Rohstoffe Uran gibt es reichlich, aber die Förderung ist schwierig
Die Nachfrage an Uran zur Energiegewinnung steigt. Das radioaktive Metall kommt in der Natur häufig vorkommt. Doch der Abbau ist mit ökologischen Problemen verbunden.
© JOE KLAMAR/AFP/Getty Images

Auch wenn Deutschland vorerst weiter den Ausstieg aus der Kernenergie betreibt, so setzen andere Nationen doch auf die Technologie. Neue Reaktoren sind unter anderem in China, Indien, Brasilien und nun auch den USA geplant.
Eigentlich gibt es so viel Uran unter der Erdoberfläche, dass Atomstrom noch sehr lange fließen kann. "120 Jahre", antwortet Ulrich Schwarz-Schampera von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf die Frage, wie lange die Uranreserven noch reichen werden. Außer den Lagerstätten, die beim derzeitigen Uranpreis gewinnträchtig abgebaut werden können, vermuten Geologen noch mehr Vorkommen, die den aktuellen Bedarf weitere 150 Jahre decken könnten. Von Uranknappheit also keine Rede?
Doch – denn nach Ansicht mancher Experten droht schon in den nächsten zehn Jahren ein Versorgungsengpass. "Die Konsequenzen wären höhere Erzeugungspreise für Kernenergie und die Stilllegung einzelner Kraftwerke", sagt Thomas Seltmann, Sprecher der Organisation Energy Watch Group. Der Grund für den drohenden Mangel: Uranminen fördern jährlich nur zwei Drittel des weltweiten Bedarfs. Die Atomindustrie deckt den Rest aus den Vorräten, die vor 1980 während jahrzehntelanger Überproduktion in den Minen angesammelt wurden, und aus Beständen, die aus der atomaren Abrüstung stammen. Diese Reserven werden allerdings in den nächsten Jahren zur Neige gehen.
Gleichzeitig steigt der Uranhunger der Welt, da China, Indien und Russland die Kernkraft ausbauen wollen, ebenso wie die USA, wie die gerade bekannt gegebenen Pläne von US-Präsident Barack Obama zeigen. Allein China will in den nächsten zehn Jahren 20 neue Meiler ans Netz bringen. Die Internationale Atomenergieorganisation IAEO schätzt, dass der Uranbedarf von heute rund 65.000 Tonnen pro Jahr auf mindestens 93.000 Tonnen im Jahr 2030 ansteigen wird [1]. Ob die Minenbetreiber rechtzeitig einen Gang zulegen und die Uranproduktion steigern, ist unter Experten umstritten.
- Datum 25.02.2010 - 13:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, spektrumdirekt.de
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Guter Artikel!
Zusätzlich interessant wäre, dass durch Generation IV Reaktoren sich die energetische Ausnutzung des Urans etwa verhundertfacht, da das Isotop U238 auch verbrannt werden kann, was etwa 99,3 % des geförderten Urans ausmacht.
Dazu kommt noch die ganze Geschichte mit Thorium in HTR- Reaktoren.
Damit würde das Märchen vom ausgehenden Uran vollständig entkräftet.
Im Opener befindet sich noch ein Fehler:
"Die Nachfrage an Uran zur Energiegewinnung steigt. Das radioaktive Metall kommt in der Natur häufig vorkommt. [...]"
Erstaunlich, dass in diesem ganzen langen Artikel nicht von Isotopen die Rede ist. Die allermeisten derzeitigen Kernkraftwerke nutzen lediglich das spaltbare Uran-Isotop U235, was in natuerlichem Uran nur ca. 0.7% ausmacht. Die restlichen 99.3% sind U238, ein zwar nicht selbst spaltbares, aber doch "fertiles" Isotop. Wenn es irgendwann einmal zu einer Verknappung von U235 kommt, koenenn riesige Mengen dieses bereits abgebauten und aufgereinigten Materials genutzt werden.
Weiterhin sollte unbedingt Thorium erwaehnt werden, das in sog. Fluessig-Salz-Reaktoren genutzt werden kann. Thorium ist 3-4 mal haeufiger als Uran und kann nahezu vollstaendig genutzt werden. Dabei werden auch die meisten Spaltprodukte verbraucht, sodass die eine Endlagerung der geringen Restmengen nur fuer ca. 200-300 Jahre notwendig ist.
Moin,
da ich noch ein paar Eier legen muß nur ein paar Anmerkungen:
@julia09:
Die Generation IV Reaktoren sind bislang nichts als Werbeprospekte der Reaktorindustrie. Selbst unter massivem Einsatz von Geld würden solche Reaktoren nicht vor rd. 2050 zum Einsatz kommen. Und die Konzepte sind im Grunde nichts anderes als Neuauflagen der schnellen Brüter die bislang massiv gescheitert sind.
URL: http://tinyurl.com/y86czj7
@TRKdirect:
Warum wohl hat man nach über 60 Jahren noch keine praktikable Methode gefunden U238 zu verwenden? Außer für DU-Geschosse natürlich.
@Christian Meier (Autor):
das japanische Patent zur Gewinnung von Uran aus Meerwasser enthält nur einen Verweis auf die Möglichkeit mit den verwendeten Ionenaustauschern auf Hydroxamsäurebasis auch Uran aus Meerwasser zu gewinnen. Selbst wenn, wie für Patente üblich, hier kräftig geklappert wurde, muß das beladene Austauscherharz regeneriert werden, was den Einsatz von Mineralsäure erfordert, und dann muß aus dem Gemisch von Schwermetall-Kationen das Uranyloxid abgetrennt werden. Es wäre eine hübsche Rechenübung zu ermitteln, ob aufgrund der enormen Hydratationsenthalpien der Schwermetallkationen (partiell auch Natrium) und des niedrigen Anteils an U235 am Gesamturangehalt da überhaupt noch ein Nettoenergiegewinn übrig bleibt. Ein kleiner Hinweis, im Meerwasser sind auch wenigtens 6 Mio Tonnen Gold gelöst(Wikipedia), aber noch niemand hat bei einem Preis von rd. 36000$/kg rentabel Gold aus Meerwasser gewonnen.
CU
Immer wenn von Knappheit geredet wird, dann kommt sofort das Märchenargument. Aber eigenlich gehört doch die Theorie der technischen Substituierung von Rohstoffen in die Welt der Fabeln und Mythen!
Welche Stoffe haben wir denn bisher erfolgreich ersetzt?
Kennt irgendjemand einen Rohstoff der nicht mehr gebraucht wird?
Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man mit anderen Isotopen Reaktoren betreiben kann, doch wie kann man ernsthaft dieses Argument bringen! Da frage ich mich immer wie die Foristen solcher Argumente denken, wenn man hier von Denken überhaupt reden kann.
Alle Reaktoren auf dieser Welt brauchen nunmal die gängigen Isotope und wenn diese knapp werden, kann man sie nicht einfach umrüsten und somit spielt diese Knappheit eben eine Rolle- egal welche theoretischen Alternativen möglich wären!
Auch sie werden Zeit brauchen und die ist nunmal wie bei ca 30 anderen Rohstoffen nicht vorhanden bevor wir uns globale Verteilungskämpfe liefern werden, die ja eigentlich schon im vollen Gange sind!
Wie konnten wir auch unsere Zukunft in die Hände von kurzfristig denkenden Märkten legen, ohne auf unsere Wissenschaftler und Fachleute zu hören, die seit 40 Jahren innerlich am Verzweifeln sind, weil sich eben nichts ändert und wir weiter machen wie bisher als ob nichts wäre!
MFG
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