Streusalze Ökologisch bedenklicher Wintereinsatz
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Verstöße gegen das Streusalzverbot werden mit Geldbußen bis zu 10.000 Euro geahndet

Strikte Verbote für das Salzstreuen auf öffentlichen Gehwegen gelten etwa in Berlin, Hamburg, Mainz und München. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen bis zu 10.000 Euro geahndet. Andere Städte, wie etwa Bremen, Düsseldorf und Stuttgart verbieten das Streuen mit Salz zwar grundsätzlich, tolerieren aber Ausnahmen für vereiste Treppen und steile Hänge.

Eigentlich aus gutem Grund und Glauben, denn mit der Räum- und Streupflicht ist nicht zu spaßen: Je nach örtlicher Regelung müssen Wege und Flächen an Werktagen ab 7:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr und bis meist 20 Uhr geräumt, gestreut und somit verkehrssicher gehalten werden. Kommt ein Fußgänger – etwa durch Sturz – zu Schaden, haftet der Streupflichtige für Arzt- und Krankenhauskosten sowie für Verdienstausfall und Schmerzensgeld. Von Fall zu Fall droht sogar eine Strafe wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Kein Streusalz-Verbot besteht für öffentliche Straßen, die im Gegensatz zu Gehwegen, als versiegelte Flächen Schmelzwasser in die Kanalisation und nicht direkt ins Grundwasser entlassen. "Als Stadtreinigung streuen wir natürlich auch Tausalze", erläutert der Pressesprecher der Hamburger Stadtreinigung, Rheinhard Fiedler. "Wir können die Verteileranlagen unserer Streufahrzeuge auf den Zentimeter genau einstellen und damit sicherstellen, dass wir nur die Straße salzen."

Ob man der eigenen Haustür mit Salz streuen darf ist in den Satzungen, Verordnungen oder Gesetzen der jeweiligen Gemeinde geregelt. In den meisten Gemeinden ist es mittlerweile grundsätzlich verboten. Stattdessen muss der Schnee geräumt und auf abstumpfende Streumittel ausgewichen werden. Statt Tausalz wird etwa Split, Sand und Kies verteilt – der Umwelt zuliebe.

 
Leser-Kommentare
  1. "Es ist eine bewerte, aber für die Umwelt problematische Methode, um der Glätte Herr zu werden."

    Bei mir sind Tausalze eine "bewährte" Methode der Eisbekämpfung, deren Auswirkungen auf die Umwelt ich aber nicht zu "bewerten" vermag.

  2. Redaktion

    Der Fehler wurde korrigiert, danke für den Hinweis.

  3. Mir tränen die Augen wenn ich dies lese und ich verstehe die Welt nicht mehr. Salz ein Gewürz? Vielleicht sollten wir künftig im Winter Pfeffer, Nelken oder Kardamon streuen. Wenn es denn hilft, tut es auch der Umwelt gut.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ohno
    • 12.01.2010 um 17:36 Uhr

    Na, dann essen Sie Ihre Suppe das nächste Mal ruhig ohne (Koch)salz. Sie werden schon sehen.

    • ohno
    • 12.01.2010 um 17:36 Uhr

    Na, dann essen Sie Ihre Suppe das nächste Mal ruhig ohne (Koch)salz. Sie werden schon sehen.

  4. War es seinerzeit recht einfach gut zu sein, läuft der derzeitige Umweltgedanke Gefahr zu laufen, Sicherheit hinter die Natur zu stellen. Entweder ist es der Gedanke an der Verstärkung einer gewissen natürlichen Selektion die wir aber mal keinem unterstellen wollen oder aber der Ökologismus hat sich bereits dermaßen verselbstständigt, das wir nur noch auf das Kind warten dass da ruft ... aber der hat ja gar nichts an ...

  5. Ist es denn echt so, daß man im Winter gelegentlich mit Kälte und Schnee rechnen muß, und im Sommer mit Hitze, Regen und Hagel;) ?
    Am besten die ganze Gegend einsalzen, dann braucht man fürs Gemüse kein "Gewürz" mehr.

  6. Was für gibt es für Alternativen? Wäre Sand eine bessere als "Gewürz"?

    Mit dem Schneeräumen ist das so eine Sache: Wenn die Fußwege freigeräumt werden und dann viele Menschen mit ihren schneebeladenen Schuhen über den Fußweg laufen, dann vereist das Wasser und es wird schön glatt!

    • Crest
    • 08.01.2010 um 18:45 Uhr

    "Wir können die Verteileranlagen unserer Streufahrzeuge auf den Zentimeter genau einstellen und damit sicherstellen, dass wir nur die Straße salzen."

    Der erste Teilsatz ist sicher korrekt: "Einstellen" kann man auf den Zentimeter. Aber die "Streuung der Streuung" (die statistische!) geht über den Zentimeter hinaus.

    Was mich an den kommunalen Verordnungen so irritiert: Die Kommunen können "kalt"-lächelnd einen Schild platzieren mit der Aufschrift "Eingeschränkter Winterdienst". Der Autofahrer habe dann entsprechend vorsichtig zu fahren. Nun versuche einmal ein Hausbesitzer auf seinem Gehsteig eine entsprechende Notiz anzubringen, verbunden nmit dem Appell, der Fußgänger möge sich vorsichtig verhalten... :-)

    Herzlichst Crest

  7. Wenn der Staat sich dazu entschließen könnte, dass die Kommunen alle öffentlichen Wege selbst reinigen und dies nicht auf die Haus-/Wohnungsbesitzer oder Mieter weitergeleitet werden darf würde dies:
    a) Jobs schaffen
    b) sicher stellen, dass die professionellen Dienstleister nicht aus Angst vor Nachbars' Oma im Zweifelsfall lieber Salz auf den Weg hauen bevor sie ausrutscht und sich den Oberschenkelhals bricht.

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