Umweltpsychologie: Warum es schick ist, die Welt zu retten
Umweltschutz als Trend: Wie das Bedürfnis nach Status zum Kauf von Öko-Produkten motiviert und der Vergleich mit dem Nachbarn den Energieverbrauch senkt.

Umweltbewusstsein als Frage des Status: Wer es sich leisten kann, die Umwelt zu schützen, zeigt es manchmal auch ganz gerne
Spritsparende Mittelklasselimousine für 20.000 Euro oder lieber hybridbetriebener Vier-Türer für 25.000 Euro? Mittlerweile würde mehr als jeder Zweite das teurere Fahrzeug wählen – der Umwelt zuliebe. Öko-Produkte liegen im Trend, und ihre Käufer sind bereit, mehr Geld für sie auszugeben. Das zumindest ist eines der Ergebnisse der Global Climate Change Study 2010 , die 13.444 Teilnehmer befragt hat. Gerade erst wurde die Studie auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn vorgestellt. Doch was bewegt uns dazu, über 5000 Euro mehr für ein Auto mit umweltschonender Technologie zu zahlen? Ist es allein aus Liebe zur Natur?
Nicht ganz, sagen Psychologen und entlarvten kürzlich einen ganz anderen "grünen" Treiber: Status. Wer umweltbewusst handelt, signalisiert, dass er altruistisch ist und sich um die Gemeinschaft sorgt. Mit dem Kauf von teuren, aber ökologisch eher vertretbaren Produkten, zeigt man außerdem, dass man es sich leisten kann, Kompromisse einzugehen – beispielsweise beim Fahrzeugdesign. "Das demonstriert Status: Wir signalisieren damit, dass wir willens sind und über die Ressourcen verfügen, für das Wohl aller die Kosten von Selbstaufopferung auf uns zu nehmen", schreiben Vladas Griskevicius von der Universität Minnesota, und seine Kollegen im Journal of Personality and Social Psychology .
Ihre Studie umfasste drei Experimente: Die Hälfte der Probanden las jeweils eine kurze Geschichte über einen Uni-Absolventen, der einen Job bei einer großen Firma antritt – mit eigenem Büro und baldiger Beförderung. Die Studien-Teilnehmer waren so ganz auf Status geeicht. Die Probanden einer Kontrollgruppe lasen eine neutrale Geschichte. Anschließend wurden den Teilnehmern verschiedene Produktpaare präsentiert: Autos, Reiniger, Rucksäcke, Batterien, Lampen oder Geschirrspülmaschinen. Ein Produkt jeden Paares war als luxuriös beschrieben, das andere als umweltfreundlich. So hatte beispielsweise der Geschirrspüler ED40 Elite ein "revolutionäres Heizsystem, das alle Wasserflecken beseitigt" und war zudem sehr leise; das Modell Eco-Trend war hingegen aus recycelten Komponenten hergestellt und äußerst wassersparsam. In den Experimenten variierten die Forscher zusätzlich den möglichen Ort des Einkaufs (Online versus Supermarkt) sowie die Preise der Produkte (teuer versus günstig). Am Ende gaben die Teilnehmer an, welches Produkt sie je Paar bevorzugen.
Die Ergebnisse stützen die Theorie der Forscher: Teilnehmer, bei denen Statuswünsche aktiviert waren, präferierten deutlich die "grünen" Produkte. Allerdings nur, wenn sie im öffentlichen Supermarkt gekauft wurden und die umweltfreundlichen Produkte teurer waren als die luxuriösen. Griskevicius hält die Ergebnisse für äußerst wichtig: "Das Wissen darüber, dass das Bedürfnis nach Status altruistisches Verhalten anregen kann, gibt uns ein mächtiges Werkzeug in die Hand, um umweltbewusstes Handeln zu fördern."
