Ölpest im Golf von Mexiko BP überging Sicherheitsbedenken seiner Ingenieure

Der Versuch, das Öl-Loch zu schließen, ist gescheitert. BP sorgte sich internen Dokumenten zufolge schon länger um die Sicherheit. Man umging dabei Firmenrichtlinien.

Der britische Ölriese BP hatte offenbar schon Monate vor der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko Sorge um die Sicherheit der Bohrinsel – und setzte sich nach einem Medienbericht dennoch über konzerneigene Bestimmungen hinweg. Wie die Zeitung New York Times unter Berufung auf interne Dokumente des Unternehmens berichtete, hätten BP-Ingenieure bereits am 22. Juni 2009 ihre Bedenken darüber geäußert, dass eine Metallverschalung, die der Konzern am Bohrloch zum Einsatz bringen wollte, unter großem Druck kollabieren könnte.

"Das wäre sicherlich der schlimmste anzunehmende Fall", warnte der Zeitung zufolge ein Ingenieur des Ölkonzerns in dem BP-Bericht. "Aber ich habe so etwas schon erlebt, also seid euch bewusst, dass es passieren kann."

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BP habe dennoch an der Verwendung der Verschalung festgehalten und sich dafür eine spezielle Erlaubnis von Verantwortlichen des Konzerns eingeholt, schreibt die Zeitung weiter. Diese Genehmigung war demnach erforderlich, weil die Sicherheitsbestimmungen, die sich das Unternehmen selbst auferlegt hat, verletzt wurden.

Die "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem strömen kontinuierlich große Mengen Öl ins Meer und bedrohen die Küstengebiete mehrerer Bundesstaaten im Süden der USA. Die Bemühungen von BP, das lecke Ölbohrloch im Golf von Mexiko zu verschließen , erlitten am Samstag einen schweren Rückschlag. Die sogenannte "Top-Kill"-Methode, bei der Spezialschlamm sowie Gummireste und Faserabfälle in das Loch gepumpt wurden, scheiterte.

"Nach drei ganzen Tagen des Versuchs mit 'Top Kill' sind wir unfähig gewesen, das Ausströmen des Öls aus dem lecken Bohrloch vor der Südküste der USA zu stoppen", sagte Suttles bei einer Pressekonferenz. Daher habe BP entschieden, "zur nächsten Option überzugehen". Die Arbeiten in 1500 Metern Tiefe hatten am Mittwoch begonnen. Sie wurden zwischendurch stundenlang unterbrochen, um die Ergebnisse zu überprüfen.

Auf Nachfrage konnte Suttles nicht sagen, warum genau die "Top-Kill"-Methode nicht funktionierte. "Wir wissen das nicht sicher", sagte er. Das ausfließende Öl habe nicht "nachhaltig" gestoppt werden können. BP-Chef Tony Hayward hatte die Erfolgschancen der Methode auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. Die Küstenwachen-Konteradmiralin Mary Landry sagte bei der Pressekonferenz, alle seien "sehr enttäuscht" über den Fehlschlag.

BP arbeitet bereits an einer Alternative. Nun sollen die zerstörten Ölleitungen an dem Bohrloch entfernt und eine Kapsel über dem Loch installiert werden, durch die das austretende Öl abgepumpt werden kann. Dies wird laut BP und Küstenwache vier bis sieben Tage dauern.

Als weitere Möglichkeit gilt das Bohren eines Entlastungsbohrlochs, wodurch der Druck auf das lecke Bohrloch verringert werden soll. Mit den Bohrungsarbeiten wurde zwar bereits begonnen, die Fertigstellung dürfte aber noch zwei Monate in Anspruch nehmen.

Schon jetzt gibt es in Amerika nur noch wenig Hoffnung auf Rettung. "Das Ökosystem wird sich dramatisch ändern", sagte Samantha Joye, eine Expertin für Ozeanographie von der University of Georgia auf CNN , die an ökologischen Untersuchungen an der Küste beteiligt ist. Und die Washington Post zitiert den Energieexperten Byron King mit den Worten: "Dieses Bohrloch ist teuflisch."

 
Leser-Kommentare
    • fanta4
    • 30.05.2010 um 12:03 Uhr

    So läuft dass nun mal in der Industrie, auch in Deutschland. Nur so (glaubt man), kann man die max. Gewinne einfahren.

