Moratorium Schutz der afrikanischen Elefanten gestärkt

Das Moratorium zum Verkauf von Elfenbein wird nicht gelockert. Auf der Artenschutzkonferenz in Doha lehnten die Cites-Staaten die Anträge von Tansania und Sambia ab.

Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites haben den Schutz der afrikanischen Elefanten gestärkt. Die Runde in Doha lehnte Initiativen von Tansania und Sambia ab, das Moratorium zum Verkauf von Elfenbein zu lockern. Es ist der einzige der wichtigen Anträge, der auf der Artenschutzkonferenz im Emirat Qatar die erforderliche Mehrheit bekommen hat.

Die beiden afrikanischen Länder wollten auf einen Schlag insgesamt mehr als 100 Tonnen Elfenbein auf "legalem" Weg verkaufen. Tansania hatte versichert, das dadurch verdiente Geld in den Schutz seiner Elefanten zu investieren, die Annahme der Anträge scheiterte aber an der nötigen Zweidrittelmehrheit.

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Das Cites-Abkommen

Viele Tiere und Pflanzen sind durch den internationalen Handel vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen wurde 1973 ins Leben gerufen, um den Handel mit bedrohten Arten zu begrenzen oder ganz zu verbieten. Auf Englisch ist das Abkommen unter dem Namen Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) bekannt. Inzwischen hat es 175 Mitgliedsländer.

Geschützte Tiere und Pflanzen

In das Abkommen sind bislang mehr als 5000 Tier- und rund 29.000 Pflanzenarten aufgenommen worden. Sie werden in drei Anhängen gelistet:

Anhang I enthält vom Aussterben bedrohte Arten wie Großwale, Menschenaffen, Tiger und – mit Ausnahmen für einige Länder – Elefanten. Mit diesen Arten oder ihren Produkten darf international nicht gehandelt werden.

Anhang II umfasst etwa Geckos und einige Affenarten. Der Handel mit ihnen unterliegt strengen Auflagen. Die Art darf dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die meisten der gelisteten Arten stehen in diesem Anhang.

Anhang III
verzeichnet Arten, die von einem Land in seinem Hoheitsbereich unter Schutz gestellt wurden. (Quelle: dpa)

Die Cites-Vertragsstaaten lehnten außerdem einen Antrag Tansanias ab, die Dickhäuter aus dem Anhang I, der den internationalen Handel mit Elfenbein untersagt, in den Anhang II zu verschieben. Dadurch wäre der Handel eingeschränkt möglich gewesen.

Auch Sambia hatte einen solchen Antrag stellen wollen, zog ihn aber am Montag zurück. Der afrikanische Elefant steht seit 1989 im Anhang I des Artenschutzabkommens. Im Jahr 2007 beschloss die Cites-Runde ein neunjähriges Moratorium für den Handel mit Elfenbein – dieses wollten Tansania und Sambia nun umgehen.

"Besonders die Ablehnung des Antrags von Tansania ist von entscheidender Bedeutung", sagt Volker Homes, der für die Umweltschutzorganisation WWF an der Konferenz teilnimmt. Laut einer Pressemitteilung begründet der WWF dies damit, dass sich die staatlichen Schutzmaßnahmen für die Elefantenpopulation gerade in Tansania in den vergangenen Jahren konstant verschlechtert hätten. Für fast die Hälfte des registrierten, staatlichen Lagerbestandes an Elfenbein gäbe es keinen gesicherten Herkunftsnachweis, heißt es weiter.

Auch der Internationale Tierschutz-Fonds sprach von einem "großen Sieg" für die Elefanten. Tansania und Sambia hätten mit ihren Anträgen dem Handel mit Elfenbein "die Tür öffnen" wollen. Dies sei aber verhindert worden. Die Organisation Pro Wildlife, die ebenfalls an der Konferenz in Qatar teilnahm, begrüßte die Entscheidung "zugunsten der grauen Riesen". Gleichzeitig warnte die Tierschutzorganisation vor einer Zunahme der Wilderei. Pro Wildlife schätzt, dass im vergangenen Jahr rund 38.000 Elefanten getötet worden seien, um den vor allem in Asien florierenden Schwarzmarkt mit Elfenbein zu versorgen.

Am Donnerstag hatten es die Vertragsstaaten abgelehnt, den internationalen Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Auch bleibt der Handel mit Rotem Thunfisch erlaubt. Die Konferenz in Doha dauert noch bis zum 25. März an.

 
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    • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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    • Schlagworte Tansania | Doha | Sambia | Emirates | Handel | Katar | Siegen | Asien
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