Die Beweislast für die Existenz der Ölschwaden wächst
Der weitaus entscheidendere Unterschied zu anderen Katastrophen: "Niemals zuvor wurden Lösungsmittel in solch großen Mengen eingesetzt, wie bei dieser Ölpest, noch dazu in solcher Tiefe und unter diesen Druckverhältnissen", sagt der Ozeanograf Hollander. Wie viel der Konzern BP von der Chemikalie Corexit 9500 versprüht hat, um das Öl aufzulösen , ist unbekannt. Hollander geht von mindestens 1 Million Liter des auch als Dispergator bekannten Gemischs unterhalb der Wasseroberfläche aus. "Ich denke, der Einsatz war ein großer Fehler."
Offenbar hat die Chemikalie, die Umweltschützer für eine unkalkulierbare Gefahr für das Ökosystem halten , die Ölkatastrophe weit schlimmer werden lassen. Das Öl hat seine physikalischen Eigenschaften verändert und ist nun unberechenbar geworden. Die Hoffnung, es würde sich in kleine Flocken und Partikel zerstreuen, die von Mikroben im Wasser bereits verdaut werden, hat sich offenbar nicht bewahrheitet.
Mit den Massen an gelöstem Öl befürchten Forscher das Schlimmste: "Das Worst-Case-Szenario wäre der Zusammenbruch ganzer mariner Nahrungsketten", sagt Hollander. Nicht nur die milliardenschwere Fischindustrie stehe damit auf dem Spiel, sondern "eine ganze Region verliert durch diese Katastrophe ihre unschätzbare kulturelle Identität."
Obwohl sie offiziell noch angezweifelt werden, wächst die Beweislast für die Existenz der Ölschwaden. Natürlich, wie BP-Chef Hayward glaubt, ist an der beispiellosen Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko längst nichts mehr.
- Datum 02.06.2010 - 06:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wo bleibt die Bundeswehr?
ist mal so was von unpassend.
ist mal so was von unpassend.
#1, das ist ausgesprochen dämlich (um höflich zu bleiben !!)
Die Amerikaner werden (leider) aus dem Geschehen nichts lernen,sie haben vermutlich noch einen Reserve-Golf in der Tasche. Die Tiere und die Menschen an der Golfküste werden die Zeche zahlen und BP wird Haare lassen, die Rendite wird mager (Oh Gott,oh Gott....!!!!)
Weihnachten redet da kein Mensch mehr drüber, außer Johannes "Be" Kerner, tränenreich, in seinem TV-Jahresrücklick.
Sehr traurig, das Ganze.
Die "Krone der Schöpfung" halt.
"Die Amerikaner werden (leider) aus dem Geschehen nichts lernen,sie haben vermutlich noch einen Reserve-Golf in der Tasche."
Um bei dämlichen Kommentaren zu bleiben:
Klar haben die Amerikaner einen Reserve-Golf - deshalb sind ja schon vor langer Zeit in den Irak einmarschiert! ;-)
"Die Amerikaner werden (leider) aus dem Geschehen nichts lernen,sie haben vermutlich noch einen Reserve-Golf in der Tasche."
Um bei dämlichen Kommentaren zu bleiben:
Klar haben die Amerikaner einen Reserve-Golf - deshalb sind ja schon vor langer Zeit in den Irak einmarschiert! ;-)
"Der heimtückische Charakter des Öls"
Das sollte wohl eher heissen: "Der heimtückische Charakter des Konzerns BP".
Öl ist nicht heimtückisch und es wäre auch unter dem Meeresboden verblieben, wenn nicht ein paar Diletanten daran rumgebohrt hätten.
Warum die tonnenweise Corexit in die See pumpten, dessen Mixtur sie erstaunlicherweise auch noch geheimhalten dürfen, ist doch eigentlich von Anfang an klar gewesen:
1. BP gehört die Firma, die das Gift herstellt
2. Man will die Katastrophe im wahrsten Sinne des Wortes so lange unter der Decke halten, bis das öffentliche Interesse in den USA nachgelassen hat.
An diesem Emulgator ist absolut nichts "geheimnisvoll". Die gleiche Mixtur können Sie in jedem Baumarkt in der Autoabteilung als Kaltreiniger kaufen.
Die drei Komponenten sind : Tensid (Alkylsulfat oder -sulfonat), ein polares Lösungsmittel (Propylenglykol, da es im Gegensatz zu Athylenglykol keine giftigen Metaboliten beim Abbau bildet), und ein unpolares Lösungsmittel (aus Sicherheitsgründen nicht allzu niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe, also C6H14, C7H16 usw.).
Im Gegensatz zu einem Spülmittel oder einer Flüssigseife braucht man das unpolare Lösungsmittel, da man ja den Golf nicht in ein grosses Spülbecken verwandeln möchte, sondern nur das Rohöl angehen will. Dabei wird das unpolare Lösungsmittel durch das Rohöl ersetzt. Ebenso das Propylenglykol durch Wasser. Solange noch mehr Wasser als Öl im Golf ist erhält man feinverteilte Öltröpfchen, bei denen wie bei einem Seeigel die Tensidmoleküle als Stacheln von der Oberfläche abstehen. Bei Wasser in Öl wäre es umgekehrt.
In der Tat hat noch niemand so einen Grossversuch mit tausenden Tonnen Emulgator in einem ganzen Meer unternommen. Zumindest hat man jetzt die erste dreidimensionale Ölkatastrophe der Menschheit.
Über soviel Fortschritt kann man doch nicht meckern, oder?
An diesem Emulgator ist absolut nichts "geheimnisvoll". Die gleiche Mixtur können Sie in jedem Baumarkt in der Autoabteilung als Kaltreiniger kaufen.
