Cites-Konferenz in DohaFische haben kaum eine Chance

Das Artenschutzabkommen ist ein untaugliches Instrument. Denn verhandelt werden Wirtschaftsinteressen, nicht der Schutz von Tieren und Pflanzen, kommentiert Dagny Lüdemann. von 

Die Erwartungen waren groß, als die Vertreter der 175 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens nach Doha ins Emirat Qatar aufbrachen, um über die Zukunft bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu entscheiden. Doch weder der Eisbär, dessen wahren Bestand Wissenschaftler nur grob schätzen können, noch der nachweislich vom Aussterben bedrohte Rote Thunfisch fand ausreichend Befürworter für ein internationales Handelsverbot. Schließlich wurde auch der Antrag auf besseren Schutz für mehrere Hai-Arten abgelehnt. Eine ernüchternde Zwischenbilanz.

Cites-Abkommen

Viele Tiere und Pflanzen sind durch den internationalen Handel vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen wurde 1973 ins Leben gerufen, um den Handel mit bedrohten Arten zu begrenzen oder ganz zu verbieten. Auf Englisch ist das Abkommen unter dem Namen Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) bekannt. Inzwischen hat es 177 Mitgliedsländer.

Geschützte Arten

In das Abkommen sind bislang mehr als 5.000 Tier- und rund 29.000 Pflanzenarten aufgenommen worden. Sie werden in drei Anhängen gelistet:

Anhang I enthält vom Aussterben bedrohte Arten wie Großwale, Menschenaffen, Tiger und – mit Ausnahmen für einige Länder – Elefanten. Mit diesen Arten oder ihren Produkten darf international nicht gehandelt werden.

Anhang II umfasst etwa Geckos und einige Affenarten. Der Handel mit ihnen unterliegt strengen Auflagen. Die Art darf dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die meisten der gelisteten Arten stehen in diesem Anhang.

Anhang III
verzeichnet Arten, die von einem Land in seinem Hoheitsbereich unter Schutz gestellt wurden. (Quelle: dpa)

Ergebnisse der Bangkok-Konferenz

Erstmals seit des Washingtoner Artenschutzabkommens wird der Handel mit fünf kommerziell und weltweit gefischten Haiarten unter Aufsicht gestellt. Weißspitzen-Hochseehaie, drei Arten Hammerhaie und Heringshaie dürfen künftig nur noch aus nachhaltigen Beständen in den Handel kommen.

Der unkontrollierte Handel mit Ebenhölzern, Rosenhölzern und Palisander aus Südostasien, Lateinamerika und Madagaskar wird gestoppt. Holzlieferungen brauchen künftig Exportpapiere, die nur ausgestellt werden dürfen, wenn die Art durch die Abholzung nicht gefährdet ist.

Angesichts der steigenden Wilderei von Elefanten und Nashörnern in Afrika wird Wildtierkriminalität künftig nicht mehr nur als Vergehen, sondern als Straftat eingestuft.

Der Handel mit Dutzenden Arten (darunter Seekühe, Schildkröten, Frösche, Geckos) wird erstmals unter Aufsicht gestellt.

Ein Antrag auf Einschränkung des Handels mit Eisbärfellen scheiterte. Jedes Jahr sterben deshalb rund 400 Eisbären, vor allem in Kanada. Die Gegner sagen, die Bestände  seien noch nicht gefährdet.

Der Handel mit Tigern und Menschenaffen ist zwar seit langem verboten, doch wird auch hier gewildert. Die Unterzeichner der Konvention einigten sich nur darauf, die Lage zu beobachten und resoluter gegen Wilderer vorzugehen.

Schon der Name "Artenschutzkonferenz" führt in die Irre. Geht es auf dem Treffen doch vielmehr um Wirtschaftsinteressen als um die Sorge um das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, die seit Jahrmillionen die Erde bevölkern.

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So kämpfte Japan – Hauptimporteur des im Mittelmeer und Atlantik überfischten Roten Thuns – auf der Konferenz vehement gegen ein Handelsverbot des Sushi-Speisefischs. Und auch China fand ausreichend Verbündete gegen den Schutz dreier Hammerhai-Arten sowie des Weißspitzen-Hochseehais. Sämtlich Fische, denen zum Teil bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt werden, um daraus die in Asien begehrte Flossensuppe zu machen.