Dass angewandte Psychologie tatsächlich helfen kann, die Umwelt zu schonen, zeigt ein ganz konkretes Beispiel: Das amerikanische Software-Unternehmen OPOWER hat etwa ein Energie-Sparprogramm ins Leben gerufen, bei dem es den Stromverbrauch der teilnehmenden Kunden von 33 Energieversorgern analysiert. Die Stromkunden erhalten seit zwei Jahren eine zusätzliche Auskunft mit ihrer Stromrechnung. Darauf sehen sie drei Angaben: den eigenen durchschnittlichen Stromverbrauch der letzten drei Monate, den Verbrauch der gesamten Nachbarschaft sowie den des sparsamsten Nachbars. Ein Smiley zeigt an, wenn der eigene Verbrauch unter dem Gesamtdurchschnitt liegt. Mit dieser ergänzenden Information motivierte OPOWER mehr als eine Million Haushalte ihren Stromverbrauch um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr zu senken. In den Sommermonaten 2009 waren es sogar 3,5 Prozent – das entspricht rund 86.000 Tonnen weniger CO 2 -Emissionen.






Der in Deutschland mittlerweile zur Bedeutungslosigkeit herabgesunkene Protestantismus mit seiner Verzichtsethik hat ein Vakuum hinterlassen. Dieses füllen nun die Werbestrategen mit neuem Inhalt. Es wundert nicht, daß diese Manipulation den größten Beifall von den Nachfahren jener labilen bürgerlichen Mittelschicht erntet, die stets einen Aufhänger brauchen, um sich nach oben und unten abzugrenzen. Eine zivilreligiöse frömmlerische Moral fällt gerade in Zeiten drohender wirtschaftlicher Verarmung in diesem Milieu auf fruchtbaren Boden. Das haben die Werbestrategen, denen es nur um die Vermarktung ihrer Produkte geht, richtig erkannt.
Leider können ja keine Punkte vergeben werden, also sag ich es so:
Anders hätte ich es auch nicht gesagt.
(....allerdings durchaus mit Bedauern für den Niedergang des Originals .....)
Leider können ja keine Punkte vergeben werden, also sag ich es so:
Anders hätte ich es auch nicht gesagt.
(....allerdings durchaus mit Bedauern für den Niedergang des Originals .....)
siehe Folge "Smug Alert!" der Staffel 10
Ich persönlich find's schade, dass es so viele Leute gibt, die nicht einfach von sich aus selbstlos sein können.
Naja, wenn man weiß, dass die Menschen so ticken, kann man immerhin gezielt manipulieren..
Genau das wird der einzig effektive Weg sein, auf lange Sicht. Denn daruf sind wir dressiert; manipuliert werden und eifrig, lemminghaft zu folgen und zu konsumieren. Den Spies kann man auch umdrehen! Praktisch sicher schwer - aber theoretisch zumindest denkbar. Schöner Ansatz!
Genau das wird der einzig effektive Weg sein, auf lange Sicht. Denn daruf sind wir dressiert; manipuliert werden und eifrig, lemminghaft zu folgen und zu konsumieren. Den Spies kann man auch umdrehen! Praktisch sicher schwer - aber theoretisch zumindest denkbar. Schöner Ansatz!
sind immer noch in keinem Baumarkt anzutreffen. Der sog. Blaue Engel sagt nichts über die Inhaltsstoffe aus.
Die Herstellung von Naturfarben erfordert nicht einmal die Hälfte der Energie, die für die Produktion von Naturfarben benötigt wird. Resteentsorgung - weitestgehende unkompliziert, z.B. Kompost! Alle sind voll deklariert. Qualität, Verarbeitung, gutes Klima (sie stinken nicht!), einfach genial. Das Dumme ist nur, man muß sie suchen. Es gibt sie nicht überall und oft müssen sie erst bestellt werden.
Anyway. Meine Favoriten: Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit, Einmal-Ölwachs von Auro.
In diesem Sinne
Einen "kleineren Fussabdruck" den wir in der Natur hinterlassen erreicht man nur durch weniger Konsum.
Doch mit einer Nation die von Kindesbeinen an auf Konsum getrimmt wurde (und wird) ist das ein kaum machbarer Schritt fuer den Einzelnen.
So hilft uns das gute Gefuehl "umweltfreundlich zu konsumieren" zumindest psychologisch.
Der Konsum von Medien oder Dienstleistungen ist deutlich umweltfreundlicher als der von Autos z.B.. Da gibt es schon große Unterschiede und weniger ist nicht immer mehr ;)
Ökologische Fußabdrücke gibt es auf der Erde seit 4 Milliarden Jahren. Jedes Bakterium hinterläßt einen.
