Artenschutzkonferenz Doha: Handel mit Rotem Thunfisch bleibt erlaubt
Die Vertragsstaaten des Artenschutzabkommens haben gegen mehr Schutz für den Roten Thun gestimmt. Umweltschützer sprechen von einem "Kniefall vor Wirtschaftsinteressen".
© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images

Der Rote Thunfisch wird vor allem zu Sushi verarbeitet. Er darf auch weiterhin frei gehandelt werden
Auf der Artenschutzkonferenz im Emirat Qatar hat bislang keiner der wichtigsten Anträge zum Schutz bedrohter Arten die erforderliche Mehrheit bekommen. Während noch um ein Handelsverbot für Haifisch-Produkte gerungen wird, konnte ein ähnliches Verbot für Eisbär-Fleisch oder Felle schon nicht durchgesetzt werden. Nun scheiterte auch der wohl von Umweltschutzorganisationen am vehementesten unterstützte Antrag auf einen besseren Schutz für den bedrohten Roten Thunfisch.
- Cites-Abkommen
Viele Tiere und Pflanzen sind durch den internationalen Handel vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen wurde 1973 ins Leben gerufen, um den Handel mit bedrohten Arten zu begrenzen oder ganz zu verbieten. Auf Englisch ist das Abkommen unter dem Namen Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) bekannt. Inzwischen hat es 177 Mitgliedsländer.
- Geschützte Arten
In das Abkommen sind bislang mehr als 5.000 Tier- und rund 29.000 Pflanzenarten aufgenommen worden. Sie werden in drei Anhängen gelistet:
Anhang I enthält vom Aussterben bedrohte Arten wie Großwale, Menschenaffen, Tiger und – mit Ausnahmen für einige Länder – Elefanten. Mit diesen Arten oder ihren Produkten darf international nicht gehandelt werden.
Anhang II umfasst etwa Geckos und einige Affenarten. Der Handel mit ihnen unterliegt strengen Auflagen. Die Art darf dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die meisten der gelisteten Arten stehen in diesem Anhang.
Anhang III verzeichnet Arten, die von einem Land in seinem Hoheitsbereich unter Schutz gestellt wurden. (Quelle: dpa)- Ergebnisse der Bangkok-Konferenz
-
Erstmals seit des Washingtoner Artenschutzabkommens wird der Handel mit fünf kommerziell und weltweit gefischten Haiarten unter Aufsicht gestellt. Weißspitzen-Hochseehaie, drei Arten Hammerhaie und Heringshaie dürfen künftig nur noch aus nachhaltigen Beständen in den Handel kommen.
Der unkontrollierte Handel mit Ebenhölzern, Rosenhölzern und Palisander aus Südostasien, Lateinamerika und Madagaskar wird gestoppt. Holzlieferungen brauchen künftig Exportpapiere, die nur ausgestellt werden dürfen, wenn die Art durch die Abholzung nicht gefährdet ist.
Angesichts der steigenden Wilderei von Elefanten und Nashörnern in Afrika wird Wildtierkriminalität künftig nicht mehr nur als Vergehen, sondern als Straftat eingestuft.
Der Handel mit Dutzenden Arten (darunter Seekühe, Schildkröten, Frösche, Geckos) wird erstmals unter Aufsicht gestellt.
Ein Antrag auf Einschränkung des Handels mit Eisbärfellen scheiterte. Jedes Jahr sterben deshalb rund 400 Eisbären, vor allem in Kanada. Die Gegner sagen, die Bestände seien noch nicht gefährdet.
Der Handel mit Tigern und Menschenaffen ist zwar seit langem verboten, doch wird auch hier gewildert. Die Unterzeichner der Konvention einigten sich nur darauf, die Lage zu beobachten und resoluter gegen Wilderer vorzugehen.
Monaco hatte den Antrag eingebracht, nachdem der Bestand der bedrohten atlantischen Thunfisch-Art in den vergangenen Jahren um etwa 75 Prozent zurückgegangen war. Der Löwenanteil der Fänge aus dem Mittelmeer wird nach Japan exportiert, wo man den Roten Thunfisch zu Sushi verarbeitet. Während die USA, Norwegen und Kenia das Vorhaben unterstützen, den Roten Thunfisch sofort in Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) aufzunehmen, hatte sich die EU schon im Vorfeld nur auf eine befristete Lösung einigen können: Europa sprach sich zwar dafür aus, den Thunfisch unter Artenschutz zu stellen – doch dies sollte frühesten ab Mai 2011 geschehen. Am Ende fand sich unter den 175 Cites-Staaten keine Mehrheit für den Thunfischschutz.
