Golf von Mexiko Kleiner Fortschritt im Kampf gegen die Ölpest
Nach fast vier Wochen ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Öl im Golf: dem Konzern BP ist es erstmals gelungen, Öl und Gas durch ein Rohr vom Meeresboden abzusaugen.
Nachdem bisher alle Versuche die Ölpest einzudämmen gescheitert waren, ist dem Ölkonzern BP nun offenbar ein Teilerfolg geglückt: Das Unternehmen teilte mit, ein System zum Absaugen des seit fast vier Wochen ins Meer strömenden Öls sei erfolgreich getestet worden. Zwar konnten die Experten des Unternehmens nur einen Teil des ausströmenden Öls absaugen, dies sei jedoch bereits als Erfolg zu werten.
Das Absaugen des Öls ist ein komplizierter Vorgang. BP-Manager Kent Wells sagte, es sei mithilfe ferngesteuerter Mini-U-Boote gelungen, ein rund 1,6 Kilometer langes Absaugrohr von rund zehn Zentimeter Durchmesser in das defekte Steigrohr von 53 Zentimeter Durchmesser einzuführen. "Wir hoffen, dass wir in der Lage sind, das Rohr dort zu halten."
Zuvor hatte sich das Absaugrohr bei zwei Anläufen verschoben, die Helfer brachen die Aktion jeweils ab. Unklar blieb allerdings, wie viel des aus dem Leck ausströmenden Öls tatsächlich aufgefangen wird. "Ich habe keinerlei Ahnung", sagte Wells. Man wolle die Menge aber in den nächsten Tagen behutsam erhöhen. "Das wird einige Zeit dauern."
- Natur in Gefahr
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Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
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Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Die US-Regierung zeigte sich zurückhaltend gegenüber der Erfolgsmeldung des Ölmultis. "Diese Technik ist keine Lösung für das Problem und es ist nicht klar, wie erfolgreich es sein kann", sagten Heimatschutzministerin Janet Napolitano und Innenminister Ken Salazar.
Zugleich gab es aber neue Negativ-Nachrichten: US-Wissenschaftler hatten riesige Unterwasser-Ölschwaden entdeckt. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. "Im Vergleich zu dem, was wir an der Wasseroberfläche sehen, gibt es eine erschreckenden Menge an Öl in der Tiefe", sagte die Meeresforscherin Samantha Joye von der University of Georgia.
Laien wie Experten hatten sich immer wieder gefragt, warum der Ölteppich an der Meeresoberfläche nicht viel dicker ist. Der Sauerstoffgehalt in der Nähe der Ölschwaden liege bereits rund 30 Prozent unter den Normalwerten, dies könnte zu einer echten Gefahr für Meerestiere werden. "Dies ist alarmierend", sagte die Forscherin der New York Times . Ursache könnte der Einsatz jener Chemikalien sein, die das Öl bereits unter Wasser zersetzen sollen.
Dabei hatte der britische Ölkonzern BP erst kurz zuvor Erfolg mit dem Einsatz der Chemikalien gemeldet: Das Mittel zersetze das Öl, damit es natürlich im Meer abgebaut werden könne. Die US- Umweltbehörde hatte den Unterwasser-Einsatz der Mittel erst kürzlich zugelassen, trotz Bedenken von Umweltschützern.
- Datum 17.05.2010 - 07:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
- Kommentare 15
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Egal wie Erfolgreich man sein wird, es wird Monate dauern. Vielleicht sogar länger. Das Öl muss auch abtransportiert werden. Das Wetter spielt auch noch eine Rolle! Den Schaden an Natur und Klima kann keiner bezahlen!
....Abdeckung des ersten Lochs in der Leitung der "erste Erfolg" gewesen war.
Der BlowOut-Preventer nebst Bohrer etc. stecken ja noch in dem Loch. Das Problem ist, dass der Blowout-Preventer nicht funktioniert, d.h. er lässt sich nicht schließen. Oben hängt ein dickes Rohr heraus (53cm Durchmesser) das dann irgendwo verbogen am Meeresgrund endet. Da haben sie jetzt ein Rohr hineingesteckt (10cm) und einen Verschluß, damit sie das Öl-Methan-Gemisch absaugen können.