    Die Leute, die vor dem Risiko warnen, werden als Bedenkenträger abgetan.

    No Risk, ...

  1. "Dieses Bohrloch ist teuflisch."
    Falsch! Die Profitgier, Gewinnmaximierungssucht und Macht der Großkonzerne sind teuflisch!!!
    Ich bin bestimmt alles andere als ein Kommunist, aber nicht alles, was da gesagt wird, ist völliger Quatsch. Wie man sieht.

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    ...hat die Forderung nach schonendem Umgang mit unseren Lebensgrundlagen nichts zu tun. Er wäre allenfalls - ein kleinwenig - die Folge eines besseren Umgangs mit ihnen.

    ...hat die Forderung nach schonendem Umgang mit unseren Lebensgrundlagen nichts zu tun. Er wäre allenfalls - ein kleinwenig - die Folge eines besseren Umgangs mit ihnen.

    • carol
    • 30.05.2010 um 12:34 Uhr

    es ist interessant. so viele unfälle und dennoch wird auf gewinnmaxierung gezielt. ich denke nicht das in zukunft man sicherer handeln wird. die handlungsspannen werden immer enger und das handeln immer extremer- das wird nicht gut enden.

  2. Wieso redet man eigentlich nur über die ökologischen Folgen dieses "teuflischen Bohrlochs"? Die Ökonomischen und politischen werden auch gewaltig sein. Ich glaube nicht, dass Obama die volle Amtszeit macht. Und BP Aktien werden völlig unverkäuflich werden. Vielleicht kann man sich am End esogar die teuren Kriege nicht mehr leisten und stellt in Windeseile auf erneuerbare Energien um.

  3. In the year twentyfive
    twentyfive if man is still alive
    If woman can survive they may find.
    In the year thirtyfive thirtyfive
    Ain't gonna need to tell the truth tell no lies
    Ev'rything you think do and say is in the pill you took today.
    In the year fortyfive fortyfive
    You ain't gonna need your teeth won't need your eyes
    You won't find a thing to chew
    nobody's gonna look at you.
    In the year fiftyfive fiftyfive your arms are hangin' limp at you side
    Your legs got nothin' to do
    some machines doin' that for you.
    In the year sixtyfive sixtyfive
    Ain't gonna need no husband won't need no wife
    You'll pick your son
    pick your daughter too
    From the bottom of a long glass tube.
    In the year seventyfiveten
    If God's a-coming he oughta make it by then
    Maybe he'll look around himself and say:
    Guess it's time for the judgement day.
    In the year eightyfiveten God is gonna shake his mighty head
    He'll either say I'm pleased where man has been
    Or tear it down and start again.
    In the year ninetyfive ninetyfive
    I'm kind a wond'rin' if man is gonna be alive
    He's taken everything this old earth can give
    And he ain't put back nothin'.
    Now it's been tenthousand years
    man has cried a billion tears
    For what he never knew - now man's reign is through.
    But through eternal night the twinkling of starlight
    So very far away - maybe it's only yesterday.
    In the year twentyfive twentyfive if man is still alive
    In the year thirtyfive thirtyfive . . .

    • Worf61
    • 30.05.2010 um 12:51 Uhr

    Hier sieht man das es wirklich nur um Profit handelt. Jetzt suchen Sie einen Schuldigen und selbest ziehen Sie sich die Schlinge aus dem Hals. Ich finde BP und ander Ölplattformen sollten aus dem Meeren entfernt werden.

    Ich möchte meine Kinder und deren Kindern und deren Generationen die Welt nicht Zerstören.

    Und die von BP gehen jetzt über Leichen, ob Mensch oder Tier.
    Ich sehe Schwarz für Amerika und Obama ist machtlos gegen die Ölpest. Die Ölpest ist soweiso nicht über der Wasseroberfläche. Wer sich mit Bio und Pysik auskenn, weiß das Salzwasser Öl in Braun klebepaste umwandelt. Chemie Hilft hier auch nicht.

    Ich finde BP und die Engliche Regierung sollte dafür Bezahlen was Sie gemacht hat und nicht der Amerikanische Staat. Das meine ich auch für alle anderen Staaten die solche fehler und Umwelt verschmutzungen macht.