Japan, der Hauptimporteur des Roten Thunfischs, verwies auf die Fangquoten der Internationalen Kommission für den Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT). Man sei zwar bereit, niedrigere Fangquoten zu akzeptieren, signalisierte der Vertreter Japans auf der Artenschutzkonferenz. Allerdings wurden die festgelegten Fangquoten in der EU in der Vergangenheit nicht eingehalten und überschritten. Umweltschutzorganisationen fordern daher seit Jahren eine stärkere Kontrolle der Fischerei in EU-Gewässern, wo nicht nur Thunfische sondern auch andere Arten durch Überfischung bedroht sind.

Der Thunfisch ist für viele Fischer in Europa die Lebensgrundlage. Mehr dazu lesen Sie hier.
Umweltschutzorganisationen kritisieren die Entscheidung in Doha: "Das Votum der Vertragsstaaten ist eine Schande und setzt den König der Meere dem Untergang aus", sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des World Wide Fund for Nature (WWF). "Diese Entscheidung ist ein Kniefall vor Wirtschaftsinteressen. Damit bleibt der Rote Thunfisch auch in Zukunft einer entfesselten Fischerei und einem nimmersatten japanischen Sushi-Markt ausgesetzt." Vor allem Europa habe sich um seine Verantwortung im Artenschutz gedrückt. "Die EU ist schon mit einem Schummelvorschlag nach Doha gefahren", sagte Schacht. "Es ist eine fatale Entscheidung, die für den Roten Thunfisch in vielen Gebieten das Ende bedeuten kann", sagt Ralf Sonntag, der für den Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) in Doha ist.
Aufatmen werden hingegen Wissenschaftler und Züchter, die nachhaltige Zuchtmethoden für den Roten Thun entwickeln. Denn von einem generellen Handelsverbot wären auch Aquakulturen betroffen gewesen. Bislang werden für die kommerzielle Thunfisch-Mast allerdings noch Jungfische gefangen – auch das trägt zur Überfischung bei.








Deswegen hasse ich den Neoliberalismus. Die schwachen Leiden zu gunsten der Wirtschaft. Die Wirtschaft diktiert. Es geht nicht mehr um ehtische Maximen sondern einzig und allein darum, wie man den Wohlstand vermehren kann. Dabei geht es nie um den WOhlstand der Massen, sondern immer um den derjenigen, die meistens ohnehin bereits ausreichend Geld haben. es geht eben um die Gier.
Die Schwachen sind einmal mehr die Tiere, die wir ohne mit der Wimper zu zuckern ermorden, die natur die wir ausbeuten um unserem dämlichen Wirtschaftssystem zu genügen.
Ich empfinde tiefgreifenden HAss für den Neoliberalismus und alle Politiker die diesen vorantreiben.
Warum dürfen Wirtschaftsvertreter in den Ministerien ihre Interessen durchsetzen? Da findet sich alles, von der industriellen MAssentierhaltung bis zum Lobbyisten für private Krankenkassen. Doch niemand in unserem Parlament, genauso wie injedem anderne beliebeigen Parlament, interessiert sich für die Belande und Forderrungen der meist ehrenamtlichen Tierschutz- und Umweltaktivisten. Wie kann das sein?
die haben kein Geld, um zu schmieren und salben
Ich glaube WWF, TRAFFIC und PEW foundation haben genug Geld in Dohar gelassen
die haben kein Geld, um zu schmieren und salben
Ich glaube WWF, TRAFFIC und PEW foundation haben genug Geld in Dohar gelassen
die haben kein Geld, um zu schmieren und salben
Ich biete hiermit meine technische Unterstützung zur Eindämmung dieses kurzsichtigen und die Zukunft der Menschheit gefährdenden, profigeilen Verhaltens an.
Bin kein rauschebärtiger Ökofreak, sondern bin technisch gebildet und sehe die Notwendigkeit, etwas zu tun.
"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann."
Ist zwar schon öfter verwendet worden, aber aktuelle Entwicklungen zeigen, dass unsere Gesellschaft und vorallem die Oberen nichts dazu lernen.
Wann gibt es endlich mal Rettungsschirme für unseren Planten?
Japan macht sich langsam aber sicher mit seinen Essgwohnheiten fischiger/säugetierischer Art zum Aussätzigen der schon überdermassen strapazierten Fischerei zum Outlaw.Ich hoffe,Quecksilber,Cadmium und hoffentlich auch einige andere schöne strahlende Elemente aus der Reihe der etwas kanzerogen Art bescheren unseren Freunden aus dem Land einer alten Kulturnation den richtigen Appetit.
...da stellen sich nach Kopenhagen letztes Jahr in kurzer Folge schon wieder ein paar grundsaetzliche Fragen.
