Golf von Mexiko BP scheitert erneut an Eindämmung der Ölpest
Weiterer Rückschlag im Golf von Mexiko: Das ausströmende Öl sollte durch ein Rohr abgesaugt werden, doch wieder versagte die Technik. Ein neuer Versuch wird vorbereitet.
© U.S. Coast Guard/Patrick Kelley via Getty Images

Bereits mehrere Eindämmungsversuche sind gescheitert, so auch dieser: Techniker versuchen, mit Hilfe eines ferngesteuerten Roboters eine Kuppel über dem Ölleck zu platzieren
Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko hat der britische Ölkonzern BP einen weiteren Rückschlag erlitten. Er scheiterte mit einem Versuch, auslaufendes Öl aus 1500 Metern Tiefe durch ein Rohr zu einem Schiff an der Meeresoberfläche zu leiten . Das Vorhaben sei nach technischen Problemen abgebrochen wurden, sagte BP-Manager Doug Suttles. Ein Metallrahmen an dem Rohr habe sich verzogen. In der Nacht zum Sonntag würde der Versuch wiederholt. BP hofft, vier Fünftel des ausströmenden Öls auffangen zu können.
Sollte auch der zweite Versuch scheitern, plant BP, einen Stahlbeton-Zylinder auf das kaputte Rohr zu stülpen. Das in dem Behälter aufgefangene Öl-Wasser-Gemisch würde dann ebenfalls auf ein Bohrschiff geleitet. Der etwa 1,50 Meter hohe Container steht schon auf dem Meeresboden.
In der Zwischenzeit setze das Unternehmen verstärkt auf den Einsatz von Chemikalien in der Nähe des Meeresbodens, sagte Suttles. "Es scheint, dass diese chemischen Verteiler funktionieren. Durch sie gelangt viel weniger Öl an die Meeresoberfläche als zuvor." Das Mittel zersetze das Öl, damit es natürlich im Meer abgebaut werden könne. Die US-Umweltbehörde hatte den Einsatz nach, wie sie mitteilte, zahlreichen Untersuchungen zugelassen. Bisher durfte BP den Stoff nur an der Wasseroberfläche verwenden. Kritiker bemängeln, es sei zu wenig über die Folgen für die Umwelt bekannt.
US-Innenminister Ken Salazar kündigte an, am Sonntagnachmittag werde auf höchster Regierungsebene über das weitere Vorgehen am Golf von Mexiko entschieden. Er und Heimatschutzministerin Janet Napolitano forderten BP-Chef Tony Hayward in einem Brief auf, der Öffentlichkeit zu versichern, dass der Konzern alle Kosten und Schadensersatzforderungen bezahlen werde – auch wenn diese über die gesetzliche Grenze von 75 Millionen Dollar hinausgehen.
- Natur in Gefahr
-
Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
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Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
US-Präsident
Barack Obama reagiert derweil zunehmend wütend
auf die bislang vergeblichen Versuche, die Ölpest einzudämmen. "Was jetzt wirklich zählt: Hier fließt Öl ins Meer. Und das müssen wir so schnell wie möglich stoppen", sagte Obama in einer ungewöhnlich scharfen Rede in Washington. Er bezeichnete das Verhalten der involvierten Firmen als “lächerliches Schauspiel“ und kündigte an, die staatliche Kontrolle über die Ölindustrie deutlich zu verschärfen. Es herrsche bisher ein viel zu "behagliches" Verhältnis zwischen der Aufsichtsbehörde MMS und den Ölunternehmen, sagte Obama in Washington. Er habe Ken Salazar angewiesen, das System "von oben bis unten" zu reformieren – ungeachtet aller Widerstände durch die Ölindustrie.