Bleibt die Frage, warum viele Staaten, die weder am Thunfisch noch am Hai mitverdienen, trotzdem nichts für den Erhalt dieser Arten getan haben. Beobachter der Cites-Konferenzen wissen seit Langen, mit welchen Bandagen zwischen den Vertragsstaaten gepokert wird. So legt man armen Ländern zuweilen nahe, mit den Blockierern zu stimmen, wenn sie ihre Entwicklungshilfe-Zahlungen nicht gefährden wollen. Anderen wird mit indirekten wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Und an allen Ecken der Konferenz gehen Lobby-Organisationen unter den Delegierten auf Stimmenfang.

Wobei es vor allem um die wirtschaftlichen Interessen des Westens geht. Afrikas Wünsche im globalen Wettbewerb zählen offenbar eher wenig. Zum Glück für Umweltverbände, die gegen eine Lockerung des Elfenbeinhandels waren, wie Afrika sie sich gewünscht hatte. Tansania und Sambia dürfen auch ihr noch gelagertes Elfenbein nicht verkaufen – selbst dann nicht, wenn sie mit dem Erlös den Schutz der bedrohten Elefanten fördern wollten. Was zeigt, dass ein generelles Handelsverbot nach Cites nicht immer die sinnvollste Lösung ist. Im Fall des Roten Thunfischs hätte beispielsweise eine Aufnahme in Anhang I des Abkommens auch das Aus für Aquafarmen bedeutet, die nachhaltige Methoden zur Thunfischzucht entwickeln.

Fische aber haben es seit jeher schwer, in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen zu werden, zu viele verdienen an ihnen. Eine Reihe Länder vertreten die Auffassung, die Fischerei solle von dieser Art des Tierschutzes unberührt bleiben. Und so hebelten die 175 Länder auch in diesem Jahr wieder ihre eigens verabredeten Mechanismen aus und verwiesen zum Schutz von Hai und Thunfisch auf die Internationale Kommission für den Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT), die der Überfischung mit niedrigeren Fangquoten Einhalt gebieten soll.

Dabei wird ignoriert, dass bestehende Fangquoten für viele Fischarten – auch in Europa – jetzt schon nicht eingehalten werden. Doch noch immer hat die EU kein wirksames Kontrollmittel gefunden, um die illegale Fischerei einzudämmen. Wie absurd das Abstimmungsverfahren der Cites ist, zeigt auch das Beispiel des Heringshais: Am Dienstag fand sich eine knappe Mehrheit für den Antrag aus Deutschland zum Schutz desselben. Doch damit ist der Meeresbewohner noch lange nicht sicher. Bis zum 25. März haben die Staaten noch Zeit, eine erneute Abstimmung zu beantragen. Solange, bis ihnen das Ergebnis passt?

Nach einer Woche Artenschutz-Basar ist daher wohl die Frage nach dem Sinn eines Abkommens erlaubt, das selbst Tieren, die bereits auf der Roten Liste stehen, nicht helfen kann. Nicht, dass nichts geschützt würde. Doch eine Chance auf Rettung haben nur wirtschaftlich uninteressante Arten, wie einige Pflanzen und Frösche.

Es ist ein Pokerspiel mit gezinkten Karten und ständig neuen Regeln. Einen ehrlichen, globalen Artenschutz kann es damit nicht geben. Bleibt zu hoffen, dass einige Länder ihre heimischen Arten selbst unter Schutz stellen – per Gesetz.

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Leserkommentare
  1. Der Kapitalismus schadet den Schwachen. Wer ist schwächster, wer ist mehr von menschlicher Gnade abhäöngig als Tiere? Die Gnade ist aber nur so hoch, wie ihr finanzieller Wert. Am ende muss es sich rechnen, bei Menschen wie bei Tieren. Das sehen wir in sozialen Bereichen genauso wie in Tierschutzrelevaten Bereichen. Geld ist wichtiger als das Leben und Leiden von Subjekten. Deswegen steigen die Tierversuchszahlen anstatt dass sie sich verringern. 4 Millionen im Jahr für die Entwicklung der Alternativmehtoden, kann kein Ernstgemeinter Tierschutz sein. Das sid vielleicht 2 Forschungsunterfangen! Es ärgert mich in hohem Grade was gerade passiert. Der Kapitalismus geht mir auf den Sack.

