Rohstoffe Schürfen im Extremen
Auf der Suche nach neuen Rohstoffquellen dringt der Mensch in immer entlegenere Gebiete vor. Auch der Weltraum und die Tiefsee sollen keine Grenzen bilden.
© Astrobotic Technology / Mark Maxwell

Zukunftsvision: Geräte wie in diesem Entwurf von Astrobotic Technology könnten Rohstoffe auf dem Mond abbauen
Als US-Präsident Barack Obama Anfang Februar 2010 dem Kongress seinen Etat 2011 vorlegte, war ein großer Verlierer rasch ausgemacht: Die Weltraumbehörde NASA muss sich wohl endgültig von ihren Plänen für eine bemannte Mondmission verabschieden. Zwar soll das NASA-Budget bis zur Mitte des Jahrzehnts um bis zu sechs Milliarden Dollar aufgestockt werden, die Mittel werden aber vorrangig in die Entwicklung kommerzieller Trägersysteme fließen. Für das von Obamas Vorgänger George Bush gestartete "Constellation"-Programm, das Flüge zu Mond und Mars vorsah, sind dagegen keine weiteren Mittel vorgesehen.
Für die einzige Nation, die bislang Menschen auf den Mond gebracht hat, ist der Erdtrabant also kein Thema mehr. Von den übrigen Raumfahrtnationen ganz zu schweigen: Das Aurora-Projekt, mit dem die europäische Raumfahrtbehörde ESA dem Mond zu Leibe rücken will, ist noch meilenweit von den konkreten Umsetzung entfernt. Russland setzt angesichts des bevorstehenden Endes der Spaceshuttle-Ära vor allem auf die lukrative Rolle des galaktischen Taxifahrers mit dem dann weltweit einzig verfügbaren Trägersytem für bemannte Raumflüge, der Sojus. Und China hat zwar seine ersten Taikonauten erfolgreich ins All gebracht, für mehr als einen Hüpfer knapp außerhalb der Erdatmosphäre reicht seine Technik aber noch nicht.
Dabei hatte die Idee einer bemannten Mondmission in den letzten Jahren so etwas wie eine kleine Renaissance erlebt: Wissenschaftlich, weil sich 40 Jahre nach der ersten Mondlandung unser Verständnis vom Erde-Mond-System grundlegend verändert hat und Planetenforscher heute Fragen beantwortet haben möchten, die zu Zeiten der Apollo-Flüge noch gar nicht gestellt werden konnten. Und wirtschaftlich, weil der fahle Begleiter der Erde über Schätze verfügt, die hier auf der Erde immer kostbarer werden.
- Datum 22.02.2010 - 11:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, spektrumdirekt.de
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