Verweigert Kein Schutz für Hammerhai und Weißspitzen-Hochseehai
Die Artenschutzkonferenz Cites verweigert mehreren Hai-Arten einen Schutzstatus. Der einzige bisher erfolgreiche Antrag kommt aus Deutschland und betrifft Heringshaie.
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Mehrere Hammerhai-Arten sind stark bedroht, eine Handelsbeschränkung konnte sich trotzdem nicht durchsetzen
Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) haben einen Antrag auf Handelsbeschränkungen zum Schutz des Hammerhais abgelehnt. Auch ein entsprechender Antrag für den Schutz des Weißspitzen-Hochseehais verfehlte im Arabischen Emirat Qatar die erforderliche Zweidrittelmehrheit, mit 75 Ja- zu 51 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen.
Aus Sicht vieler Tierschützer ist die Entscheidung der Cites-Staaten eine Kapitulation vor der Fischereiindustrie, die selbst vom Aussterben bedrohte Arten ohne Rücksicht und Skrupel jagt.
- Das Cites-Abkommen
Viele Tiere und Pflanzen sind durch den internationalen Handel vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen wurde 1973 ins Leben gerufen, um den Handel mit bedrohten Arten zu begrenzen oder ganz zu verbieten. Auf Englisch ist das Abkommen unter dem Namen Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) bekannt. Inzwischen hat es 175 Mitgliedsländer.
- Geschützte Tiere und Pflanzen
In das Abkommen sind bislang mehr als 5000 Tier- und rund 29.000 Pflanzenarten aufgenommen worden. Sie werden in drei Anhängen gelistet:
Anhang I enthält vom Aussterben bedrohte Arten wie Großwale, Menschenaffen, Tiger und – mit Ausnahmen für einige Länder – Elefanten. Mit diesen Arten oder ihren Produkten darf international nicht gehandelt werden.
Anhang II umfasst etwa Geckos und einige Affenarten. Der Handel mit ihnen unterliegt strengen Auflagen. Die Art darf dadurch nicht weiter gefährdet werden. Die meisten der gelisteten Arten stehen in diesem Anhang.
Anhang III verzeichnet Arten, die von einem Land in seinem Hoheitsbereich unter Schutz gestellt wurden. (Quelle: dpa)
"Die Artenschutzkonferenz traut sich nicht, einige Fischarten zu schützen, obwohl diese den Schutz dringend nötig hätten", sagt Ralf Sonntag, Meeresbiologe des Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW). "Manche Populationen der zum Schutz vorgeschlagenen Hai-Arten haben in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent abgenommen. Den Handel mit ihnen nicht zu kontrollieren ist grob fahrlässig."
Im Nordwestatlantik sei beispielsweise die Population des Bogenstirn-Hammerhais zwischen 1986 und 2000 um 89 Prozent dezimiert worden. "Die Population des Weißspitzen-Hochseehais ist in manchen Gebieten um 60 bis 70 Prozent gesunken", sagt Sonntag. "Auch er ist ein Opfer des Beifangs und der Haifischflossen-Suppe. Es ist unverständlich, warum die Konferenzteilnehmer alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren."
Die Flossen beider Hai-Arten sind sehr begehrte Zutaten für die chinesische Haifischflossensuppe, da sie besonders hohe Knorpelanteile haben. Die Suppe gilt in Asien als Delikatesse. Dadurch, dass immer mehr Menschen sich diese Spezialität leisten können, hat die Jagd auf die Tiere zugenommen. Vielfach landen die Tiere als Beifang in den Fischereinetzen. Ihnen würden dann lediglich die Flossen abgeschnitten, der Körper zurück ins Meer geworfen.
Auch ein besserer Schutz für den stark bedrohten Roten Thunfisch scheiterte in Doha.
Der Antrag Deutschlands, den Handel mit Heringshaien zu kontrollieren, wurde hingegen angenommen. "Das ist eine kleine Sensation, denn wir sind mit diesem Antrag schon zwei Mal zuvor gescheitert", sagte der stellvertretende deutsche Delegationsleiter Gerhard Adams. Eine Schlappe musste Deutschland dagegen beim Antrag für den Dornhai hinnehmen, der weiterhin unkontrolliert gefangen werden darf. Zuvor schafften es lediglich drei Hai-Arten in Anhang II des Abkommens: Der Walhai, der Weiße Hai und der Riesenhai.
Die Tierschutz-Organisationen hoffen nun, dass die Cites-Staaten am kommenden Donnerstag im Plenum zum Abschluss ihrer Konferenz noch einmal über die Hai-Resolutionen abstimmen.
- Datum 23.03.2010 - 14:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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kann man sich für seine eigene Rasse nur schämen...
Da kann ich mich nur anschließen!
Traurig!
Wenn erstmal keine Natur da ist, werden wir sehen das wir sie brauchen!
Dann ist es aber zu spät!
Man muss nun wirklich nicht besonders weitblickend sein um glasklar erkennen zu können, dass bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen, vollkommen hemmungslosen Praktiken beim Fischfang sehr bald die gesamte Fischereiindustrie mit einem Schlag zusammenbrechen wird.
Wieso ist denken nur so schwer?
Und wie kann man ohne Not einem lebenden Wesen die Flossen abschneiden, die angeblich noch nicht mal nach was schmecken sollen?
Es gibt zu diesem Thema eine gute Doku: Sharkwater – Wenn Haie sterben. Nach diesem Film sieht man den Massenmord an dieser Tierart mit anderen Augen und fragt sich, wie lange die Menschheit weiter so leben möchte, als ob sie alleine auf diesen Planeten ansässig wäre.
... sich wenigstens eine kleine Gruppe von Menschen gegen die Zerstörung unser aller Zukunft wehren würde? Dabei denke ich nicht an Unterschriftenaktionen oder anderen Protest, der international und gegen die Interessen derer, die von diesem blinden Verhalten profitieren, keine Wirkung zeigt. Wenn auf höchster Ebene von der Mehrheit der gewählten Volksvertreter zu jeglicher Zerstörung Ja und Amen gesagt wird, wenn sie die entsprechende Lobby nur genug drückt, wie verwerflich kann das aktive Bekämpfen dieser Zustände dann sein?
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