    Danke für diesen Artikel. es freu tmich, dass zumindest der ein oder andere Journalist versucht ehrlich über Artenschutz/Tierschutz zu schreiben.

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    Sag ich mal, abgemildert. China definiert sich immer noch als kommunistisches Land und benimmt sich in Sachen Umweltschutz und Artenschutz schlimmer als jedes kapitalistische Land, de facto sind sie ja schon Kapitalisten. Aber als sie es noch nicht waren, in den 50ern und 60ern, da waren sie schlimmer als jedes andere. In Tibet wurden seltene Tiere hemmungslos abgeknallt, z.B. die Schneeleoparden. Da der Buddhismus das Töten verbietet, wurden die Kinder zu Campagnen zur "Unziefervernichtung" losgeschickt, um ihnen die alte Philosophie auszutreiben. Wälder wurden in China und Tibet abgeholzt, das Holz trieb auf den Flüssen, die Menschen durften bei schweren Strafen nichts davon sammeln, auch wenn es an den Ufern verrottete. Erst als die Wüstenbildung anfing, Peking zu bedrohen, begannen Aufforstungsversuche, und die ersten durch Privatleute!

  2. für den leider so wahrhaftigen Kommentar. Man muss sich mal zu Gemüte führen, dass kaum ein Mensch (vielleicht keiner?) wirklich darauf angewiesen ist diese bedrohten Arten weiter an den Rand des Aussterbens zu bringen. Es wird weder mit Nachhaltigkeit in der EU gefischt noch im Pazifik, ein Verstoß gegen die Auflagen wird mit lächerlichen Bußgeldern abgetan, sodass ja alle weiter kräftig dran verdienen. Ich werde nie im Leben Roten Thunfisch bestellen, wenn ich weiß dass es sich um eine gefährdete Art handelt. Verdammte wirtschaftsinteressen, verdammte Wirtschaftsvertreter...mein Gott, wohin soll das noch führen?

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    und zwar solange bis es keine Tiere mehr gibt und dann kann der Mensch nur noch sich selbst ausbeute ( was er schon macht) tja es sieht nicht rosig aus in dieser Zeit die nicht von Heldentaten überschattet wird, sondern von einen da nie endenden Idiotismus und Gier.

  3. und zwar solange bis es keine Tiere mehr gibt und dann kann der Mensch nur noch sich selbst ausbeute ( was er schon macht) tja es sieht nicht rosig aus in dieser Zeit die nicht von Heldentaten überschattet wird, sondern von einen da nie endenden Idiotismus und Gier.

    Antwort auf "Danke..."
  4. Vielleicht bin ich ja ein wenig naiv, aber wenn die Annahme richtig ist, dass bestimmte, auch kommerziell interessante, Tierarten vom Aussterben bedroht sind, dann ist es ja gerade unter dem komerziellen Aspekt absolut unvernünftig, diese Arten nicht zu schützen. Erst wenn sich die bestände wieder erholt hätten, wäre eine angemessene Befischung wieder sinnvoll. Es ginge also gar nicht mal so sehr um einen ideellen Erhalt der Vielfalt an Lebewesen, sondern um eine relativ einfach Optimierung des langfristigen Ertrages. Und nun frage ich mich, sind die Vertreter einzelner Staaten und Firmen zu doof dies zu verstehen, oder ist alles noch viel schlimmer, sprich: Die Leute schert einen Dreck was in 5 Jahren los ist, und es zählt einfach nur der Profit des aktuellen Tages?

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    Wenn man zB versucht, Krankheitserreger zu 100% abzutöten, stellt man fest, wie schwierig das ist. Unsere Krankenhäuser zB kriegen das nicht hin. Die Bauern -trotz der Chemiekeule- auch nicht. Ich habe mittlerweile Zweifel daran, ob wir Menschen ohne den Einsatz von Atombomben mächtig genug sind, auch nur eine Art aus der Evolution zu entfernen.

    Umgekehrt glaube ich nicht wirklich, daß wir genug Wissen über Leben und Sterben haben, um eine Art, die bereits auf dem absteigenden Ast ist, am Aussterben zu hindern. Die meisten Arten kennen wir nur aus Fossilien und die sind zu einer Zeit ausgestorben, als es noch keine Menschen gab.