Der BlowOut-Preventer nebst Bohrer etc. stecken ja noch in dem Loch. Das Problem ist, dass der Blowout-Preventer nicht funktioniert, d.h. er lässt sich nicht schließen. Oben hängt ein dickes Rohr heraus (53cm Durchmesser) das dann irgendwo verbogen am Meeresgrund endet. Da haben sie jetzt ein Rohr hineingesteckt (10cm) und einen Verschluß, damit sie das Öl-Methan-Gemisch absaugen können.
halte ich für fragwürdig. Da sind allenfalls ein paar Tüftler am werkeln und dies noch nicht einmal überzeugend.
Ich finde leider keine Informationen darüber, mit welchem Druck das Öl aus dem Bohrloch schiesst und wie gross der Durchmesser ist. Aber ginge es nur um das Verschliessen des Bohrlochs, dürfte dies kein allzu grosses Problem sein*. Mir scheint eher, dass man die Lagerstätte nicht aufgeben möchte und dies die Arbeiten so sehr verzögert.
* Mein Lösungsvorschlag ist ein überdimensionaler, konischer Flaschenverschluss, der in das Bohrloch gesteckt wird, am besten auch massiven Granit. Durch das Eigengewicht und den in dieser Tiefe vorherrschenden Druck von 150 bar dürfte ausreichen, um das Loch zu versiegeln.
Sollte das ausströmende Öl ein Problem beim Einführen des Kegels darstellen, könnte eine kontrollierte Sprengung kurzzeitig eine Luftblase über dem Bohrloch herstellen.
Ob das funktionieren kann, hätte ich als verantwortliches Unternehmen natürlich noch vor Beginn der ersten Bohrung erprobt. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Jetzt muss endlich mal gehandelt werden.
könnte man das "Da sind allenfalls ein paar Tüftler am werkeln und dies noch nicht einmal überzeugend" grad zurückgeben.
Wie wollen Sie gegen das ausströmende Öl einen Granitblock so genau plazieren (es wird da wohl einige Turbulenzen geben)? Und die 150 Bar helfen auch nicht viel, denn der Druck wirkt auf den Granitblock von allen Seiten! Allein die Tatsache, daß das Öl ausströmt, zeigt, daß es einen höheren Druck als 150 bar hat...
Ja,Ja,ich habe zu Ihren vorherigen Beitrag was sachliches geschrieben. (Können Sie mal durchlesen.)
Nun,abgesehen von was Sie hier so schreiben, haben Sie mal davon gehört das Methangas explosiv ist???
Und Sie wollen hier mal so eben "kürzfristig sprengen".
Da kommt der richtige Techniker durch.
...wenn die guten Leute es wirklich mal probieren würden, mit flüssigem Stickstoff wenn auch nur kurzzeitig das Leck versiegeln würden?!
könnte man das "Da sind allenfalls ein paar Tüftler am werkeln und dies noch nicht einmal überzeugend" grad zurückgeben.
Wie wollen Sie gegen das ausströmende Öl einen Granitblock so genau plazieren (es wird da wohl einige Turbulenzen geben)? Und die 150 Bar helfen auch nicht viel, denn der Druck wirkt auf den Granitblock von allen Seiten! Allein die Tatsache, daß das Öl ausströmt, zeigt, daß es einen höheren Druck als 150 bar hat...
Ja,Ja,ich habe zu Ihren vorherigen Beitrag was sachliches geschrieben. (Können Sie mal durchlesen.)
Nun,abgesehen von was Sie hier so schreiben, haben Sie mal davon gehört das Methangas explosiv ist???
Und Sie wollen hier mal so eben "kürzfristig sprengen".
Da kommt der richtige Techniker durch.
...wenn die guten Leute es wirklich mal probieren würden, mit flüssigem Stickstoff wenn auch nur kurzzeitig das Leck versiegeln würden?!
