Der Vulkanausbruch am Eyjafjalla-Gletscher auf Island hat nun doch Überschwemmungen ausgelöst. Die Eruption unter dem rund 200 Meter dicken Eis brachte Teile des Gletschers zum Schmelzen. Rund 700 Menschen aus der Umgebung mussten deshalb in Sicherheit gebracht werden.

Die Wassermassen drohten, eine Schnellstraße und mehrere Brücken zu beschädigen. Um die Fluten abzuleiten und Druck abzubauen, seien an mehreren Stellen Durchbrüche durch den Straßendamm gegraben worden. Aus drei noch am Morgen sichtbaren Löchern in der Eisdecke des Gletschers bildete sich ein durchgehender Riss.

Wie das Seismologische Institut in Reykjavik berichtete, kam es am Mittwoch zu Eruptionen, die zum Teil 20-mal stärker waren als an den Tagen zuvor. Diese Entwicklung hatten Forscher am Eyjafjalla-Gletscher nicht erwartet. Als der Vulkan Ende März dieses Jahres zum ersten Mal seit 1823 wieder aktiv geworden war, rechneten sie mit einem lang anhaltenden, aber gemäßigten Ausbruch.

Durch das extrem schnell schmelzende Gletschereis nimmt die Überschwemmungsgefahr rapide zu. Gewaltige Aschewolken in Folge des Vulkanausbruchs haben inzwischen zu massiven Einschränkungen des Flugverkehrs geführt – auch in Deutschland.

Auf Island – einer Insel, die durch Vulkanaktivitäten entstanden ist – sind die Menschen an die Unberechenbarkeit der Natur gewöhnt. Von 140 Vulkanen sind dort heute noch 30 aktiv. Das Naturschauspiel zieht zahlreiche Touristen an und interessiert auch Vulkanologen.