    Ich frage mich auch, warum Sie nicht mit eine Forschungs-Uboot (für diese Zwecke umgebaut) in einsatz bringen??? Und es mit verschlüssen schließen. Doch auf den Drichter kommt keiner von Ihnen oder soll die Natur so zersört werden damit Sie weiter da nach Öl bohren können???

    • neu85
    • 30.05.2010 um 13:06 Uhr

    In meinen kühnsten Träumen würde ich wie folgt vorgehen: Alle Schäden die durch diese Katastrophe entstanden sind, muss BP bezahlen, alle, ohne einen Abstrich! Sollten sie das nicht tun wollen/können, eine weitere Strafe obendrauf. Sollten sie das auch nicht bezahlen wollen/können, Lizenzen entziehen, bis hin zur Verstaatlichung. Und diese Krebsgeschwüre in Washington die sich Lobbyisten nennen, alle zur Aufräumarbeit an die Küste mit einer Zahnbürste. Sollten sie das nicht tun, ganz einfach, Geldstrafe. Wird diese nicht bezahlt, Gefängnis. Und so weiter...

    Das Management durfte Tun und Lassen was es wollte, also will ich das nun auch!!!

  4. Fahrt ihr eigentlich alle Fahrrad und benutzt den juten Jutebeutel? Kein Plastikspielzeug sondern nur Holzspielzeug? Keine Plastikverpackungen sondern frische Ware vom Schlachter/Baecker/Gemuesehaendler & Biomarkt, Alufolie statt Frischhaltefolie, Glasflaschen statt PET Flaschen, Lederschuhe mit Ledersohlen statt Plastikschuhe?

    Nein, ich auch nicht, kann ich mir naemlich gar nicht leisten! So, und nun nochmal von vorn!!!

    Was da passiert ist, ist eine Katastrophe und in keiner Weise schoenzureden und sicherlich auch Poker played by BP und nu? Wer wann verantwortlich war/ist und wer nicht kann spaeter diskutiert werden, STOPFT DAS LOCH und zwar ZACKIG!!!

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    Wir werden Zeugen für die letzte Ölung des american way of life. Er hatte seine guten Seiten, am Ende aber inkontinent geworden wabberte seine giftige Essenz um alle Kontinente.
    Es gibt nur 1 Meer.

    Mit dem preußischen Befehlston hat es Obama auch versucht, der bringt nichts, der macht höchstens die Ingenieure nervös.
    Ingenieure nämlich können längst nicht alles. Dem Ingeniör ist nichts zu schwer, das steht weder im Koran noch in der Bibel. Hochmut kommt vor dem Fall. Das steht da.

    ...man finge einfach damit an. Im kleinen. Tim Mälzer macht das schon: Mit seinen Schulküchen. Dort lernt man Kindern kochen. Gemeinsam. Gute Nahrungsmittel einkaufen. Mit den Lederschuhen könnte man weitermachen. PlastikSpielzeug ersetzen durch?........Zeit!! Die man mit KIndern verbringt. Was an dafür braucht: Empathie. Die uns angeblich die bösen Medien rauben. Hat man gerade in den USA herausgefunden.

    Wir werden Zeugen für die letzte Ölung des american way of life. Er hatte seine guten Seiten, am Ende aber inkontinent geworden wabberte seine giftige Essenz um alle Kontinente.
    Es gibt nur 1 Meer.

    Mit dem preußischen Befehlston hat es Obama auch versucht, der bringt nichts, der macht höchstens die Ingenieure nervös.
    Ingenieure nämlich können längst nicht alles. Dem Ingeniör ist nichts zu schwer, das steht weder im Koran noch in der Bibel. Hochmut kommt vor dem Fall. Das steht da.

    ...man finge einfach damit an. Im kleinen. Tim Mälzer macht das schon: Mit seinen Schulküchen. Dort lernt man Kindern kochen. Gemeinsam. Gute Nahrungsmittel einkaufen. Mit den Lederschuhen könnte man weitermachen. PlastikSpielzeug ersetzen durch?........Zeit!! Die man mit KIndern verbringt. Was an dafür braucht: Empathie. Die uns angeblich die bösen Medien rauben. Hat man gerade in den USA herausgefunden.

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