Genmais in Niedersachsen Suche nach dem bösen Korn

Eine Handvoll Maiskörner einer in Deutschland nicht zum Anbau zugelassenen Sorte ist auf den Feldern gelandet. Doch was bedeutet das? Eine Einordnung

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace spricht vom "größten Gentechnik-Saatgutskandal" in Deutschland. Saatgut, das winzige Spuren (bis zu 0,1 Prozent) der in Europa nicht für den Anbau zugelassenen Mais-Sorte NK 603 enthalten haben soll, gelangte versehentlich von Niedersachsen aus in den Handel und wurde zum Teil ausgesät. Doch was bedeutet das? Besteht eine Gefahr für den Verbraucher? Haben die Behörden versagt? Oder wird hier eine eher harmlose Panne unnötig aufgebauscht?

Die Sorge, das jetzt "Genmais" in Deutschland auf den Teller kommt, ist unbegründet. Denn die Mais-Sorte mit dem technischen Namen PR 38 H20, die zum Teil mit dem genetisch veränderten Mais NK 603 verunreinigt war, ist eine Züchtung, die normalerweise nur zur Energiegewinnung in Biogasanlagen angepflanzt wird. Als Lebensmittel ist die Sorte ungeeignet. "Es ist zwar nicht verboten, diesen Mais auch als Futtermittel für Tiere zu verwenden, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass Bauern dazu diese Sorte nehmen", sagt selbst Alexander Hissting, Agraringenieur und Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace. Außerdem ist NK 603 eine Mais-Sorte, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit wissenschaftlich bereits nachgewiesen wurde.

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Und es gibt eine weitere gute Nachricht in diesem Fall: Im Frühjahr hat sich gezeigt, dass die Saatgut-Kontrollen der Landesbehörden offenbar recht gut funktionieren: In acht Bundesländern waren bei Untersuchungen von Stichproben im Labor Mais-Chargen rechtzeitig aufgefallen , die mit Spuren gentechnisch veränderter Mais-Sorten verunreinigt waren. Die betroffenen Chargen wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zur Aussaat kam.

Die Panne in Niedersachsen

Weil die Laborauswertung und die Weitergabe der Ergebnisse in Niedersachsen besonders lange dauerten, war der Mais schon ausgesät, als das zuständige Ministerium von der Verunreinigung mit Spuren der genetisch veränderten Mais-Sorte erfuhr.

Deshalb wurden betroffene Mais-Chargen ausgesät. Da der Mais auch in andere Bundesländer geliefert wurde, müssen nun auch Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die Bauern informieren, denen verunreinigte Chargen geliefert wurden.

Der Ablauf der Ereignisse

Der genaue Ablauf der Ereignisse wurde sowohl vom Landwirtschafts- als auch vom Umweltministerium in Niedersachsen bestätigt:

- 9. Februar 2010: Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen ziehen 35 Proben von Mais-Saatgut

- 19. Februar 2010: Zehn Tage später gelangen diese Proben zur Analyse ins Labor.

- Anfang April 2010: Erst etwa zwei Monate nach der Probennahme liegen die Untersuchungsergebnisse dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung vor. In zwei der 35 Proben wurden Spuren der Mais-Sorte PR 38 H20 gefunden, deren Anbau in Europa nicht zugelassen sind. Die Verunreinigung betrug bis zu 0,1 Prozent.

- 27. April 2010: Zwei Wochen später informiert das Landwirtschaftsministerium das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, das für die Eindämmung des Schadens zuständig ist. Inzwischen sind die verunreinigten Chargen in den Handel gelangt und so in sieben weitere Bundesländer. Außer in Nordrhein-Westfalen, wo ein Händler die Charge weiterverkaufte, wurden sie wohl in allen betroffenen Bundesländern ausgesät.

Anders in Niedersachsen. Dort dauerte es ganze zwei Monate, bis die Laborergebnisse der 35 genommenen Proben dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung vorlagen. In zwei davon hatten Wissenschaftler des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Spuren der Mais-Sorte NK 603 von Monsanto entdeckt.

"Warum das bei uns so lange gedauert hat, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen", sagt eine Sprecherin des Ministeriums. Fest steht allerdings, dass andere Bundesländer zum Teil deutlich mehr Proben in einer kürzeren Zeit untersuchten und so verhinderten, dass verunreinigtes Mais-Saatgut in Umlauf kam.

