Meeresforschung Eine Raumstation für den Ozean
Seite 4/4:

Der Mensch wird nicht überflüssig

Der Mensch wird nicht überflüssig

Den entstehenden kontinuierlichen Datenstrom senden Breitbandkabel an Land, was zeitnahe Beobachtungsreihen über Jahre hinweg erlaubt, während Forschungsreisen zeitlich stets beschränkt waren. Driftende Messbojen wiederum konnten nur solange arbeiten und funken, bis die Batterien leer waren, während die Knotenpunkte über Stromkabel betrieben werden. Über bis zu 240 Gigabyte an Daten pro Sekunde könnten die Forscher ab 2011 verfügen – eine Informationsmasse, die sich nur noch mit Supercomputern an Land bewältigen lässt. Albert Plueddemann vom WHOI freut sich schon auf Daten: "Sie ermöglichen uns einen vollständigeren räumlichen und zeitlichen Blick auf die Ozeane als jemals zuvor."

Bis 2015 sollen die Stationen rund um den Globus betriebsbereit sein. Trotz der ganzen Technik werden Menschen im Meer aber auch dann nicht überflüssig, sagt Stephanie Murphy: "Nichts kann persönliche Erfahrungen in der Tiefsee ersetzen." Dieser Gedanke ist auch der Ansporn für Jaques Rougerie, dessen SeaOrbiter vielleicht schon 2012 seinen Dienst aufnimmt. Er soll ebenfalls den Auftakt für ein weltweites Projekt bilden, so Rougerie: "Wir planen einen Ableger in jedem Ozean und Binnenmeer." Oder, um Rougeries Lieblingsautor Jules Vernes zu zitieren: "Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, können andere Menschen verwirklichen." Auch im Meer.

Weitere zum Teil frei verfügbare Artikel zum Thema finden Sie im Dossier Meere auf spektrumdirekt.de.

 
Leser-Kommentare
  1. ...ein Fortschritt. Eine wirklich sehr gute Idee. ich bin mir sicher das in den Meeren noch etliche Geheimnisse ''schlummern'' die für uns von entschiedener Bedeutung sein könnten. Und eine permanente Unterwasser Station ist da ein Riesen schritt schritt zur Aufklärung vieler Fragen!!!

  2. ganz schön, aber inzwischen wird sie ja schon benutzt um Bratwurst zu verkaufen...

    • ben_
    • 15.03.2010 um 21:41 Uhr

    Zugegeben, der Sea Orbiter sieht etwas sexier aus. Aber "for the first time on the world" ist nicht ganz richtig, gibt es doch bereits seit 1962 die "Floating Instrument Platform".

    http://de.wikipedia.org/w...

  3. Vielleicht findet sich ja da unten noch der eine oder andere Fisch, wenn die Ozeane leergeräumt sind. Damit auf der Spekulantenparty die Sushis nicht ausgehen.

    Oder irgendein Loch, wo wir den Atommüll hinkippen können, oder vielleicht findet sich Erdöl oder Diamanten?

    Oder bewahren wir dem geschändeten Planeten nicht besser noch ein paar menschenfreie Zonen? Ich denke, die Tiefsee kann auf diese Kreatur, die seit Jahrtausenden nur Zerstörung und Entsetzen bringt, gut verzichten.

  4. Aber.....: im Anschluß der Forschung folgt doch stets die gnadenlose Ausbeutung.

    ...Bis jetzt sind die Tiefsee Biotope, von Menschen noch nicht angetastet.

    Noch nicht!

    Die Geldhaie warten schon.

    • phe4
    • 24.03.2010 um 15:01 Uhr

    So wie der Mensch die Meere schon verschmutzt hat, würde ich nicht unterschreiben, dass die Tiefsee noch unangetastet ist.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service