Die drei Komponenten sind : Tensid (Alkylsulfat oder -sulfonat), ein polares Lösungsmittel (Propylenglykol, da es im Gegensatz zu Athylenglykol keine giftigen Metaboliten beim Abbau bildet), und ein unpolares Lösungsmittel (aus Sicherheitsgründen nicht allzu niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe, also C6H14, C7H16 usw.).
Im Gegensatz zu einem Spülmittel oder einer Flüssigseife braucht man das unpolare Lösungsmittel, da man ja den Golf nicht in ein grosses Spülbecken verwandeln möchte, sondern nur das Rohöl angehen will. Dabei wird das unpolare Lösungsmittel durch das Rohöl ersetzt. Ebenso das Propylenglykol durch Wasser. Solange noch mehr Wasser als Öl im Golf ist erhält man feinverteilte Öltröpfchen, bei denen wie bei einem Seeigel die Tensidmoleküle als Stacheln von der Oberfläche abstehen. Bei Wasser in Öl wäre es umgekehrt.
In der Tat hat noch niemand so einen Grossversuch mit tausenden Tonnen Emulgator in einem ganzen Meer unternommen. Zumindest hat man jetzt die erste dreidimensionale Ölkatastrophe der Menschheit.
Über soviel Fortschritt kann man doch nicht meckern, oder?
Eins verstehe ich nicht ganz: Man setzt eine Chemikalie ein um das Öl in möglichst kleine Flocken zu zerstreuen, so dass Bakterien es besser abbauen können. Jetzt findet man zum Teil zersetzte Ölreste im Wasser und beschwert sich darüber? War das nicht das Ziel der Aktion, bzw. lässt dieses Ergebniss der zersetzten Kohlenwasserstoffe nicht auch auf eine vollständige Zersetzung hoffen...?
Gut, viel Öl wurde durch die Chemicalie aufgelöst.... aber es ist nicht weg und niemand weiss, wie die Umwelt auf soviel aufgelöstes Öl reagieren wird.
BP wird daran vielleicht zugrunde gehen... für die Umwelt und die Menschen die unter den Folgen leiden müssen, jedoch nur ein schwacher Trost.
Wir brauchen Öl, keine Frage. Jedoch muss die Risikoabschätzung und die zu treffenden Maßnahmen für die Gefahrenabwehr deutlich gesteigert werden.
Lieber Arne Kienzle,
Zersetzung bedeutet, dass am Ende noch große Mengen an Kohlenwasserstoffen übrig bleiben. Zwar können etwa Mikroben am Meeresgrund Teile davon zersetzen, doch sind die Konzentrationen mittlerweile so hoch, dass andere Organismen Schaden nehmen können. Zudem ist vollkommen unklar, welche Überreste der Chemikalie Corexit im Golf von Mexiko verbleiben, die irreperable Schäden für das marine Ökosystem bedeuten könnten.
Der Einsatz solcher Dispergatoren ist nur zu einem gewissen Grad vertretbar, sagen Experten. Den hat BP offenbar dramatisch überzogen.
Zudem ist das aufgelöste Öl ja nur ein Teil des Dilemmas. So gibt es ja ganze Ölschwaden, die nur teilweise gelöst im Meer verbleiben.
Es sind also drei toxische Stoffe, die neben dem Öl an der Oberfläche dort unter Wasser herumwabern: Nicht zersetztes Öl, Unmengen einer Chemikalie, von der man nicht weiß, ob Teile von ihr nicht auch in die Nahrungskette im Meer gelangen und aufgelöstes Öl in Form von Kohlenwasserstoffen, die gefährlich für marine Lebewesen werden.
BP hat sich den Versuch, das Öl von der Küste fernzuhalten nicht nur viel zu teuer erkauft, sondern ist damit noch gescheitert. Jetzt hat man ein vergiftetes marines Ökosystem und eine verseuchte Küstenregion.
Die Meerestoxikologin Riki Ott fasst dies in einem Interview sehr gut zusammen:
http://www.zeit.de/wissen...
Gruß aus der Redaktion
um welche Kohlenwasserstoffe es sich handelt?
um welche Kohlenwasserstoffe es sich handelt?
Ein Dokument von BP an Admiral Mary Landry zeigt auf, mit welchen Methoden der Konzern das Verbot zur Verwendung von Corexit umgeht. http://www.epa.gov/bpspil...
Auf Seite 4 (Fußnote) wird auf andere Umgebungsbedingungen im Golf von Mexico verwiesen und damit legitimiert BP die Verwendung. Interessanterweise regt sich kein Wiederstand bei den US Behörden.
Wahrscheinlich verlassen sie sich ja auf die Aussagen von BP-Chef Tony Hayward: "The oil is on the surface. Oil has a specific gravity that's about half that of water. It wants to get to the surface because of the difference in specific gravity." - Also, Öl das man nicht an der Meeresoberfläche sieht, gibt es nicht.
Das muss man erst einmal verarbeiten.
Das mit dem Dispersionsmittel war wohl eine reichlich blöde Idee, das hilft nur bei kleinen Mengen Öl im Wasser. Gescheiter wäre es doch, zu suchen, wo Ölschwaden sind, und davon möglichst viel auf Schiffe zu pumpen und an Land in Silos zu bringen. Dort könnte man es später raffinieren und verwerten. Man muß doch nicht gleich völlig vor dem Aufnehmen kapitulieren, nur weil mans nicht perfekt hinbekommen kann. Und den Pflanzen, Fischen und Vögeln täts wohl helfen, wenn das Öl schon _ein bißchen_ weniger würde.
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