- Datum 16.05.2010 - 13:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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BP verarscht eiskalt die akute Not, der Menschen vor Ort. da werden die menschen jetzt schnell abgespeist mit minimal schadenersatzsummen, weil die angst haben, unter umständen nichts zu bekommen (75mio dollar begrenzung, wie blöd kann man sein, solch eine niedrige Grenze festzulegen, stammt wohl noch aus dem 19.jahrhundert und das nach exxon valdez). die aussflussrate wird nicht ermittelt mit neueren oder alternativen methoden, weil dann rasukommen würde, was da unten wirklich ausläuft. wir haben ja irgendein loch, welches ist es denn von den dreien, auf utube,natürlich nur vorher abgecheckte bilder, die nicht zu negativ wirken. erst 1000, dann 5000, wahrscheinlich 300 bis 400 % minimum? wie kann die amerikanische regierung es zulassen, das keine weiteren objektiveren schätzungen vorgenommen werden. inwiefern darf BP überhaupt bestimmen, wer dort misst und untersucht. und warum darf bp sagen, dass sie so oder so keine nadere reaktion zeigen, selbst wenn mehr ausläuft als diese 5000 barrel. und dann wird auch plausibel, warum die so gerne die chemikalien einsetzen, die verteilen das ÖL weiträumiger, nehmen vor allem die Farbe? und damit soll es harmloser wirken? es ist ja nicht nur d masse die schädigt, sondrn versch. Stoffe verändern das erbgut, die genexpression im körper usw. und dann wird es irgendwo anders schädigen u das ist dann kausal nicht nachweisbar, bzw. die leute anderswo wundern sich, was da mit ihrer umwelt los ist. das ist die größte ölkatastrophe ever.
in der letzten Zeit BP Produkte in Anspruch genommen? Sind wir nicht mitschuld an solchen Katastrophen? Öl kann überall auslaufen, und läuft auch an vielen stellen aus. Wer ein Auto hat, sollte sich überlegen, wo er es auffüllt. Die USA sind eine Nation, durch die diese Ölproduktioen erst richtig in Schwung gekommen ist. Diese Amerikanischen (riesigen) Autos fressen so viel Sprit, die haben leider selbst Schuld an solch einer Misere! Wer die Umwelt vor solchen Öl Katastrophen schützen möchte, sollte evtl. auf Gas(?) umstellen! Die umrüstung kostet so um die 1000-2500€ ....
das Leck mit der zündung einer A-Bombe zu schliessen könnte doch die schnellste Lösung sein... Immerhin hat das bei 4 von5 Versuchen geklappt.
Der Golf von Mexiko wird sowieso lange Zeit für eine Fischerei die nicht Gesundheitsschädlich ist, nicht mehr zu benutzen sein. Wobei die amerikanischen Gesundheitsbehörden sicher über einen guten Preis käuflich sind, wie fast alles da drüben.
Kann man den Amis eigentlich nur wünschen, dass der Deckel von 75 Millionen Dollar für Umweltschäden vollständig fällt. Ich vermute sogar die 10 Milliarden die angepeilt werden, würden nie ausreichen. Noch dazu in den USA wo sich Konzerne durch Klagen aus ihrer Verantwortung stehlen können, wie beim Unglück der Exxon Valdez: http://www.sueddeutsche.d...
Allein durch die Verschleppung mit Hilfe von Klagen wird die Katastrophe noch schlimmer werden, weil in der Zwischenzeit der Steuerzahler, falls überhaupt jemand, die Kosten für die Renaturierung und Sanierung übernehmen muss. Kanada wirds da auch noch dreckig gehen sobald der Klimawandel zu den Ölsandgebieten vorstößt.
Dabei ist es nur mehr eine billige Ausrede, dass wir so viel Öl brauchen. Für vieles gibt es Alternativen, die jedoch durch Lobbying verzögert und verhindert werden. Was noch übrig bliebe, würde früher oder später ebenfalls Ersatzstoffe finden. Nur die künstliche Fokussierung auf Öl, durch Politik und Wirtschaft, hält uns noch an dem Zeug und schaufelt Geld in die Taschen der Ölkonzerne und ihrer Freunde.
Wäre interessant wie teuer Öl würde wenn die Kosten derartiger Ereignisse in die Versicherungssummen für Förderanlagen einflössen?
Der Golf von Mexiko wird sowieso lange Zeit für eine Fischerei die nicht Gesundheitsschädlich ist, nicht mehr zu benutzen sein. Wobei die amerikanischen Gesundheitsbehörden sicher über einen guten Preis käuflich sind, wie fast alles da drüben.
Kann man den Amis eigentlich nur wünschen, dass der Deckel von 75 Millionen Dollar für Umweltschäden vollständig fällt. Ich vermute sogar die 10 Milliarden die angepeilt werden, würden nie ausreichen. Noch dazu in den USA wo sich Konzerne durch Klagen aus ihrer Verantwortung stehlen können, wie beim Unglück der Exxon Valdez: http://www.sueddeutsche.d...
Allein durch die Verschleppung mit Hilfe von Klagen wird die Katastrophe noch schlimmer werden, weil in der Zwischenzeit der Steuerzahler, falls überhaupt jemand, die Kosten für die Renaturierung und Sanierung übernehmen muss. Kanada wirds da auch noch dreckig gehen sobald der Klimawandel zu den Ölsandgebieten vorstößt.