Den "Naturkreislauf" gibt es nicht. Die Systeme driften.
(es mag ja sein, daß destilliertes Wasser vom Himmel fällt. Aber das was aus der Quelle austritt, ist schon keins mehr. Und das hat Folgen.)
Es ist eine Illusion zu glauben, daß die "Umwelt" der Enkel - sofern es die böse Industrie nicht gäbe - genauso aussehen würde wie die unsere.
Es ist eine Arroganz der modernen Zeit, daß man glaubt, die menschliche Gesellschaft (Population!) sei den Regeln der (wissenschaftlichen) Ökologie enthoben.
Deswegen ist aber das Sparsamkeitsgebot keineswegs eine überflüssige Erfindung. Ich bin ohne die Begriffswelt der modernen Ökoreligion aufgewachsen - deswegen sollte aber ein Handtuch trotzdem nur in die Wäsche, wenn es "notwendig" ist.
Der Konsum von Medien oder Dienstleistungen ist deutlich umweltfreundlicher als der von Autos z.B.. Da gibt es schon große Unterschiede und weniger ist nicht immer mehr ;)
Ökologische Fußabdrücke gibt es auf der Erde seit 4 Milliarden Jahren. Jedes Bakterium hinterläßt einen.
Den "Naturkreislauf" gibt es nicht. Die Systeme driften.
(es mag ja sein, daß destilliertes Wasser vom Himmel fällt. Aber das was aus der Quelle austritt, ist schon keins mehr. Und das hat Folgen.)
Es ist eine Illusion zu glauben, daß die "Umwelt" der Enkel - sofern es die böse Industrie nicht gäbe - genauso aussehen würde wie die unsere.
Es ist eine Arroganz der modernen Zeit, daß man glaubt, die menschliche Gesellschaft (Population!) sei den Regeln der (wissenschaftlichen) Ökologie enthoben.
Deswegen ist aber das Sparsamkeitsgebot keineswegs eine überflüssige Erfindung. Ich bin ohne die Begriffswelt der modernen Ökoreligion aufgewachsen - deswegen sollte aber ein Handtuch trotzdem nur in die Wäsche, wenn es "notwendig" ist.
Warum nicht? Wenn manche eitlen Fatzken einen gesünderen und nachhaltigeren Lebensstil als Statussymbol empfinden, und anderenfalls eher spritfressende Monsterautos durch den innerstädtischen Verkehr lenken würden - dann lassen wir diesen selbstherrlichen Pseudo-Alphatieren eben ihren Glauben!
Es ist zwar bedauerlich, dass manche Menschen anscheinend auf solche "Bauchreize" angewiesen sind, aber ehe wir versuchen, die menschliche Natur umzukrempeln, sollten wir eher versuchen, sie zu unserer aller Vorteil zu nutzen.
Der Konsum von Medien oder Dienstleistungen ist deutlich umweltfreundlicher als der von Autos z.B.. Da gibt es schon große Unterschiede und weniger ist nicht immer mehr ;)
Das Beispiel mit dem Sparwettbewerb in der Nachbarschaft kann man mit dem Spritverbrauch auch online ausleben:
www.spritmonitor.de und dann versuchen bei seinem Fahrzeugmodell die Nummer eins im sparsamen Verbrauch zu werden.
p.s. ich habs schon geschafft. Daihatsu ist ja auch nicht so verrbeitet. :-)
Von BMW 730 plus Z3 2.8 und R11ooR umgestiegen auf Prius II und Fahrrad.
Vom Sportflugzeug umgestiegen auf Gartenarbeit.
Von Lebensmittelsupermärkten auf Bioladen gewechselt.
Unser Haus ist mittlerweile im Niedrigenergielevel angekommen.
Alle Glübirnen sind weg.
Die Plastiktaschen sind weg.
Wie fühlt man sich? Unglaublich erleichtert. Die Ausgaben sinken, die Notwendigkeit Cash zu machen sinkt, die Freundschaften verschieben sich, das Bewußtsein verändert sich, alles wird angenehmer, ruhiger, gelassener.
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