Pachauri unter Druck Forscher fordern den Rücktritt des Weltklimarat-Chefs
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Der menschengemachte Klimawandel steht weiter außer Frage

Von Storch hatte kürzlich eine Reform des IPCC vorgeschlagen. So müsse die Praxis beendet werden, dass Forscher als Leitautoren vor allem "Publikationen von sich selbst und ihren Freunden bewerten". Interessen von Unternehmen und Umweltverbänden müssen strikt herausgehalten werden. Außerdem solle es ein unabhängiges Beratungsgremium geben, das nicht an der Erarbeitung der IPCC-Berichte mitwirkt, sondern den Umgang mit Interessenkonflikten und Fehlern regelt.

Wichtige Leitautoren müssen regelmäßig wechseln, forderte von Storch. Der Weltklimarat solle stärker auf Kritik eingehen. Als letzten Punkt fordert der Professor eine strikte Trennung von wissenschaftlicher Arbeit und politischen Funktionen.

Nach von Storchs Ansicht ist der erste Teil des mehr als 3000 Seiten umfassenden Berichts, der die Datenbasis zum Klimawandel umfasst, von hervorragender Qualität. Der zweite Teil, der die Folgen des Klimawandels beschreibe, weise dagegen Schwächen auf. Er vermute, dass weitere Fehler in dem Bericht zu Tage kommen.

Der Max-Planck-Forscher Graßl äußerte die Sorge, dass Politiker wegen des beschädigten Ansehens des IPCC die berechtigten Warnungen vor den Folgen des Klimawandels nicht mehr ernst genug nehmen. Das Faktum des menschengemachten Klimawandels steht für Graßl und von Storch außer Zweifel. "Doch wenn Pachauri im Amt bleibt, bekommen wir eine Hängepartie, die dem Klimarat schadet", sagte Graßl.

 
Leser-Kommentare
  1. Pajauri scheint jetzt das Opfer zu sein, das gebracht werden soll, damit die ganze Konstruktion des IPCC überlebt.

    Aber die Affäre um Pajauri ist nur die Spitze des Eisberges. Seit mindestens 1995 wurde im IPCC getrickst, um den angeblichen Beweis zu liefern, CO2 sei der Übeltäter für alle globalen Temperaturveränderungen.

    Es war Graßl, der mit mit am lautesten die Trommel rührte. Von Storch war da schon seriöser, aber er konnte oder wollte einen Aufstand im IPCC nicht verantworten.

    Man sollte einmal den Artikel von Prof. Ball vom 8. 2. 2010 über den Zusammenhang vom IPCC und CRU, Climate Research Unit, lesen, und dann wird man vieles verstehen, was nur Leute wussten, die sich bereits früher mit den Aktionen des IPCC beschäftigt haben.

    Prof. Ball kennt die Entstehungsgeschichte des IPCC von Anfang an. Die erste große Fälschung geschah 1995, als Ben Santer einen Beschluss einer zuständigen Kommission ohne deren Wissen eigenhändig in dessen genaues Gegenteil verkehrte. Es ging um den Nachweis, inwieweit CO2 verantwortlich ist für globalen Temperaturänderungen.

    Prof. Ball :

    IPCC And CRU Are The Same Corrupt Organization by Dr Tim Ball February 8, 2010

    http://anhonestclimatedeb...

  2. Zitat:"Der Max-Planck-Forscher Graßl äußerte die Sorge, dass Politiker wegen des beschädigten Ansehens des IPCC die berechtigten Warnungen vor den Folgen des Klimawandels nicht mehr ernst genug nehmen."

    Ein anthropogener Anteil des Klimawandels wird bisweilen immer noch in Frage gestellt, bagatellisiert, geleugnet. Wurden die Warnungen bisher ohne Skandale um Pauchuri ernster genommen? Ich denke nicht. Aber selbst ohne die Warnungen des IPCC gibt es doch genug Anreize, Wirtschaft und Industrie neu auszurichten. So sinnvoll die Qualitätssicherung und der Schutz der Glaubwürdigkeit des IPCC ist, so wenig kann man Pachauri für Misserfolge in der Klimafolgenprävention und den mangelnden guten globalen Willen verantwortlich machen: der muss von den Verantwortlichen (auch mir selbst) kommen.