Dabei ist es nur mehr eine billige Ausrede, dass wir so viel Öl brauchen. Für vieles gibt es Alternativen, die jedoch durch Lobbying verzögert und verhindert werden. Was noch übrig bliebe, würde früher oder später ebenfalls Ersatzstoffe finden. Nur die künstliche Fokussierung auf Öl, durch Politik und Wirtschaft, hält uns noch an dem Zeug und schaufelt Geld in die Taschen der Ölkonzerne und ihrer Freunde.
Wäre interessant wie teuer Öl würde wenn die Kosten derartiger Ereignisse in die Versicherungssummen für Förderanlagen einflössen?
Der Golf von Mexiko wird sowieso lange Zeit für eine Fischerei die nicht Gesundheitsschädlich ist, nicht mehr zu benutzen sein. Wobei die amerikanischen Gesundheitsbehörden sicher über einen guten Preis käuflich sind, wie fast alles da drüben.
Kann man den Amis eigentlich nur wünschen, dass der Deckel von 75 Millionen Dollar für Umweltschäden vollständig fällt. Ich vermute sogar die 10 Milliarden die angepeilt werden, würden nie ausreichen. Noch dazu in den USA wo sich Konzerne durch Klagen aus ihrer Verantwortung stehlen können, wie beim Unglück der Exxon Valdez: http://www.sueddeutsche.d...
Allein durch die Verschleppung mit Hilfe von Klagen wird die Katastrophe noch schlimmer werden, weil in der Zwischenzeit der Steuerzahler, falls überhaupt jemand, die Kosten für die Renaturierung und Sanierung übernehmen muss. Kanada wirds da auch noch dreckig gehen sobald der Klimawandel zu den Ölsandgebieten vorstößt.
Dabei ist es nur mehr eine billige Ausrede, dass wir so viel Öl brauchen. Für vieles gibt es Alternativen, die jedoch durch Lobbying verzögert und verhindert werden. Was noch übrig bliebe, würde früher oder später ebenfalls Ersatzstoffe finden. Nur die künstliche Fokussierung auf Öl, durch Politik und Wirtschaft, hält uns noch an dem Zeug und schaufelt Geld in die Taschen der Ölkonzerne und ihrer Freunde.
Wäre interessant wie teuer Öl würde wenn die Kosten derartiger Ereignisse in die Versicherungssummen für Förderanlagen einflössen?
Die New York Times schreibt:
BP has resisted entreaties from scientists that they be allowed to use sophisticated instruments at the ocean floor that would give a far more accurate picture of how much oil is really gushing from the well.
“The answer is no to that,” a BP spokesman, Tom Mueller, said on Saturday. “We’re not going to take any extra efforts now to calculate flow there at this point. It’s not relevant to the response effort, and it might even detract from the response effort.”
(http://www.nytimes.com/20...)
Das sieht mal wieder nach Vertuschungspolitik seitens BP aus. Es ist offenbar viel mehr Öl ausgetreten als bisher gedacht, und jetzt hindert der Konzern Wissenschaftler daran, die Menge zu ermitteln.
Wieso versucht man ständig das Zeug kontrolliert abzusaugen?
Der wichtigste Schritt ist es dieses Leck zu schliessen. Zur Not auch nach der russischen Variante.
... BP muss doch wirklich intellegente Köpfe in ein Büro gesteckt haben um heraus zu finden wie man gewinnbringend in 1500M tiefe nach Erdöl gräbt.
Wo sind diese intellegenten Leute jetzt um dieses Loch zu stopfen.
Wenn in meiner Firma was Neues beschlossen wird, dann ist eine der ersten Fragen: Was könnte Falsch laufen?
Keine Firma setzt sich derartigen Risiken aus ohne ein Riskassessment - das auch mit "fast unmöglichen" rechnet.
Wir reden hier über Millarden von Dollar die die Aufräumarbeiten kosten werden.
Haben die echt keine Ahnung von ihrer eigenen Idustrie und Produkt?
Was ich mich frage, schon seit längerem: Wenn Metall nicht funktioniert (zweimal Öl"deckel" kaputt, jetzt Rohr kaputt) warum nehmen sie nicht einen großen Ballon und stülpen ihn über das Leck? Der füllt sich und sie haben dann die Möglichkeit mit einem Schlauch das Öl abzupumpen. Wo ist da die Schwierigkeit? Keine Ventile, kein Metall dass sich verformen kann...
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