Umweltpolitik Energiewende von unten Seite 3/3

Das heißt freilich nicht, dass die Jobs in Europa bleiben, weil es die Welt mit Export-Windrädern beliefert kann. In jüngsten Jahren verlagern Siemens, Vestas und ihre Konkurrenten Teile der Produktion in die strategischen Märkte der Zukunft, voran China und die USA. Das spart Transportkosten beim Aufbau der Anlagen und schützt vor Währungsrisiken. 2008 haben die USA Deutschland bei der Stromerzeugung aus Windkraft überholt und sich weltweit auf Platz 1 gesetzt.
Es fällt auf, wie sehr sich Tonlage und Begründung beim Gespräch über erneuerbare Energien in Denver und anderswo in den USA von Deutschland unterscheiden. Ob Politik- und Wirtschaftsvertreter oder Bürger: Die Sorge um Klima und Umwelt wird selten genannt. Stets dagegen das Ziel, als Vorreiter in einer Zukunftsindustrie Arbeitsplätze anzusiedeln.

"Wir sind keine Grünen", betont Chris Shapard von der Colorado Cleantech Industry Association, "sondern eine Industrielobby für saubere Energie." Tom Clark von der Wirtschaftsförderung im Großraum Denver schwärmt von einer "New Energy Economy", die den Einbruch durch die Wirtschaftskrise wett mache und binnen weniger Jahre 17.000 neue Jobs schaffe. 2006 hatte Siemens 60 Mitarbeiter in den USA, 2009 waren es 835. 2010 wird wohl die Zahl 1500 überschritten. Vestas hat 2000 Angestellte in Amerika, etwa ein Zehntel der weltweit Beschäftigten. 2011 werden es 4000 sein.

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Daneben geht es um Gewinnaussichten. Der Vergleich legt nahe, dass Amerika für seine Energiewende weniger staatliche Subventionen ausreicht als Deutschland und dass auch die Verbraucher weniger zur Kasse gebeten werden. Etwas über zehn US-Cents zahlen die Bürger in Colorado für eine Kilowattstunde aus erneuerbarer Energie – und dennoch machen Siemens, Vestas und Xcel gute Geschäfte. In Deutschland zahlt der Endverbraucher im Schnitt über 20 Euro-Cent pro Kilowattstunde; der staatlich garantierte Einspeisepreis für private Erzeuger von Solarstrom kann über 40 Euro-Cent betragen.

Präsident Obama ist mit dem erklärten Ziel angetreten, die USA zur Führungsmacht bei erneuerbaren Energien zu machen. Beim einen Teil seiner Strategie, nationale gesetzliche Vorgaben durch den Kongress, hat er bisher wenig Erfolg. Bobi Garrett und Casey Porto, zwei weibliche Führungskräfte bei NREL, nennen es "die Peitsche". Dagegen zeige "das Zuckerbrot" Wirkung, die vermehrten staatlichen Forschungsgelder und die Förderung der Investitionen in erneuerbare Energien.

Den Auftrag, Häuser und Autos zu entwickeln, die weniger Energie verbrauchen, hatten sie schon unter Bush, sagen sie. Obama mache mehr Druck, damit sich Forschungsergebnisse möglichst rasch im Wirtschaftsalltag niederschlagen. Sie haben keine grundsätzliche Präferenz, ob der Ansatz "von oben" oder "von unten" besser sei. Was in der Praxis hilft, ist willkommen. Hauptsache, die Energiewende gelingt.

(Erschienen im Tagesspiegel)

 
Leser-Kommentare
  1. Es leben 4% der Weltbevölkerung in den USA,die USA verfügen über mittlerweile nur noch über 2% der Erdölreserven ,verbrauchen aber 25%
    des zur zeit geförderten Erdöls.Die USA müssen die Vorreiter Rolle in
    Richtung erneuerbare Energien übernehmen.In fast allen nicht OPEC Ländern ist die Förderung von Erdöl rückläufig.
    An dieser Stelle sei auf die Dokumentation"The OIL Crash"hingewiesen.
    http://www.oilcrashmovie.... Geologen Netzwerk,hier der deutsche Zweig
    ASPO Deutschland
    http://www.energiekrise.de/

  2. von der Energieerzeugung. Legt sich ein Erdhaus zu. Als Energieversorgung, Fotovoltaik und Windgenerator. Speichert die Energie. Heizen und Warmwasser mit Wärmepumpe. Durch die steigenden Lebenshaltungskosten lohnen sich die mehr kosten! Vielleicht noch ein Garten auf dem Treibhäuser stehen. Er ist dann auf die meisten Krisen vorbereitet!

  3. ... macht die Region zum idealen Standort, um das Design der Rotorenblätter und die Technik weiterzuentwickeln und unter extremen Bedingungen zu testen."

