Naturkatastrophe Schweres Nachbeben erschüttert Chile
Ein Beben der Stärke 6,9 und eine Tsunamiwarnung haben in Chile erneut Panik ausgelöst. Der Erdstoß war auch während der Amtseinführung des Präsidenten zu spüren.
© Joe Raedle/Getty Images

Ein Feuerwehrmann platziert im chilenischen Dichato eine Landesflagge in den Trümmern. Die Häuser hier wurden bei dem starken Beben vom 27. Februar zerstört. Seitdem gab es drei größere Nachbeben vor Chiles Küste
Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile mit mindestens 497 Toten haben heftige Nachbeben das südamerikanische Land erschüttert. Das Epizentrum des schwersten Erdstoßes, das nach Angaben der amerikanische Erdbebenwarte (USGS) eine Stärke von 6,9 erreichte, lag 145 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Santiago de Chile. Laut USGS bebte die Erde gegen 11.40 Uhr Ortszeit gut eine Minute lang. Zwei kürzere und schwächere Nachbeben folgten.
Die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA gab vorsichtshalber eine Tsunami-Warnung für die chilenische Küste heraus, wies aber darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer zerstörerischen Welle gering sei.
Die Bewohner küstennaher Orte wurden dennoch aufgefordert, sich sofort in höher gelegene Gebiete zu begeben. Über mögliche neue Opfer oder Schäden gibt es noch keine Angaben. Tausende Menschen rannten aus ihren Häusern auf die Straßen, als wiederholt die Erde unter ihnen schwankte, berichteten Korrespondenten aus der chilenischen Hauptstadt.
Auch die Teilnehmer der Amtseinführung des neuen Präsidenten Sebastián Piñera in Valparaíso wurden aufgeschreckt. Zu der Zeremonie waren auch viele ausländische Staatschefs ins Parlament gekommen.
Die Erde bebte nur Minuten vor der Amtsübernahme des 60-jährigen Nachfolgers der bisherigen Präsidentin Michelle Bachelet. Die Kronleuchter, an der Decke des Parlamentssaales begannen zu schwanken. In den Fernsehstudios sahen sich die Nachrichtensprecher besorgt um, als das Bild der Übertragung hinter ihnen zu wackeln begann.
Im weiter südlich gelegenen Katastrophengebiet stürzten tausende Menschen ins Freie. Perus Präsident Alan García zeigte sich jedoch nervenstark: "Wir wollen ja nichts dramatisieren. Das war ein Erdstoß. So etwas haben wir in Lima dauernd", sagte er auf der Freitreppe vor dem Parlament. Anschließend ging er in das Gebäude.

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"Dieses Nachbeben liegt im Rahmen des Normalen. (...) So eine Serie von Nachbeben kann ein, zwei Jahre dauern. Erst dann tritt wieder Normalität ein – falls man davon in diesem Gebiet mit dieser geologischen Situation überhaupt reden kann", sagte Onno Oncken vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam. "Da schieben sich zwei geologische Platten übereinander – da rappelt es ständig."
Am 27. Februar war Chile von einem der heftigsten je registrierten Beben mit einer Stärke von 8,8 erschüttert worden. Insgesamt sind Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen. Die ehemalige Präsidentin Bachelet hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten werde bis zu vier Jahre dauern.
- Datum 11.03.2010 - 18:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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In Rancagua sind nach chilenischen Berichten einige bereits beschaedigte (und abgesperrte) Haeuser endgueltig zusammengebrochen, ebenso eine Fussgaengerbruecke ueber die Ruta 5 sur (Panamericana).
Verglichen zum eigentlichen Beben war das heute relativ harmlos. Die Parkbank, auf der ich saß hat ein wenig gerüttelt, mehr nicht.
Im Film wird davon berichtet, dass das Epizentrum etwa 120km südwestlich von Santiago in einer Tiefe von 10km ist.
Dann muss es heißen, dass das Hypozentrum etwa 120km südwestlich von Santiago in einer Tiefe von 10km ist. Denn das Hypozentrum ist der "Erdbebenherd". Das hier genannte Epizentrum ist genau über dem Hypozentrum auf der Erdoberfläche.
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