Leser-Kommentare
  1. Hallo Zusammen.
    Folgende interessante Zitate kann ich in diesem Zusammenhang nicht für mich behalten:

    "In ihrer Stellungnahme vom 25. November 2003 kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, .... , zu dem Ergebnis, dass die Zea mays L., Linie NK603, so sicher wie herkömmlicher Mais sei und dass es daher unwahrscheinlich sei, dass deren Inverkehrbringen für die Verwendung in Lebensmitteln, Futtermitteln und in der Verarbeitung schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren und, in diesem Zusammenhang, auf die Umwelt haben könnte."
    Zitat aus der Entscheidung der EU Kommission von 2004 (2004/643/EG)

    "... Die vorliegenden Daten lassen im Rahmen dieser Versuche und bezogen auf die untersuchten Maisvarianten auf kein grob unterschiedliches Allergenpotential zwischen GMO und isogener Variante schließen... "
    Zitat aus den Ergebnissen der Studie: Allergene Risikoabschätzung einer genetisch modifizierten Maislinie im Vergleich zu der isogenen Kontrolllinie. In der Studie wurden die Linien NK603 und MON810 getestet. Isogen bedeutet, dass es sich um genetisch identische Linien handelt, abegesehen von den neu eingeführten Genabschnitten.
    Die Studie kann auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit in Österreich heruntergeladen werden.

    Fakten:
    NK603 ist genauso gesundheitschädlich wie konventioneller Mais.
    NK603 ist als Lebensmittel in der EU zugelassen.

    Schlußfolgerung: Was Greenpeace in diesem Fall betreibt ist Panikmache.

    Flaemingslord

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    sprechen als die Möglichkeit von dadurch ausgelösten Krankheiten - die Untersuchungen wurden nicht von unabhängigen Instituten über mehrere Jahre oder Jahrzehnte an Menschen durchgeführt um Schäden wirklich ausschließen zu können.

    Ein Grund ist, dass Honig in dem Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten ist nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden darf: http://www.derwesten.de/w...

    Des Weiteren ist nicht wasserdicht geklärt ob das globale Bienensterben nicht doch auch auf Gentechnik zurückzuführen ist. Sei es direkt weil die Pollen etwas schädliches enthalten (giftproduzierende Gene gegen Schädlinge - Nebeneffekte) oder indirekt weil wesentlich mehr Insektizide versprüht werden. Monsanto hat das z.B. für Roundup gemacht. Wobei das heute wohl keiner mehr zugeben wird - Gifte werden immer von Pflanzen aufgenommen, wie alles das in den Boden kommt, eingelagert und rate mal von wem gegessen.

    Zudem ist es so, dass für gentechnische Pflanzen Lizenzgebühren fällig werden. Selbst wenn du irrtümlich ohne es zu wissen, weil jemand ein paar Böhnchen verloren hat, diese Pflanzen ziehst, kannst du verklagt werden: http://oekonews.at/index....

    Das Schlimmste ist aber, dass es diese Patente gibt. Als ob es eine Innovation wäre aus 2 vorhandenen Sachen etwas Zusammenzustoppeln. "Entwickelt" wurde es von der Natur und gehört somit eigentlich allen.

    Fakten sind allerdings nur eine Bereicherung für Lernwillige. Lernunwillkeit wird in Deutschland aber mittlerweile praktisch zum Menschrecht erhoben.

    sprechen als die Möglichkeit von dadurch ausgelösten Krankheiten - die Untersuchungen wurden nicht von unabhängigen Instituten über mehrere Jahre oder Jahrzehnte an Menschen durchgeführt um Schäden wirklich ausschließen zu können.

    Ein Grund ist, dass Honig in dem Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten ist nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden darf: http://www.derwesten.de/w...

    Des Weiteren ist nicht wasserdicht geklärt ob das globale Bienensterben nicht doch auch auf Gentechnik zurückzuführen ist. Sei es direkt weil die Pollen etwas schädliches enthalten (giftproduzierende Gene gegen Schädlinge - Nebeneffekte) oder indirekt weil wesentlich mehr Insektizide versprüht werden. Monsanto hat das z.B. für Roundup gemacht. Wobei das heute wohl keiner mehr zugeben wird - Gifte werden immer von Pflanzen aufgenommen, wie alles das in den Boden kommt, eingelagert und rate mal von wem gegessen.

    Zudem ist es so, dass für gentechnische Pflanzen Lizenzgebühren fällig werden. Selbst wenn du irrtümlich ohne es zu wissen, weil jemand ein paar Böhnchen verloren hat, diese Pflanzen ziehst, kannst du verklagt werden: http://oekonews.at/index....

    Das Schlimmste ist aber, dass es diese Patente gibt. Als ob es eine Innovation wäre aus 2 vorhandenen Sachen etwas Zusammenzustoppeln. "Entwickelt" wurde es von der Natur und gehört somit eigentlich allen.

    Fakten sind allerdings nur eine Bereicherung für Lernwillige. Lernunwillkeit wird in Deutschland aber mittlerweile praktisch zum Menschrecht erhoben.

