Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) haben einen Antrag auf Handelsbeschränkungen zum Schutz des Hammerhais abgelehnt. Auch ein entsprechender Antrag für den Schutz des Weißspitzen-Hochseehais verfehlte im Arabischen Emirat Qatar die erforderliche Zweidrittelmehrheit, mit 75 Ja- zu 51 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen.

Aus Sicht vieler Tierschützer ist die Entscheidung der Cites-Staaten eine Kapitulation vor der Fischereiindustrie, die selbst vom Aussterben bedrohte Arten ohne Rücksicht und Skrupel jagt.

"Die Artenschutzkonferenz traut sich nicht, einige Fischarten zu schützen, obwohl diese den Schutz dringend nötig hätten", sagt Ralf Sonntag, Meeresbiologe des Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW) . "Manche Populationen der zum Schutz vorgeschlagenen Hai-Arten haben in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent abgenommen. Den Handel mit ihnen nicht zu kontrollieren ist grob fahrlässig."

Im Nordwestatlantik sei beispielsweise die Population des Bogenstirn-Hammerhais zwischen 1986 und 2000 um 89 Prozent dezimiert worden. "Die Population des Weißspitzen-Hochseehais ist in manchen Gebieten um 60 bis 70 Prozent gesunken", sagt Sonntag. "Auch er ist ein Opfer des Beifangs und der Haifischflossen-Suppe. Es ist unverständlich, warum die Konferenzteilnehmer alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren."

Die Flossen beider Hai-Arten sind sehr begehrte Zutaten für die chinesische Haifischflossensuppe, da sie besonders hohe Knorpelanteile haben. Die Suppe gilt in Asien als Delikatesse. Dadurch, dass immer mehr Menschen sich diese Spezialität leisten können, hat die Jagd auf die Tiere zugenommen. Vielfach landen die Tiere als Beifang in den Fischereinetzen. Ihnen würden dann lediglich die Flossen abgeschnitten, der Körper zurück ins Meer geworfen.

Auch ein besserer Schutz für den stark bedrohten Roten Thunfisch scheiterte in Doha .

Der Antrag Deutschlands, den Handel mit Heringshaien zu kontrollieren, wurde hingegen angenommen. "Das ist eine kleine Sensation, denn wir sind mit diesem Antrag schon zwei Mal zuvor gescheitert", sagte der stellvertretende deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams.Eine Schlappe musste Deutschland dagegen beim Antrag für den Dornhai hinnehmen, der weiterhin unkontrolliert gefangen werden darf. Zuvor schafften es lediglich drei Hai-Arten in Anhang II des Abkommens: Der Walhai, der Weiße Hai und der Riesenhai. 

Die Tierschutz-Organisationen hoffen nun, dass die Cites-Staaten am kommenden Donnerstag im Plenum zum Abschluss ihrer Konferenz noch einmal über die Hai-Resolutionen abstimmen.