden Äusserungen zum Thema Klimawandel schon immer im Spiel.

    Aber um bei Ihrer kleinen Mittelalter-Analogie zu bleiben:

    Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe.

    ... war bei Ihren absurden Äusserungen zum Thema Klimawandel schon immer im Spiel.

    Aber um bei Ihrer kleinen Mittelalter-Analogie zu bleiben:

    Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe.

  6. ... war bei Ihren absurden Äusserungen zum Thema Klimawandel schon immer im Spiel.

    Aber um bei Ihrer kleinen Mittelalter-Analogie zu bleiben:

    Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihre argumentfreien Beschimpfungen und absurden Unterstellungen sind leider typisch für religiös verblendete Sektenanhänger.

    Zitat: "Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe."

    Hab ich nirgendwo behauptet. Aber selbst wenn jemand so etwas behauptet, so ist es seit der Aufklärung guter wissenschaftlicher Brauch, Hypothesen mit Argumenten und wissenschaftlichen Methoden ggf. zu widerlegen.

    Al Gore als Prophet und seine Jünger der Church of global Warming sagen da: Die Diskussion ist beendet!

    Auch beim konkreten Vorfall Gletscher hat man wissenschaftliche Methodik beim IPCC wohl nicht so genau genommen.

    Das erinnert doch sehr an diejenigen, die einst Galileo mit Gewaltdrohung dazu zwangen, zu widerrufen. Aber trotzdem blieb die Erde rund.

    Artikel wie diese

    http://www.zeit.de/2009/5...

    zeigen ja schon recht deutlich, wo es hingehen soll: Auf in die Klimadiktatur.
    Und wer nicht mitgehen will, kann ja im Klimatotalitarismus zukünftig gezwungen werden. Und weil es ja um die Rettung der Welt geht, zählt das einzelne Menschenleben wahrscheinlich nicht mehr viel.

    Hier gibt es den Film auch mit Vorspann:

    http://vimeo.com/8863658

    • ddkddk
    • 21.01.2010 um 21:14 Uhr

    aber in einem hat sie sicher Recht: Die ganze globale Klimadiskussion ist tatsächlich für viele eine Art Religionsersatz. Er gibt hier fundamentalistische Eiferer, denen nicht die Wahrheit, sondern ihr Weltbild am Herzen liegt und es gibt Atheisten, die alles grundsätzlich abstreiten.

    Ich habe es schon lange vermutet und nun schält es sich langsam heraus, dass hier nicht mehr rein wissenschaftlich gearbeitet, sondern Tatsachen verfälscht werden.

    Das Ergebnis ist aber erfreulich: Wir haben etwas länger Zeit, zu reagieren.

    Wir dürfen jetzt aber nur nicht in das andere Extrem verfallen. Ganz egal wie die Fakten tatsächlich sind:

    Die Erde ist schützenswert. Ohne unsere Umwelt sind wir nicht überlebensfähig. Wir können nicht isoliert auf der Erde leben, sondern nur in Übereinstimmung mit Flora, Fauna und Klima.

    Wir sind Teil eines komplizierten und empfindlichen Systems, das noch kein Wissenschaftler vollständig durchschaut hat.

    Das bedeutet, dass wir ohne Panik, aber in diesem Bewusstsein in unserem eigenen Interesse den Umweltschutz weiterhin als wichtiges Ziel verfolgen sollten, und zwar ohne sinnlosen Aktivismus, der durch die neue Religion, wie oben dargestellt, provoziert wird.

    Ihre argumentfreien Beschimpfungen und absurden Unterstellungen sind leider typisch für religiös verblendete Sektenanhänger.

    Zitat: "Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe."

    Hab ich nirgendwo behauptet. Aber selbst wenn jemand so etwas behauptet, so ist es seit der Aufklärung guter wissenschaftlicher Brauch, Hypothesen mit Argumenten und wissenschaftlichen Methoden ggf. zu widerlegen.

    Al Gore als Prophet und seine Jünger der Church of global Warming sagen da: Die Diskussion ist beendet!

    Auch beim konkreten Vorfall Gletscher hat man wissenschaftliche Methodik beim IPCC wohl nicht so genau genommen.

    Das erinnert doch sehr an diejenigen, die einst Galileo mit Gewaltdrohung dazu zwangen, zu widerrufen. Aber trotzdem blieb die Erde rund.

    Artikel wie diese

    http://www.zeit.de/2009/5...

    zeigen ja schon recht deutlich, wo es hingehen soll: Auf in die Klimadiktatur.
    Und wer nicht mitgehen will, kann ja im Klimatotalitarismus zukünftig gezwungen werden. Und weil es ja um die Rettung der Welt geht, zählt das einzelne Menschenleben wahrscheinlich nicht mehr viel.