  2. und klopfen uns unaufhörlich auf die Schultern.
    Aber was ist hier wirklich passiert?
    Entgegen jeder Versicherung bei der Zulassung von Testpflanzen ist es also doch zu Verunreinigungen gekommen.
    Was ist die Konsequenz ? --- Keine ?!?

    Ich habe zwar keine Ahnung wie man die Verbreitung von Genmanipulierten Pflanzen sicher vermeiden kann. Dies ist mir aber auch egal. Die Manipulierer haben versprochen, dass dies nicht geschieht. Also konnte das passieren, weil man wieder einmal irgendwo Kosten vermeiden wollte. Dies ist in meinen Augen eine Straftat und müßte konsequent bestraft werden.

    Ich denke hierbei auch an BP und den Golf.

  3. Dieser Artikel ist billigste Meinungsmache.
    Ich stimme meinung0815 zu.

  4. Boese, boese Gentechnik!
    Sobald es möglich wird Organe zu züchten, werden die Bedenken verschwinden... waren Sezierungen, Vakazinationen und andere medizinische Durchbrueche nicht auch zuerst gefuerchtet?
    Aendert sich alles, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht, selbst ein Papst laesst sich operieren...

    ... und ich persoenlich moechte im Alter die Moeglichkeit haben von der Gentechnik Nutzen zu ziehen, daher kann ich diese Anti-Medizin Einstellung nicht nachvollziehen.

  5. sprechen als die Möglichkeit von dadurch ausgelösten Krankheiten - die Untersuchungen wurden nicht von unabhängigen Instituten über mehrere Jahre oder Jahrzehnte an Menschen durchgeführt um Schäden wirklich ausschließen zu können.

    Ein Grund ist, dass Honig in dem Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten ist nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden darf: http://www.derwesten.de/w...

    Des Weiteren ist nicht wasserdicht geklärt ob das globale Bienensterben nicht doch auch auf Gentechnik zurückzuführen ist. Sei es direkt weil die Pollen etwas schädliches enthalten (giftproduzierende Gene gegen Schädlinge - Nebeneffekte) oder indirekt weil wesentlich mehr Insektizide versprüht werden. Monsanto hat das z.B. für Roundup gemacht. Wobei das heute wohl keiner mehr zugeben wird - Gifte werden immer von Pflanzen aufgenommen, wie alles das in den Boden kommt, eingelagert und rate mal von wem gegessen.

    Zudem ist es so, dass für gentechnische Pflanzen Lizenzgebühren fällig werden. Selbst wenn du irrtümlich ohne es zu wissen, weil jemand ein paar Böhnchen verloren hat, diese Pflanzen ziehst, kannst du verklagt werden: http://oekonews.at/index....

    Das Schlimmste ist aber, dass es diese Patente gibt. Als ob es eine Innovation wäre aus 2 vorhandenen Sachen etwas Zusammenzustoppeln. "Entwickelt" wurde es von der Natur und gehört somit eigentlich allen.

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    Ist oekonews.at ein unabhängiges Institut?
    Ist die WAZ NewMedia GmbH & Co. KG mit Sitz in Essen in diesem Zusammenhang eine Geeignete Informationsquelle?
    Überraschender Fakt: Auch für konventionell gezüchtetes Saatgut müssen Lizenzgebühren entrichtet werden. Kann im Saatgutverkehrsgesetz nachgelesen werden.

    Flaemingslord

    Ist oekonews.at ein unabhängiges Institut?
    Ist die WAZ NewMedia GmbH & Co. KG mit Sitz in Essen in diesem Zusammenhang eine Geeignete Informationsquelle?
    Überraschender Fakt: Auch für konventionell gezüchtetes Saatgut müssen Lizenzgebühren entrichtet werden. Kann im Saatgutverkehrsgesetz nachgelesen werden.

    Flaemingslord

  6. ... die mit Spuren gentechnisch veränderter Mais-Sorten verunreinigt waren. Die betroffenen Chargen wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zur Aussaat kam.

    Interessant wäre auch die Frage, was das in der Realität bedeutet, wenn eine Charge "aus dem Verkehr gezogen" wird.

    Rücklieferung an den Lieferanten? Was macht der damit? Woanders hin verkaufen und hoffen?
    Wird das verbrannt?

    Fragen über Fragen.
    Ansonsten kann man den vorherigen Kommentaren #3 und #5 nur zustimmen.

  7. Fakten sind allerdings nur eine Bereicherung für Lernwillige. Lernunwillkeit wird in Deutschland aber mittlerweile praktisch zum Menschrecht erhoben.

  8. ...auf Äcker. Werden sie hier auch gemacht haben. Die und andere Kompagnons haben doch schon den ganzen Globus infiziert und verseucht. Wenig später werden sie mit Rechtsanwaltsschreiben an die Türen der ahnungslosen Bauern klopfen und für ihre "Patente" abzocken.

    Was macht man mit solchen Konzernen??????????????????????????

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