    Den Schutz von Tieren und Pflanzen zusammen behandeln zu wollen, ist schwierig bis unmöglich. Man befrage mal Wikipedia, oder auch das Pflanzenschutzgesetz, was Pflanzenschutz eigentlich bedeutet: unter anderem den Schutz von Pflanzen vor Schädlingen, die bekanntlich Tiere sind. Pflanzen- und Tierschutz sind konkurrierende Ziele.

    Die Tier- und Pflanzenschutzdebatte hat zur Zeit eine sehr dünne rationale Basis. Unvereinbare Ziele werden immer unerreichbar bleiben. In Kommentar 4 wurde die ökonomische Irrationalität der Ausrottung wirtschaftlich interessanter Arten bereits zutreffend angesprochen.

    "Pflanzen- und Tierschutz sind konkurrierende Ziele."

    1. Sollte es auch um Tierschuz gehen. Das Bedeutet keine Tiere zu töten, wenn es nicht nötig ist. Eine Überfischung findet aber nicht statt weil wir alle am Verhungern sin, sondernw eil wir zuviel essen. Die die hUngern haben nichts von der Überfischung.
    2. Ist die Fischereiindustrie keine harmonische Kommune, die sich abends zum Teetrinken verabredet um vernünftig zu debattieren. Da geht es um Konkurenz und gewinnmaximierung. Da kann man nicht nur s viel Fischen wie es den Fischen gut geht, da gilt es den Markt zubefriedeigen und reicher zu werden. Wenn keine mehr da sind, gibt es sicher immernoch eine andere Art die sich ausmerzen lässt. ist ja nicht so als hätten wir nicht schon genügend Arten ausgerottet.

    Und Bakterien mit den hier diskutierten Tieren zu vergleichen ist schwirig. Bakterien sind hartnäckiger als Eisbären und Tiger. Das gleiche gilt für Ratten und Kakerlaken. Das heisst aber nicht, dass wir es nicht fertigbringen würden möglichst viele Tierarten um die ecke zu bringen.

    Ich sehe das so: Menschen empfinden nicht umsonst mitleid. Menchen haben nicht umsonst interesse an besonders schönen pflanzen. Die Natur hat nicht umsosnt niedliche und schöne lebewesen geschaffen. Sie sollen Jäger davon abhalten sie zu töten. Das Mitleid ist ne sehr kluge sache, denn es sorgt dafür, dass eine Art seinen lebensraum nicht zerstört. Nun hat die Natur offenbar nicht mit einem Superintelligenten esen gerechnet, dass sich in eine eigene, künstliche NAtur (Auch kultur genannt) flüchtet. Wenn wir alle unsere Haie unsere Tunfische, unsere Luchse und Nerze selbst Jagen und essen/Häuten müssen, wäre niemals ein Tier ausgerottet worden durch uns. Wir haben abe rnunmal Menschen und maschinen die das für uns erledigen. Sie tten täglich millionen schweine, ohne dass wir auch nur einen moment lang mitgefühl haben, sie töten elefanten und verkaufen ihre Stoßzähne, sie töten tiger und verkaufen ihre felle. Sie Roden Urwälder um dort Kühe grasen zu lassen und Soja nazubauen, damit wir zu MCDonalds gehen können um massenweise Fleisch in uns reinzudrücken. Und was empfinden die großstädter, dei noch nie ihre Nahrung selbst fangen, suchen, pflücken mussten? nichts. Wir haben kein gefühl mehr für die Natur. Wir haben alles rationalisiert. Es geht nur noch um zahlen und Wirtschaft. Wir sagen nicht, auch ind iesem Forum nicht: Die armen Fische, werden an die Oberfläche gehohlt wo sie elendig ersticken, bis bald alle aussterben. Die meisten fürchten nur um ihr Geld. Mitleid ist weg

  5. Die Nordsee ist ja schon totgefischt, also machen wir den Rest auch noch nieder.

  6. Wenn man zB versucht, Krankheitserreger zu 100% abzutöten, stellt man fest, wie schwierig das ist. Unsere Krankenhäuser zB kriegen das nicht hin. Die Bauern -trotz der Chemiekeule- auch nicht. Ich habe mittlerweile Zweifel daran, ob wir Menschen ohne den Einsatz von Atombomben mächtig genug sind, auch nur eine Art aus der Evolution zu entfernen.

