Riffe Wiegen der Evolution
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Quellen der Artenvielfalt

Ägypten: Ein fossiles Korallenriff mit großer Mördermuschel aus dem Pleistozän

Ägypten: Ein fossiles Korallenriff mit großer Mördermuschel aus dem Pleistozän

Dabei stellte der Forscher fest, dass in Riffen offenbar besonders gute Bedingungen für eine große Artenvielfalt herrschen. Denn obwohl nur wenig neue Arten in den Riffen entstanden, entwickelte sich dort eine überdurchschnittlich große Diversität.

Kießling interessiert sich nicht nur für den Ursprung, sondern auch für die spätere Verbreitung der Lebewesen. Das Ergebnis beeindruckte auch den Wissenschaftler selbst: "Es ist nicht nur so, dass nahezu die Hälfte aller Gattungen in Riffen entsteht, sondern dass Riffe zudem überproportional viele Arten an andere Lebensräume exportieren – sie sind wahrlich Wiegen der Evolution und Quellen der Artenvielfalt."

So stammen laut der Studie, die jetzt im Magazin Science veröffentlicht wurde, die meisten Korallen aus Riffen – was nicht weiter verwunderlich sei, wenn man bedenke, dass diese die Riffe aufbauen, sagt Kießling. Aber auch die Riesenmuschel, umgangssprachlich Mördermuschel (Tridacna) genannt, ist eine der Gattungen, die in einem Riff entstand. Sie kann eine Länge von bis zu 140 Zentimetern erreichen bis zu 500 Kilogramm schwer werden.

"Was mich am meisten überrascht hat, ist, dass auch Organismen, die man nicht so häufig in Riffen findet, dort ihren Ursprung haben", erklärt der Forscher. Ein Beispiel seien Schnecken, wie die hochgiftige Kegelschnecke (Conidae), deren Kinderstube das Riff ist, die jedoch auch in zahlreichen anderen Gebieten vorkommt. "Die Erwartungshaltung wäre gewesen, dass neue Arten überall zufällig entstehen, so wie es die Evolutionsbiologen heute häufig vertreten. Doch es zeigt sich zunehmend, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass es Zentren der Evolution gibt."

Die Untersuchung beschränkt sich jedoch auf die Herkunft von am Gewässer-Boden lebenden, wirbellosen Tieren, welche auch benthische Invertebraten genannt werden. "Obwohl schon lange vermutet wird, dass auch zahlreiche Fischarten in Riffen entstehen, konnten wir dies leider nicht mit dem Fossilbericht überprüfen", sagt Kießling. Denn Fische versteinern nicht dort, wo sie sterben. "Fische werden nach ihrem Tod in andere Bereiche transportiert. Die Strömung treibt sie fort – dasselbe gilt leider auch für Tintenfische."

Dennoch reichen die Daten, um zu belegen, dass Riffe nicht nur ökologisch von Bedeutung sind, sondern auch eine Wiege der Evolution. "Sollten die Riffe unserer Meere verschwinden, verlieren wir einen ganz wichtigen Produzenten neuer Arten", sagt Kießling.

 
Leser-Kommentare
  1. da unten ganz schön kundig machen ... http://viereggtext.blogsp...

  2. Sehr geehrter Herr Vieregg,
    unter Ihrem Porträt steht, dass ein "XY" von der Zeit Beiträge von Ihnen gelöscht haben soll.
    Neugierig, wie ich bin, habe ich mir 2 Ihrer letzten Beiträge durchgelesen:

    1.
    Ihre Beiträge haben mit dem Thema nichts zu tun
    2.
    Jedesmal stellen Sie unter Ihrem Kurzbeitrag einen Link zu einem Blog, der mit dem Thema ebenfalls nichts zu tun hat.

    Das ist nervig !!

    Als Leser der Zeit befürworte ich Ihre erneute Löschung. Mit "Meinungsfreiheit" hätte das nichts zu tun.

    Gruß Max Stockhaus

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