Wie soll man zum Beispiel Vertrauen darin haben, dass Politiker vernuenftig sind und den Sinn fuers Allgemeinwohl im Auge haben, wenn Mal um Mal internationale Konferenzen allerhoechstens nichtssagende Minimalkompromisse zum Ergebnis haben?
In der Fortsetzung bedeutet das auch - warum soll ich mich als Einzelbuerger vernuenftig verhalten, wenn mir doch Mal um Mal vermittelt wird, dass ein vermeintlicher Lebens- und Industriestandard nur durch ein "weiter so" zu erhalten sind?
In einem vorherigen Kommentar wurde der Neoliberalismus als verantwortlich bezeichnet - das klingt etwas pauschal. Und doch: ich glaube ernsthaft, dass seit dem Aufkommen des Neoliberalismus ein internationales Bemuehen zum Verbot einer Substanz, die nachweislich schaedlich fuer die Atmosphaere ist, keine Chance mehr haette. Es geht schliesslich im Wirtschaftsinteressen, Lebensstandard usw. und der Staat sollte da nicht zu regulierend eingreifen... man kennt die ueblichen Floskeln.
1990 war es dagegen noch moeglich, sich auf ein weitgehendes Verbot des damals noch allgegenwaertigen FCKW innerhalb von 10 Jahren zu einigen.
Es ist wohl nicht erlaubt, zum Boykott japanischer Waren aufzurufen? Und auch viel zu gefährlich, weil wir in Deutschland ebenfalls vom Export leben? Und auch heuchlerisch, weil wir sicherlich auch irgendwo Dreck am Stecken haben? Sehr bedauerlich! Nur so könnte man die Japaner überzeugen.
...und schon haben wir den Ruf nach vermeintlich einfachen Loesungen. Japanische Waren boykottieren, die Japaner fischen schliesslich den ganzen Thunfisch weg.
Wie's so ist mit einfachen Loesungen fuer komplexe Probleme - sie sind bestenfalls Quatsch, schlechtestenfalls kontraproduktiv.
Zum Beispiel wenn man auf Japan zeigt obwohl man vor der eigenen Haustuer kehren sollte.
Nicht nur, weil neben dem Thunfisch auch der Kabeljau hoffnungslos ueberfischt ist - und der wird nicht nach Japan exportiert, sondern in Skandinavien gegessen, bzw. in Irland und Grossbritannien erst in Bierteig und dann in Zeitungspapier eingerollt.
Letztlich ist das Problem nicht die Nachfrage aus Japan oder Grossbritannien, sondern der immerwaehrende Drang, jede weiter steigende Nachfrage zu befriedigen, als koennte man bei Fisch die Produktionsrate ebenso hoch schrauben wie beim LCD-TV.
Es ist Europa selbst, das den Thun und den Kabeljau in den umliegenden Gewaessern ueberfischt, um dann Geld damit zu verdienen, in z.B. nach Japan zu verkaufen. Einfachste Moeglichkeit, dagegen vorzugehen, waere nicht ein Boykott japanischer Waren, sondern vernuenftige Fangquoten und deren Kontrolle in europaeischen Gewaessern. Entsprechende Versuche scheitern aber schon seit Jahren an den europaeischen Fischereistaaten.
...und schon haben wir den Ruf nach vermeintlich einfachen Loesungen. Japanische Waren boykottieren, die Japaner fischen schliesslich den ganzen Thunfisch weg.
Wie's so ist mit einfachen Loesungen fuer komplexe Probleme - sie sind bestenfalls Quatsch, schlechtestenfalls kontraproduktiv.
Zum Beispiel wenn man auf Japan zeigt obwohl man vor der eigenen Haustuer kehren sollte.
Nicht nur, weil neben dem Thunfisch auch der Kabeljau hoffnungslos ueberfischt ist - und der wird nicht nach Japan exportiert, sondern in Skandinavien gegessen, bzw. in Irland und Grossbritannien erst in Bierteig und dann in Zeitungspapier eingerollt.
Letztlich ist das Problem nicht die Nachfrage aus Japan oder Grossbritannien, sondern der immerwaehrende Drang, jede weiter steigende Nachfrage zu befriedigen, als koennte man bei Fisch die Produktionsrate ebenso hoch schrauben wie beim LCD-TV.
Es ist Europa selbst, das den Thun und den Kabeljau in den umliegenden Gewaessern ueberfischt, um dann Geld damit zu verdienen, in z.B. nach Japan zu verkaufen. Einfachste Moeglichkeit, dagegen vorzugehen, waere nicht ein Boykott japanischer Waren, sondern vernuenftige Fangquoten und deren Kontrolle in europaeischen Gewaessern. Entsprechende Versuche scheitern aber schon seit Jahren an den europaeischen Fischereistaaten.
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