    Hier gibt es den Film auch mit Vorspann:

    http://vimeo.com/8863658

    • ddkddk
    • 21.01.2010 um 21:14 Uhr

    aber in einem hat sie sicher Recht: Die ganze globale Klimadiskussion ist tatsächlich für viele eine Art Religionsersatz. Er gibt hier fundamentalistische Eiferer, denen nicht die Wahrheit, sondern ihr Weltbild am Herzen liegt und es gibt Atheisten, die alles grundsätzlich abstreiten.

    Ich habe es schon lange vermutet und nun schält es sich langsam heraus, dass hier nicht mehr rein wissenschaftlich gearbeitet, sondern Tatsachen verfälscht werden.

    Das Ergebnis ist aber erfreulich: Wir haben etwas länger Zeit, zu reagieren.

    Wir dürfen jetzt aber nur nicht in das andere Extrem verfallen. Ganz egal wie die Fakten tatsächlich sind:

    Die Erde ist schützenswert. Ohne unsere Umwelt sind wir nicht überlebensfähig. Wir können nicht isoliert auf der Erde leben, sondern nur in Übereinstimmung mit Flora, Fauna und Klima.

    Wir sind Teil eines komplizierten und empfindlichen Systems, das noch kein Wissenschaftler vollständig durchschaut hat.

    Das bedeutet, dass wir ohne Panik, aber in diesem Bewusstsein in unserem eigenen Interesse den Umweltschutz weiterhin als wichtiges Ziel verfolgen sollten, und zwar ohne sinnlosen Aktivismus, der durch die neue Religion, wie oben dargestellt, provoziert wird.

    • xpol
    • 21.01.2010 um 20:53 Uhr

    ... Theorie der Klimabeeinflussung ist ein derartiger Unfug, dass selbst offensichtlichste Fehler nicht mehr auffallen. Plausibilität wird überhaupt nicht mehr erwartet und alles, was dem politischen Ziel dient, wird einfach überlesen.
    Den IPCC kann man dicht machen.

  7. Ihre argumentfreien Beschimpfungen und absurden Unterstellungen sind leider typisch für religiös verblendete Sektenanhänger.

    Zitat: "Es ist in der Tat bedauernswert, dass selbst heute noch Leute wie Sie behaupten, die Erde sei eine Scheibe."

    Hab ich nirgendwo behauptet. Aber selbst wenn jemand so etwas behauptet, so ist es seit der Aufklärung guter wissenschaftlicher Brauch, Hypothesen mit Argumenten und wissenschaftlichen Methoden ggf. zu widerlegen.

    Al Gore als Prophet und seine Jünger der Church of global Warming sagen da: Die Diskussion ist beendet!

    Auch beim konkreten Vorfall Gletscher hat man wissenschaftliche Methodik beim IPCC wohl nicht so genau genommen.

    Das erinnert doch sehr an diejenigen, die einst Galileo mit Gewaltdrohung dazu zwangen, zu widerrufen. Aber trotzdem blieb die Erde rund.

    Artikel wie diese

    http://www.zeit.de/2009/5...

    zeigen ja schon recht deutlich, wo es hingehen soll: Auf in die Klimadiktatur.
    Und wer nicht mitgehen will, kann ja im Klimatotalitarismus zukünftig gezwungen werden. Und weil es ja um die Rettung der Welt geht, zählt das einzelne Menschenleben wahrscheinlich nicht mehr viel.

    Hier gibt es den Film auch mit Vorspann:

    http://vimeo.com/8863658

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... könnte man Ihre Klage über Polemik nennen, nachdem ich nur auf Ihre inhaltslose Polemik geantwortet habe.

    Aber wenn Sie wenigsten in der Lage sind zu akzeptieren, dass die Erde rund ist und um die Sonne kreist, dann werden Sie wohl auch irgendwann die menschgemachte Klimaerwärmung akzeptieren.

    Vermutlich dauert dies so lange wie die kath. Kirche zur Rehabilitierung von Galileo brauchte und wäre dann natürlich viel zu spät für unserer Zivilisation.

    Glücklicherweise wird es nicht auf Sie ankommen, wo doch die Auswirkungen der Klimaerwärmung weltweit immer stärker zu spüren sind. Wird sich zeigen, was für Ausreden den Klimaleugnern dann sonst noch so einfallen...

    ... könnte man Ihre Klage über Polemik nennen, nachdem ich nur auf Ihre inhaltslose Polemik geantwortet habe.

    Aber wenn Sie wenigsten in der Lage sind zu akzeptieren, dass die Erde rund ist und um die Sonne kreist, dann werden Sie wohl auch irgendwann die menschgemachte Klimaerwärmung akzeptieren.

    Vermutlich dauert dies so lange wie die kath. Kirche zur Rehabilitierung von Galileo brauchte und wäre dann natürlich viel zu spät für unserer Zivilisation.

    Glücklicherweise wird es nicht auf Sie ankommen, wo doch die Auswirkungen der Klimaerwärmung weltweit immer stärker zu spüren sind. Wird sich zeigen, was für Ausreden den Klimaleugnern dann sonst noch so einfallen...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service