Ölpest Warum explodierte die "Deepwater Horizon"?
Während Politiker, Einsatzkräfte und Fischer gegen die Folgen der Ölkatastrophe kämpfen, ist die Ursache ungeklärt. Fest steht nur, es wurden Fehler gemacht.
An den Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida bereiten sich die Menschen auf eine gewaltige Umweltkatastrophe vor. Schon jetzt bedroht der Ölteppich im Golf von Mexiko die Tier- und Pflanzenwelt im Meer; Delfine, Robben, Meeresschildkröten und Seevögel sind in Gefahr – genau wie die Zukunft der Fischer, die vor ihren Küsten vielleicht jahrzehntelang nicht mehr werden fischen können.
- Natur in Gefahr
-
Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
-
Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
-
Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
-
Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
-
Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Wie schlimm es wird, hängt jetzt davon ab, wohin der Wind den Ölteppich treibt, der inzwischen auf die Größe Schleswig-Holsteins angewachsen ist. Und davon, wann es dem Unternehmen BP endlich gelingen wird, die drei Lecks in 1500 Meter Tiefe zu stopfen , aus denen Tag für Tag knapp 800.000 weitere Liter Erdöl ins Meer sprudeln. Das Unternehmen rechnet damit, dass es bis zu drei Monate dauern könnte, die Lecks zu verschließen.
Bis dahin will der Konzern versuchen, das Öl bereits am Meeresgrund aufzufangen und kontrolliert abzupumpen. Mit giftigen Lösungsmitteln wird zudem versucht, den schmierigen Teppich aufzubrechen . Mit der Installation einer dazu notwendigen Kuppel kann aber frühestens in einer Woche begonnen werden. Vor wenigen Tagen erreichte die Plattform Development Driller III die Unglücksstelle, von der aus eine der Entlastungsbohrungen durchgeführt werden soll, um den Druck an der Ölaustrittsstelle zu verringern. Nur so wäre es später möglich, das Bohrloch mit Zement zu verschließen.
Umweltschützer, Mitarbeiter von Krisenstäben und Politiker beschäftigen sich jetzt mit den Folgen der Explosion auf der Bohrinsel Deepwater Horizon , die am 20. April elf Arbeiter in den Tod riss. In jener Nacht trat Gas aus dem Bohrloch aus, das sich entzündete. Dabei wurden die Rohre unter Wasser (Riser genannt) ebenfalls zerstört. Aus dem Bohrloch im Meeresgrund, rund 70 Kilometer vor der Küste, ragen jetzt noch Reste dieser Riser aus flexiblem Hightech-Material. An mindestens drei Stellen tritt Öl aus.
- Datum 06.05.2010 - 15:30 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






funktionierenden Blow-Out-Preventer sorgt,
muss die Folgekosten tragen.
Aber wer trägt die "Kosten" tatsächlich? BP, die die Rechte am Bohrloch besitzen, Haliburton, die offensichtlich den Fehler gemacht haben - oder nicht doch eher die Fauna & Flora im Golf von Mexiko, die Menschen, die dort und vom Meer leben? Wer zahlt denn bitte, wenn BP oder seine Auftragnehmer an die Haftungsgrenzen anschlagen oder vielleicht sogar daran pleite gehen?
Sagen wir doch wie es für solche Großschadensereignisse immer ist: Die Schäden werden sozialisiert! Man ist wird als "Kommunist" und Wirtschafts-Strangulierer gescholten, wenn man den Privatisierern bzw. den privaten Unternehmen die tatsächliche Verantwortung ihres Wirtschaftens auf die Schultern legen will. Dann ist man der Verhinderer, Überregulierer oder Strangulierer vermeintlichen Wohlstandes.
Wenn etwas schief läuft, dann wird sofort eine Zwangsanleihe beim Steuerzahler gemacht. Und dazu muss man gar nicht nach Amerika schauen, das ist bei unserer Atom-Wirtschaft oder bei Banken- und nun Griechenland-Krise exakt das gleiche Prinzip: Um private Gewinne zu ermöglichen verbietet oder verhindert man, dass die breite Öffentlichkeit über die Konsequenzen wirtschaftlicher Schieflagen informiert wird und scheut dabei nicht vor Desinformationskampagnen und PsyOps zurück. Mit zunehmend krimineller Energie wird dann den Bürgern verschwiegen dass sie für die Schäden aufzukommen haben - und zwar so lange, bis die Geldquelle versiegt bzw. die Realität nicht mehr abzustreiten ist.