  3. @Beranor

    Man muss schon etwas mehr wissen über die Tätigkeit des IPCC und der zugehörigen
    Forschergemeinde, um sich hier ein einigermaßen sachgerechtes Urteil zu bilden.

    Es geht eben nicht nur um reine Wissenschaft, sondern das Thema „Klima“ ist hoch politisiert.

    Deshalb auch die Reaktion der Mitglieder des IPCC, die offensichtlich Pajauri jetzt opfern wollen, damit der Betrieb weiter gehen kann wie bisher. Es geht eben auch um sehr viel Forschungsgelder, mit denen eine große Anzahl von Forschern finanziert werden. Und diese Gelder sollen möglichst nicht angetastet werden.

    Einen Einblick über die internen Auseinandersetzung im „Klimabetrieb“ können Sie einem Artikel von Prof. Lindzen vom MIT entnehmen. Lindzen ist einer der wenigen Wissenschaftler, die genug finanzielle Unabhängigkeit besitzen, um offen die Probleme im Klimabetrieb zu kommentieren. Dagegen ist Pajauri und sein Verhalten ein kleiner Fisch, auch wenn er unverzeihliche Fehler gemacht hat.

    Climate of fear, von Lindzen aus 2006

    http://www.heartland.org/...

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    Unterstützung für seine Forschung kommt auch von der Ölindustrie:
    http://www.sourcewatch.or...

    Dies soll nun nicht seine ganze Forschungsarbeit diskreditieren, aber finanzielle Unabhängigkeit sieht anders aus.

    Unterstützung für seine Forschung kommt auch von der Ölindustrie:
    http://www.sourcewatch.or...

    Dies soll nun nicht seine ganze Forschungsarbeit diskreditieren, aber finanzielle Unabhängigkeit sieht anders aus.

  4. Ich stimme Faustus zu, es ist nicht alles Pachauris schuld.
    Aber es ist auch gute Tradition, dass Leiter von Organisationen die Verantwortung für das Tun ihrer Untergebenen übernehmen.

    Vielleicht sollte man an dieser Stelle an bereits vergessene Details erinnern, z.B. der Wahl Pachauris:
    "Er löst damit den bisherigen Vorsitzenden Robert Watson ab, dem die USA wie auch viele Entwicklungsländer die Unterstützung versagten. Letztere wollten nach drei Amtsperioden endlich einmal einen Vertreter aus ihren Reihen in dieser Position sehen." (Quelle: germanwatch.org)

    Ironie der Geschichte. Der Klimaskeptiker Bush hat zusammen mit Entwicklungsländern den erfolgreichen Robert Watson demontiert und durch eine ihm genehmere Figur ersetzt. Der Samen des Schadens, der dem IPCC heute erwächst, wurde also auch vom Klimaskeptiker Bush gesät...

  5. verdient sehr gut an allem, was vom IPCC veröffentlicht wird.

    http://www.telegraph.co.u...

    Es ist schon seltsam, wenn ein Eisenbahningenieur ohne jegliche klimawissenschaftliche Ausbildung über sein Institut TERI noch 2005 eine Firma gründen kann, die die Ausbeutung von Ölfeldern optimieren soll, und gleichzeitig als IPCC-Chef als Klimaguru gefeiert werden kann, während er auch noch gut an jeder Prognose verdient, z.B. durch Beteiligungen an carbon trade Firmen und Zusammenarbeit mit TATA und der Münchner Rück.
    Der Mann muss weg.

  6. Unterstützung für seine Forschung kommt auch von der Ölindustrie:
    http://www.sourcewatch.or...

    Dies soll nun nicht seine ganze Forschungsarbeit diskreditieren, aber finanzielle Unabhängigkeit sieht anders aus.

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