RohstoffvorräteDeutschland ist reicher an Erdöl als bisher bekannt

Neu bestätigte Ölreserven in Rheinland-Pfalz verlängern die Verfügbarkeit des nicht erneuerbaren Energieträgers um drei Jahre - dafür wird das Erdgas deutlich knapper. von dpa

Erdöl Erdölförderung in Deutschland

Deutschlands größte Erdölreserven liegen im Norddeutschen Becken  |  © Stefan Sauer/dpa

Deutschland verfügt über größere Erdölreserven als bisher angenommen, dagegen ist der Erdgasvorrat rückläufig. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover in einem aktuellen Bericht .

Demnach lagen die Erdölreserven zum Jahreswechsel bei rund 41,1 Millionen Tonnen und damit um 7,1 Millionen Tonnen über dem Wert des Vorjahres (Das entspricht einem plus von 20,9 Prozent). Der Anstieg beruht größtenteils auf einem bereits 2003 entdeckten Ölvorkommen unter der Stadt Speyer in Rheinland-Pfalz , das mit weiteren Bohrungen bestätigt worden ist.

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Die größten Erdölreserven liegen allerdings weiterhin im Norddeutschen Becken in den Bundesländern Schleswig-Holstein (51 Prozent des Gesamtvorkommens in Deutschland) und Niedersachsen (29 Prozent). Durch den Ölfund im Oberrhein-Graben hat sich Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von jetzt 18 Prozent auf Platz 3 vorgeschoben.

Die rechnerische Reichweite der derzeit bekannten Reserven bei gleichbleibender Förderung steigt so von etwa 11 auf 14,7 Jahre. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 2,8 Millionen Tonnen Erdöl gefördert. Das ist ein Rückgang von rund 8 Prozent gegenüber 2008.

Bei Erdgas betrugen die Reserven 161,9 Milliarden Kubikmeter und lagen um 31,8 Milliarden Kubikmeter unter dem Vorjahresergebnis von 2008 (minus 16,4 Prozent). Nach neusten Schätzungen ist das Gasvorkommen zwischen Elbe und Weser niedriger als gedacht. Niedersachsen bleibt allerdings mit einem Anteil von 98 Prozent der gesamten Rohgasreserven und mit einem Produktionsanteil von 94 Prozent die zentrale Erdgas-Förderregion.

Die Förderung in Deutschland ging 2009 auf 15,5 Milliarden Kubikmeter zurück, das sind rund eine Milliarde Kubikmeter weniger als im Vorjahr. Die Ursache dafür sind erschöpfte und zum Teil verwässerte Lagerstätten.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
    • Schlagworte Erdöl | Bergbau | Erdgas | Stadt | Rheinland-Pfalz | Elbe
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