    Umgekehrt glaube ich nicht wirklich, daß wir genug Wissen über Leben und Sterben haben, um eine Art, die bereits auf dem absteigenden Ast ist, am Aussterben zu hindern. Die meisten Arten kennen wir nur aus Fossilien und die sind zu einer Zeit ausgestorben, als es noch keine Menschen gab.

    Den Schutz von Tieren und Pflanzen zusammen behandeln zu wollen, ist schwierig bis unmöglich. Man befrage mal Wikipedia, oder auch das Pflanzenschutzgesetz, was Pflanzenschutz eigentlich bedeutet: unter anderem den Schutz von Pflanzen vor Schädlingen, die bekanntlich Tiere sind. Pflanzen- und Tierschutz sind konkurrierende Ziele.

    Die Tier- und Pflanzenschutzdebatte hat zur Zeit eine sehr dünne rationale Basis. Unvereinbare Ziele werden immer unerreichbar bleiben. In Kommentar 4 wurde die ökonomische Irrationalität der Ausrottung wirtschaftlich interessanter Arten bereits zutreffend angesprochen.

    Antwort auf "Dummheit vs Profit?"
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    "Pflanzen- und Tierschutz sind konkurrierende Ziele."

    Blödsinn. Ziel muss der UMWELTSCHUTZ sein, der sowohl Tiere als auch Pflanzen schützt. Dabei muss es um die wiederherstellung eines intakten Ökosystems gehen. Sollange der Mensch Tiere ausbeutet und Wälder rodet, bis kaum etwas übrig ist, wird das aber nicht geschehen. Es ist so dumm und unnötig. Aber es macht Gewise leute reich.

    Damit ist die Frage "Dummheit vs Profit?" wohl beantwortet: Dummheit.

    Selten so ein schlagendes Argument gelesen.

  7. Mit allergroesster Warscheinlichkeit wird die Menschheit so weiter machen wie bisher. Wir sind fleissig dabei, den Ast auf dem wir sitzen, mit einer immer groesseren Saege abzuschneiden. Der Mensch ist wohl einfach eine Fehlentwicklung der Evolution und Mutter Natur wird schon dafuer Sorge tragen, dies zu korrigieren. Wir beschleunigen das Ganze einfach ein bisschen mit unsere eingebildeten Ueberlegenheit (wie arrogant!). Zeit neues auszuprobieren, hat die Natur ohnehin.

    • Scyles
    • 23. März 2010 20:41 Uhr

    Und wieder ein Bericht, in dem alles auf die Frage reduziert wird, ob wir Menschen so nett sind, ein paar Arten nicht aussterben zu lassen...das klassische Mißverständnis von Umweltschutz als Gutmenschentum. Dabei ist es der Erde/Natur herzlich egal, welche Arten unter welchen Bedingungen leben.
    Das Leben wird sich auf alles, was wir mit der Erde anstellen, einstellen und sich daran anpassen. So konnte das Leben z.B. auch gut ohne Sauerstoff existieren. Wir können das nicht. Und gerade vor diesem Hintergrund wird die Sache mit der Fischerei und besonders den Haien interessant. Denn wo, geschätzte Zeit Leser kommt unser Sauerstoff her? Regenwald? Fehlanzeige! Rund 70-80% unseres Lebenselexiers verdanken wir dem Meer (Phytoplankton)! Nehmen wir jetzt noch hinzu, daß wir über das Meer weniger wissen als über den Mond, schon gar nichts über die Auswirkungen unserer massiven Eingriffe in das Nahrungsnetz der Meere...
    Und dann sind ausgerechnet die ungeliebten Haie die alles entscheidende Spitze der maritimen Nahrungspyramide. Eine Spitze, die wir bei vielen Arten der Haie auf unter 90% ihrer Population reduziert haben, die Europäer übrigens ganz vorne dran.
    Es geht nicht um das nette Bewahren des schönen Anblickes eines Eisbären, einer Meeresschildkröte oder eines Haies. Es geht um unser langfristiges Überleben. Und davor vielleicht auch um die Frage, ob wir an einem Meer Urlaub machen wollen, in dem nur noch Quallen schwimmen ;-)

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Europäische Union | Artenschutz | Fisch | Fischerei | Tierschutz | Überfischung
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