Y.S.
Aber wer trägt die "Kosten" tatsächlich? BP, die die Rechte am Bohrloch besitzen, Haliburton, die offensichtlich den Fehler gemacht haben - oder nicht doch eher die Fauna & Flora im Golf von Mexiko, die Menschen, die dort und vom Meer leben? Wer zahlt denn bitte, wenn BP oder seine Auftragnehmer an die Haftungsgrenzen anschlagen oder vielleicht sogar daran pleite gehen?
Sagen wir doch wie es für solche Großschadensereignisse immer ist: Die Schäden werden sozialisiert! Man ist wird als "Kommunist" und Wirtschafts-Strangulierer gescholten, wenn man den Privatisierern bzw. den privaten Unternehmen die tatsächliche Verantwortung ihres Wirtschaftens auf die Schultern legen will. Dann ist man der Verhinderer, Überregulierer oder Strangulierer vermeintlichen Wohlstandes.
Wenn etwas schief läuft, dann wird sofort eine Zwangsanleihe beim Steuerzahler gemacht. Und dazu muss man gar nicht nach Amerika schauen, das ist bei unserer Atom-Wirtschaft oder bei Banken- und nun Griechenland-Krise exakt das gleiche Prinzip: Um private Gewinne zu ermöglichen verbietet oder verhindert man, dass die breite Öffentlichkeit über die Konsequenzen wirtschaftlicher Schieflagen informiert wird und scheut dabei nicht vor Desinformationskampagnen und PsyOps zurück. Mit zunehmend krimineller Energie wird dann den Bürgern verschwiegen dass sie für die Schäden aufzukommen haben - und zwar so lange, bis die Geldquelle versiegt bzw. die Realität nicht mehr abzustreiten ist.
Y.S.
... bekundete eine Meeres-Biologin in beratender Funktion auf der Deepwater Horizon-Plattform mit tremolierender Stimme und entschlossenem Gesichtsausdruck, Nase hoch in den Wind gestreckt - in einem BP-Werbespot, täglich oftmals zu sehen, als ich für zehn Jahre in Florida lebte. Ob sich die Dame wohl mit ihrem Berater-Honorar bereits zur Ruhe gesetzt hat in öl-freien Gefilden?
Tina
mit nachbarlichem Gruss aus der Schweiz
Tina aus der Schweiz: Die
"Meeres-Biologin in beratender Funktion auf der Deepwater Horizon-Plattform mit tremolierender Stimme und entschlossenem Gesichtsausdruck, Nase hoch in den Wind gestreckt"
die Ihnen so aufgestossen ist hat vermutlich in Namen der schweizer Firma gesprochen der die Bohrinsel gehoert.
Es sind zwei europaeische Firmen die diese Sauerei angerichtet haben: British Petroleum und die schweizer Transocean.
Koennen Sie sich auch nur vorstellen was in Europa loswaere wenn Amerikaner eine Riesen Oelpest im Mittelmeer anrichten wuerden?
Tina aus der Schweiz: Die
"Meeres-Biologin in beratender Funktion auf der Deepwater Horizon-Plattform mit tremolierender Stimme und entschlossenem Gesichtsausdruck, Nase hoch in den Wind gestreckt"
die Ihnen so aufgestossen ist hat vermutlich in Namen der schweizer Firma gesprochen der die Bohrinsel gehoert.
Es sind zwei europaeische Firmen die diese Sauerei angerichtet haben: British Petroleum und die schweizer Transocean.
Koennen Sie sich auch nur vorstellen was in Europa loswaere wenn Amerikaner eine Riesen Oelpest im Mittelmeer anrichten wuerden?
"Die Öllobby in den USA konnte verhindert, dass dieses 500.000 Dollar teure "Acoustic Switch"-System im Golf von Mexiko und Alaska vorgeschrieben ist."
.. so oder so änlich ruinieren inkompetente, kapitalorientierte Anzugträger unsere Umwelt und unsere Wirtschaft - siehe Bankendesaster !!
Aber wer trägt die "Kosten" tatsächlich? BP, die die Rechte am Bohrloch besitzen, Haliburton, die offensichtlich den Fehler gemacht haben - oder nicht doch eher die Fauna & Flora im Golf von Mexiko, die Menschen, die dort und vom Meer leben? Wer zahlt denn bitte, wenn BP oder seine Auftragnehmer an die Haftungsgrenzen anschlagen oder vielleicht sogar daran pleite gehen?