Mein Vorschlag wäre, aus der Situation zu lernen. Zu lernen, dass wir nicht das Öl von überall her anzapfen sollten, wenn wir nicht technisch versiert genug sind, auf Unfälle zu reagieren. Ich finde es mit Verlaub zum kotzen, jedes Mal wieder aufs Neue bestätigt zu sehen, mit wieviel Verantwortungslosigkeit und Kaltblütigkeit in global operierenden Konzernen herumgepfuscht wird.
Wie wäre es, nach dem internationalen Gerichtshof gegen Kriegsverbrecher, mit der Schaffung einer globalen Instanz, die "Verbrecher gegen das ökologische Erbe der Welt" anklagt und verurteilt?
Der BlowOut-Preventer nebst Bohrer etc. stecken ja noch in dem Loch. Das Problem ist, dass der Blowout-Preventer nicht funktioniert, d.h. er lässt sich nicht schließen. Oben hängt ein dickes Rohr heraus (53cm Durchmesser) das dann irgendwo verbogen am Meeresgrund endet. Da haben sie jetzt ein Rohr hineingesteckt (10cm) und einen Verschluß, damit sie das Öl-Methan-Gemisch absaugen können.
Die Öffentlichkeit nimmt bislang kaum das wahre Ausmaß dieser Katastrophe zur Kenntnis. Während bei dem Ausbruch jenes isländischen Vulkans die Medien uns tagelang Sonderberichte und -sendungen aufdrückten, so bleiben vergleichbare Berichterstattungen nun aus.
Von einem "ersten Erfolg" zu sprechen ist zynisch angesichts des Ausmaßes der von menschengemachten Katastrophe. Gerade einmal 15% des ausströmenden Öl können damit abgepumpt werden. Während weiterhin TÄGLICH zwischen 4 - 10 Millionen Liter ausströmen, wie unabhängige Wissenschaftler berechnet haben. Damit leert BP weiterhin jede Woche 2 Exxon-Valdez Tanker ins Meer.
Wie die Presse berichtet, besteht jetzt die Gefahr, dass das Öl "an der Südspitze Floridas vorbei in den Atlantik" strömt. Nicht erwähnt wird aber, dass es dort nämlich in den enorm schnellen Golfstrom gerät, der es in kurzer Zeit auf die europäische Seite des Atlantik befördert.
könnte man das "Da sind allenfalls ein paar Tüftler am werkeln und dies noch nicht einmal überzeugend" grad zurückgeben.
Wie wollen Sie gegen das ausströmende Öl einen Granitblock so genau plazieren (es wird da wohl einige Turbulenzen geben)? Und die 150 Bar helfen auch nicht viel, denn der Druck wirkt auf den Granitblock von allen Seiten! Allein die Tatsache, daß das Öl ausströmt, zeigt, daß es einen höheren Druck als 150 bar hat...
Nur mal so zur Info:
Alvin baut Tauchbote die bis 4000 meter Tief tauchen können.
Ein Torpedo ähnliche Form ,gefüllt mit Skydrol,kann nicht bei 150 Bar komprimiert werden.
Die Öllleitung müßte dann auch zusammengedrückt werden in dieser Tiefe.
Vor dem Äußern,sollte man sich schlau machen.
Ein gutes Buch dazu ist von Julius Rauter und heißt "Tauchbote
enträtseln die meere der Weld.
Vielleicht revidieren Sie dan mal Ihre 150 Bar These.
Nur mal so zur Info:
Alvin baut Tauchbote die bis 4000 meter Tief tauchen können.
Ein Torpedo ähnliche Form ,gefüllt mit Skydrol,kann nicht bei 150 Bar komprimiert werden.
Die Öllleitung müßte dann auch zusammengedrückt werden in dieser Tiefe.
Vor dem Äußern,sollte man sich schlau machen.
Ein gutes Buch dazu ist von Julius Rauter und heißt "Tauchbote
enträtseln die meere der Weld.
Vielleicht revidieren Sie dan mal Ihre 150 Bar These.
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