    Wohl kaum. Dazu muesste man selbst in der "mile high city" erst mal ein mehrere Kilometer hohes Windrad bauen.

  4. Ein verantwortungsvoller, intelligenter und logisch denkender Mensch kann aus solchen Katastrophen eigentlich nur eine einzige Konsequenz ziehen: auf das Auto zu verzichten. Aber die Sucht nach Benzin und die Bequemlichkeit ist bei fast allen Menschen einfach größer. Wie beim Rauchen. Oder beim Alkohol. Kein Unterschied. Ich frage mich wann endlich das Nichtautofahrerschutzgesetz kommt und Autofahrer für die Schäden die sie täglich anrichten zur Verantwortung gezogen werden?

  5. Ich glaube jeder naturwissenschaftlich gebildete, moderne Mensch weiß,dass die CO2-Hysterie die größte Ente der Neuzeit ist! Damit wird den gigantischen Fehlinvestitionen in sogenannte "Erneuerbare Energien" die Grundlage entzogen! Diese Fehlinvestitionen führen, insbesondere in Deutschland, zu einem spektakulären Absinken der Arbeitsproduktivität. Dies Mittel fehlen bei Zukunftsinvestitionen für Bildung und die alternde Gesellschaft!
    Das Wind- und Solarkonzerne bei Kürzung der Subventionen jammern, macht die Sache nur noch schlimmer. Denn es zeigt, dass auch hier durch künstliche politische Anreize, Geld in die Falschen Produkte investiert wurde!
    Zum Wirkungsgrad dieser Fehlinvestitionen nur so viel! Dänemark produziert theoretisch 20% seines Stromes mittels Windkraft, konnte aber bisher noch kein einziges konventionelles Kraftwerk abschalten! Das heißt für jede KWh Windenergie muß eine KWh konventionelle Energie vorgehalten werden. Unsere Energiewirtschaft hat also nichts mehr mit Realwirtschaft zu tun! Reine Ideologie bestimmt hier, wie einst in der DDR, die Energiepolitik! Angetrieben von einem Juristen der seine umweltromantischen Vorstellungen im Umweltministerium auslebt und von unserer Klimakanzlerin, die sich gern als Weltenretterin feiern lässt! Das alles auf Kosten unserer Zukunft!

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    • Barzi
    • 16.05.2010 um 20:44 Uhr

    Wenn Sie glauben, dass die CO2-Theorie falsch ist, so müssen Sie als klassischer Naturwissenschaftler ein Experiment zur Wiederlegung der Theorie vorschlagen und eine modifizierte bzw. neue die Wirklichkeit abbildende Hypothese postulieren. Wenn diese von einer renomierten Fachzeitschrift anerkannt ist, sagen Sie mir bitte bescheid.

    "Ich glaube jeder naturwissenschaftlich gebildete, moderne Mensch weiß,dass die CO2-Hysterie die größte Ente der Neuzeit ist!"

    Das kann ich als promovierter Physiker so nicht bestätigen. Wo haben _Sie_ ihre naturwissenschaftliche Bildung her?

    • Barzi
    • 16.05.2010 um 20:44 Uhr

    Wenn Sie glauben, dass die CO2-Theorie falsch ist, so müssen Sie als klassischer Naturwissenschaftler ein Experiment zur Wiederlegung der Theorie vorschlagen und eine modifizierte bzw. neue die Wirklichkeit abbildende Hypothese postulieren. Wenn diese von einer renomierten Fachzeitschrift anerkannt ist, sagen Sie mir bitte bescheid.

    "Ich glaube jeder naturwissenschaftlich gebildete, moderne Mensch weiß,dass die CO2-Hysterie die größte Ente der Neuzeit ist!"

    Das kann ich als promovierter Physiker so nicht bestätigen. Wo haben _Sie_ ihre naturwissenschaftliche Bildung her?

    • Barzi
    • 16.05.2010 um 20:44 Uhr

    Wenn Sie glauben, dass die CO2-Theorie falsch ist, so müssen Sie als klassischer Naturwissenschaftler ein Experiment zur Wiederlegung der Theorie vorschlagen und eine modifizierte bzw. neue die Wirklichkeit abbildende Hypothese postulieren. Wenn diese von einer renomierten Fachzeitschrift anerkannt ist, sagen Sie mir bitte bescheid.

  6. 8. @6

    "Ich glaube jeder naturwissenschaftlich gebildete, moderne Mensch weiß,dass die CO2-Hysterie die größte Ente der Neuzeit ist!"

    Das kann ich als promovierter Physiker so nicht bestätigen. Wo haben _Sie_ ihre naturwissenschaftliche Bildung her?

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