Sagen wir doch wie es für solche Großschadensereignisse immer ist: Die Schäden werden sozialisiert! Man ist wird als "Kommunist" und Wirtschafts-Strangulierer gescholten, wenn man den Privatisierern bzw. den privaten Unternehmen die tatsächliche Verantwortung ihres Wirtschaftens auf die Schultern legen will. Dann ist man der Verhinderer, Überregulierer oder Strangulierer vermeintlichen Wohlstandes.
Wenn etwas schief läuft, dann wird sofort eine Zwangsanleihe beim Steuerzahler gemacht. Und dazu muss man gar nicht nach Amerika schauen, das ist bei unserer Atom-Wirtschaft oder bei Banken- und nun Griechenland-Krise exakt das gleiche Prinzip: Um private Gewinne zu ermöglichen verbietet oder verhindert man, dass die breite Öffentlichkeit über die Konsequenzen wirtschaftlicher Schieflagen informiert wird und scheut dabei nicht vor Desinformationskampagnen und PsyOps zurück. Mit zunehmend krimineller Energie wird dann den Bürgern verschwiegen dass sie für die Schäden aufzukommen haben - und zwar so lange, bis die Geldquelle versiegt bzw. die Realität nicht mehr abzustreiten ist.
Y.S.
worauf zu erkennen ist, in welcher Tiefe und an welchen Stellen das Öl austritt ?
Tina aus der Schweiz: Die
"Meeres-Biologin in beratender Funktion auf der Deepwater Horizon-Plattform mit tremolierender Stimme und entschlossenem Gesichtsausdruck, Nase hoch in den Wind gestreckt"
die Ihnen so aufgestossen ist hat vermutlich in Namen der schweizer Firma gesprochen der die Bohrinsel gehoert.
Es sind zwei europaeische Firmen die diese Sauerei angerichtet haben: British Petroleum und die schweizer Transocean.
Koennen Sie sich auch nur vorstellen was in Europa loswaere wenn Amerikaner eine Riesen Oelpest im Mittelmeer anrichten wuerden?
Wie in praktisch allen europäischen (und vermutlich den meisten amerikanischen) wurden auch in diesem Artikel wesentliche Informationen ausgelassen, obwohl sie ohne nennenswerte Recherche und per Internet abrufbar sind.
Werden diese Informationen vielleicht ausgelassen, weil sie das Image der BP beschädigen / ihren Umsatz beeinträchtigen könnten?
Diese Informationen finden sich z.b. auf dem Portal der Huffington Post (politisch zu verorten im Spektrum der demokratischen Partei / der linksliberalen Intelligentsia), können aber auch direkt vom amerikanischen Kongreß abgerufen werden:
nach Auskunft eines leitenden BP-Angestellten schlug wenige Stunden vor dem Blowout / der Explosion auf der Deepwater Horizon ein Test der Blowout-Preventer und seiner Ventile fehl.
Dennoch wurde weiter gearbeitet.
Ein weiterer Test erfolgte unmittelbar vor der Explosion.
Niemand kam mehr dazu, dessen Ergebnisse auszuwerten.
Aus anderer Quelle wurde bekannt, dass diese Tests regelmässig manipuliert wurden, damit ein negatives Ergebnis nicht den Betrieb unterbrechen konnte.
Es handelt sich um ein systemisches Versagen und ist vergleichbar mit einem Autofahrer, der weiss, dass seine Bremsanlage undicht ist, der es aber immer wieder schafft, dennoch rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Bis...
BP hat den Ansatz der Behörde, ein regelmässiges Prüfverfahren einzuführen, zurückgewiesen: Sicherheit sollte für eine freiwillige Angelegenheit sein.
Die Behörde hat nachgegeben.
Wer ist nun verantwortlich??
Was war jetzt aber der Auslöser für die Explosion? Denkbar wäre der Funkenstrahl der Schleifhexe welcher in die austretende Methanwolke flog als ein Monteur das defekte Sicherheitsventil reparieren wollte. ... ?
Was war jetzt aber der Auslöser für die Explosion? Denkbar wäre der Funkenstrahl der Schleifhexe welcher in die austretende Methanwolke flog als ein Monteur das defekte Sicherheitsventil reparieren wollte. ... ?
Was war jetzt aber der Auslöser für die Explosion? Denkbar wäre der Funkenstrahl der Schleifhexe welcher in die austretende Methanwolke flog als ein Monteur das defekte Sicherheitsventil reparieren wollte. ... ?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren